4. Schwangerschaftsmonat: Symptome der Mutter und Entwicklung des Babys

durch (gynäkologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 14/11/2018

Der vierte Schwangerschaftsmonat markiert den Beginn des zweiten Trimesters und geht von der 13. bis zur 16. Schwangerschaftswoche. Die Chancen auf eine Fehlgeburt sind geringer und die Symptome der Mutter erträglicher, da die Übelkeit allmählich verschwindet.

Der Fötus wird sich von ca. 8 cm auf ca. 18 cm weiterentwickeln und auf ca. 100 g an Gewicht zunehmen. In einigen Fällen ist es bereits möglich mittels Ultraschall zu erkennen, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt.

Symptome bei der Mutter

In diesem Schwangerschaftsmonat nimmt der Bauch weiter an Volumen zu und nimmt Gestalt an. Üblicherweise ist der Bauch bereits erkennbar, da die Gebärmutter wächst und in die Bauchhöhle aufsteigt und etwa bis unter den Nabel reicht.

Dieses Wachstum verursacht Schmerzen im Bauchraum und in der Blase, die sich zusammendrückt, was was sich im erhöhten Harndrang bemerkbar macht. Auch die Nerven in den Beinen können sich zusammenziehen, was zu nächtlichen Krämpfen führt.

Auch die Brust verändert sich: Die Größe der Brustwarzen nimmt zu, der Warzenhof verdunkelt sich und die Venen treten aufgrund Veränderungen im Blutfuss der Mutter deutlicher hervor. Diese Gefäßveränderungen können auch Zahnfleisch- und Nasenbluten verursachen.

Wenn bis jetzt nicht zu viel an Gewicht zugenommen wurde, ist diese Entwicklung im vierten Monat dafür noch deutlicher, da die werdende Mutter in dieser Zeit 4-5kg mehr an Gewicht zunimmt.

Im vierten Monat stabilisieren sich die Hormone. Im Vergleich zum Vormonat ist der Gehalt an humanem Choriongonadotropin (ß-hCG) gesunken und der Gehalt an Östrogenen und Progesteron steigt weiter. Durch diese Stabilisierung werden Übelkeit und Erbrechen reduziert oder verschwinden sogar.

Der Anstieg von Östrogen und Progesteron führt bis Ende dieses Monats zu einem Anstieg der Melaninproduktion. Begleitet wird dies durch das Auftreten von Muttermalen und der Linea alba, einer linearen Verdunkelung der Haut, die vom Schambein bis zum Nabel oder manchmal noch höher reicht.

Hormonelle Veränderungen sind auch dafür verantwortlich, dass in diesem Stadium der Schwangerschaft die werdende Mutter zunehmend vergesslich wird. Das ist nichts schlimmes und auf strukturelle Veränderungen im Gehirn zurückzuführen um sich auf die Mutterschaft vorzubereiten.

Auch die Emotionen stabilisieren sich und die werdende Mutter wird zunehmend positiver und ausgeglichener. Die Angst vor dem Verlust des Babys nimmt ab, da die lebenswichtigen Organe des Babys bereits gebildet sind und die Plazenta ihre Entwicklung abgeschlossen hat.

Einige Mütter sind bereits in der Lage, die Bewegungen des Fötus im Inneren zu bemerken, besonders Frauen, die nicht zum ersten mal schwanger sind, da ihre Gebärmutterwände weniger Muskelkraft haben.

Frauen empfinden das zweite Schwangerschaftstrimester häufig als angenehmer, da weniger Beschwerden auftreten und der Bauch noch nicht sehr groß ist.

Änderungen beim Baby

In diesem Monat treten wichtige Veränderungen im Embryo auf:

  • Er wächst von ca. 8 cm Länge zu Beginn des vierten Schwangerschaftsmonats bis auf ca. 18 cm am Ende des vierten Monats.
  • Das Gewicht nimmt ebenfalls zu und am Ende des vierten Monats wiegt der Fötus etwa 100 g.

In diesem Monat ist das zukünftige Baby bereits in der Lage, zu gestikulieren und sich mehr zu bewegen. Als nächstes schauen wir uns an, wie sich der Fötus wöchentlich entwickelt:

13. Schwangerschaftwoche

Ab dieser Woche beginnt das Knorpelgewebe zu verknöchern, d.h. die Knochen beginnen zu verhärten. Zusätzlich sind die Nieren des Fötus bereits funktionsfähig und beginnen, Urin zu bilden.

Darüber hinaus beginnt sich während der dreizehnten Woche Haarwuchs auf den Fötus auszubreiten, das am Ende fast vollständig den Körper bedeckt und das als Lanugo bezeichnet wird. Der Haarwuchs beginnt in den Augenbrauen und im Barthaar und hilft bei der Erhaltung der Körperwärme und fällt meist vor der Geburt aus.

14. Schwangerschaftwoche

Nach vierzehn Wochen wächst eine kleine Menge Haare auf dem Kopf und die Augenbrauen bilden sich.

Das Außenohr bewegt sich nach oben und nähert sich seiner endgültigen Lage am Kopf. Die Augen sind riesig, geschlossen und voneinander getrennt. Im Vergleich zum Vormonat haben sich diese jedoch etwas angenähert, der Hals hat sich verlängert und die Gesichtsform ist fast vollständig. Darüber hinaus sieht man bereits kleine Mimiken im Gesicht.

Auch die Arme sind gewachsen und stehen nun in einem besseren Verhältnis zum Rest des Körpers. Zu diesem Entwicklungszeitpunkt hat das zukünftige Baby bereits Fingernägel.

Seine Leber ist im Vergleich zu den anderen inneren Organen sehr groß, weil sie für die Bildung von Blutzellen verantwortlich ist. Ab dieser Woche arbeitet das Knochenmark in dieser Aufgabe mit; die Leber jedoch spielt dabei weiterhin die entscheidende Rolle bei der Bildung von Blutzellen. Wenn das Baby geboren wird, ist es das Knochenmark, das für die Bildung von Blutzellen verantwortlich ist.

Der Darm beginnt sich mit einer dicken Substanz zu füllen, die von der Leber ausgeschieden wird und was als Mekonium bezeichnet wird.

Zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung bewegt sich der Fötus bereits ziemlich viel und hat viel Platz in der Gebärmutter, um sich frei zu bewegen.

15. Schwangerschaftwoche

Nach 15 Wochen werden die Haare am Kopf und an den Augenbrauen dicker. Seine Bewegungen nehmen weiter zu und man kann sogar sehen, wie er die Fäuste seiner Hände öffnet und schließt.

Es können auch zahlreiche Gesten ausgemacht werden, wie z.B. Gähnen oder Öffnen und Schließen des Mundes. Die Gesichtsmuskulatur übt bereits die Saugbewegung aus, so dass der Fötus bereits an seinem Daumen lutschen kann. Somit bereit er seine Muskulatur darauf vor, sich nach der Geburt von Muttermilch ernähren zu können.

Wenn beim zukünftigen Baby Erbanlagen für dunkles Haar vorhanden sind, beginnen die Pigmentzellen der Haarfollikel, das Schwarzpigment zu produzieren.

Seine Augen sind noch geschlossen, aber es bilden sich bereits Augenstrukturen. Sobald das Baby geboren wird, kann es mithilfe dieser Augenstrukturen sehen.

Der Kreislauf und die Harnwege des zukünftigen Babys sind bereits funktionsfähig und obwohl es nicht atmet, sind seine Lungen ebenfalls aktiv.

16. Schwangerschaftwoche

Ab der 16. Woche setzt der Körper des Fötus seine Entwicklung fort und wächst sehr schnell. Kopf und Körper werden proportionierter und der Hals nimmt Gestalt an.

Es bewegt sich immer mehr und mehr und einige dieser Bewegungen werden bereits vom Gehirn gesteuert. Das Nervensystem beginnt zu funktionieren, und als Beweis dafür ensteht der Druckreflex, der darin besteht, sich an jeden Gegenstand zu klammern, der die Handfläche berührt.

Der Tastsinn beginnt sich zu entwickeln. Darüber hinaus erscheinen epidermale Falten auf den Handflächen der Hände und Finger, das die Fingerabdrücke des Babys sein werden.

Seine Augen sind noch geschlossen, aber es kann sie bewegen.

Fruchtwasseruntersuchung

Die Fruchtwasseruntersuchung ist ein diagnostischer Test, bei dem eine kleine Probe des Fruchtwassers zur Untersuchung abgesaugt wird. Es ermöglicht die Diagnose von Neuralrohrdefekten, Stoffwechselveränderungen oder genetischen Anomalien des zukünftigen Babys, wie beispielsweise dem Down-Syndrom.

Sie ist bei Patientinnen indiziert, die ein höheres Risiko für Geburtsschäden oder Chromosomenstörungen bei Nachkommen haben, wie z.B. Frauen im fortgeschrittenerem Lebensalter oder bei früheren Schwangerschaften mit ähnlichen Problemen.

Es wird geraten, sich erst in der 15. Schwangerschaftswoche zu untersuchen, da bis dahin das Fruchtwasservolumen noch zu gering ist und die Untersuchung für den Fötus bis dahin ein größeres Risiko darstellt.

Dank der Entwicklung neuer Diagnosemethoden, die nur eine Blutprobe von der Mutter erfordern, wurde in den letzten Jahren diese Methode jedoch immer weniger genutzt. Die neuen Methoden sind für den Fötus nicht invasiv und daher sicherer.

Fragen die Nutzer stellten

Entwickeln sich die durch IVF oder ICSI entwickelten Föten genauso schnell wie solche die auf natürliche Weise gezeugt wurden?

durch Dra. Elena Izquierdo Trechera (gynäkologin).

Die Geschwindigkeit der fetalen Entwicklung ist unabhängig davon, ob es sich um eine Schwangerschaft handelt, die auf natürliche Weise oder durch assistierte Reproduktionstechniken erreicht wird.

Auch wenn bei mir keine Indikation zur Fruchtwasseruntersuchung vorliegt, kann ich diese trotzdem machen zur Beruhigung?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Die Amniozentese ist ein invasiver Test, der ein Risiko für den Fötus darstellen und dessen Lebensfähigkeit beeinträchtigen kann. Es ist notwendig, medizinisch zu beurteilen, ob die Informationen, die sie uns zur Verfügung stellt, wertvoll genug sind, um das damit verbundene Risiko zu übernehmen. Wenn Ihr Geburtshelfer es nicht für notwendig hält, ist es daher am besten, seinen Anweisungen zu folgen.

Kann ich im 4. Monat Sport treiben?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Ja, im Allgemeinen wird Sport im 4. Monat empfohlen. Viele Schwangere fühlen sich ab diesem Monat wieder körperlich besser und haben mehr Energie. Darüberhinaus hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt verringert. Diese Zeit ist optimal, um leichte Sportarten zu treiben, wie zum Beispiel Gehen, Yoga oder Schwimmen.

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Fragen die Nutzer stellten: 'Entwickeln sich die durch IVF oder ICSI entwickelten Föten genauso schnell wie solche die auf natürliche Weise gezeugt wurden?', 'Auch wenn bei mir keine Indikation zur Fruchtwasseruntersuchung vorliegt, kann ich diese trotzdem machen zur Beruhigung?' Und 'Kann ich im 4. Monat Sport treiben?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Elena Izquierdo Trechera
Dra. Elena Izquierdo Trechera
Gynäkologin
Medizinstudium an der Universität Complutense Madrid mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und Gynäkologie sowie Master in menschlicher Reproduktion an der Rey Juan Carlos Universität und IVI. Derzeit ist sie leitende Ärztin der Kinderwunschklinik Velázquez. Mehr über Dra. Elena Izquierdo Trechera
Zulassungsnummer: 282866949
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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