Symptome und Entwicklung des Babys im 9. Schwangerschaftsmonat

durch (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 28/08/2018

Mit dem neunten Monat beginnt die letzte Phase der Schwangerschaft und reicht von der 33. Schwangerschaftswoche bis zur 36. Woche. In den letzten Tagen sind die Symptome in der zukünftigen Mutter ziemlich lästig, denn die Entwicklung des Babys ist abgeschlossen und nimmt nur noch stetig an Gewicht zu.

Die Geburt kann in diesen Wochen jederzeit stattfinden, also vermeiden Sie lange Reisen und achten Sie auf alle Symptome, die darauf hindeuten, dass das Baby bald kommt.

Entwicklung des Babys

An diesem Punkt der Schwangerschaft ist das Baby höchstwahrscheinlich vollständig in das Becken eingebettet, mit dem Kopf über dem Gebärmutterhals. Dies wird als Schädellage bezeichnet. Wenn das Baby in den nächsten Wochen die Haltung nicht einnimmt, kann Ihr Arzt Ihnen einen Kaiserschnitt empfehlen, da die vaginale Geburt kompliziert sein kann, wenn sich das Baby nicht in der richtigen Position befindet.

Obwohl sich jedes Baby in seinem eigenen Tempo entwickelt, kann ein 36 Wochen alter Fötus im Durchschnitt bereits fast 50 cm messen und zwischen 2200 und 2800 g wiegen, da er bis zu fast 30 g täglich zunehmen kann.

Der Fötus sieht nun fast genau so aus wie bei der Geburt, die mittlerweile nicht mehr weit entfernt ist.

Die Lanugo hat sich fast vollständig von der Haut des Babys abgelöst. Dadurch, und weil sich Fett unter der glatten und rosafarbenen Haut ansammelt, sieht das Baby nun total menschlich aus.

Fast alle seine Organe funktionieren einwandfrei. Beispielsweise:

Die Lungen
sind bereits voll entwickelt und eignen sich dank der Kortikosteroide, die von den Nebennieren ausgeschieden werden, für die Atmung des Fötus außerhalb des Körpers der Mutter.
Das Verdauungssystem
ist in der Lage, Fruchtwasser zu verdauen und seine Därme füllen sich mit Mekonium.
Mekonium ist eine grüne, viskose Substanz, die sich während der Schwangerschaft im Darm des Fötus ansammelt. Es ist der erste Stuhlgang des Neugeborenen.

Der mütterliche Organismus beginnt, über die Nabelschnur eine vorübergehende Immunität an den Fötus zu übertragen. Dies schützt das Baby in Zukunft vor vielen Kinderkrankheiten.

Veränderungen bei der Mutter

Im neunten Monat ändert sich nicht allzu viel für die werdende Mutter und ähnelt den vorherigen Wochen. Allerdings können sich die vorherigen Beschwerden in dieser Schwangerschaftsphase verstärken.

Wenn das Baby bereits die Kopfstellung in der Gebärmutter eingenommen hat, verspürt die werdende Mutter eine gewisse Erleichterung, da der Druck auf den Magen abgenommen hat. Die Füße des Babys liegen jedoch unterm Brustbein, wodurch das Strampeln Beschwerden und Probleme bei der Atmung verursacht. Der Kopf wiederum drückt hart auf die Blase und erhöht den Harndrang.

Schwellungen und Wassereinlagerungen werden in einer heißen Jahreszeit wahrscheinlich verschlimmert. Es ist normal, wenn sich die Beine und Knöchel stark anschwellen.

Außerdem sind Beschwerden wie das Karpaltunnelsyndrom in dieser Schwangerschaftsphase nichts ungewöhnliches. Diese Erkrankung wird durch die Schwellung der Nerven in den oberen Extremitäten und Wassereinlagerungen verursacht, was zu Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Handgelenken führt.

Es ist normal, dass der Nabel durch die Dehnung der Bauchhaut hervortritt. Einige Monate nach der Geburt kehren Haut, Muskeln und Gebärmutter sowie Bauchnabel wieder in ihre normale Position zurück.

In diesem Schwangerschaftsmonat wird eine Gewichtszunahme zwischen 10 und 14 kg erwartet, so dass es schneller zu Rückenschmerzen, Krämpfe, Beschwerden im Becken und Müdigkeit kommt. Folgende Übungen helfen die Beschwerden zu lindern:

  • Pilates
  • Yoga
  • Schwimmen für Schwangere
  • Beckenbodentraining
  • Wirbelsäulendehnung

Schlaflosigkeit ist auch sehr häufig, da die Schwangere nachts mehrmals zum urinieren aufstehen muss. Darüber hinaus reduzieren hormonelle Veränderungen den Tiefschlaf.

Arzttermine und Tipps

Wenn das Dritt-Trimester-Screening nicht vor diesem Monat durchgeführt wurde, sollte er selbstverständlich in diesen Wochen durchgeführt werden. Dieser bildgebende Test wird in der Regel vaginal durchgeführt und gibt uns folgende Informationen:

Fötale Lebensfähigkeit
Es ist wichtig, die Herzfrequenz und den Rhythmus des Fötus zu erkennen und zu überwachen, um Komplikationen auszuschließen.
Position des Babys
In dieser Schwangerschaftsphase ist es normal, dass das Baby bereits die Kopfstellung erreicht hat. Die Überprüfung der Haltung des Babys ist sehr wichtig bei der Geburtsplanung.
Entwicklungsstadium der Plazenta
eine überalterte Plazenta kann zu Sauerstoff- und Ernährungsproblemen für den Fötus führen.
Verdrehte Nabelschnur
Es sollte überprüft werden, ob die Nabelschnur verdreht ist, vor allem um den Hals. Falls ja, sollte man bei Wehen wachsamer sein. Jedoch sollte man wissen, dass sowas öfters vorkommt und nicht unbedingt besorgniserregend sein muss solange man unter ärztlicher Aufsicht steht.
Fruchtwassermenge
das Volumen dieser Flüssigkeit nimmt mit dem Wachstum des Babys ab. Ein deutlicher Rückgang der Flüsigkeitsmenge kann jedoch auf ein Wachstumsproblem oder eine Frühgeburt hinweisen. Deshalb ist es wichtig, den Fruchtwassergehalt regelmäßig zu überprüfen.
Länge des Gebärmutterhalses
Es ist sehr wichtig die Größe des Gebärmutterhalses ist in den letzten Schwangerschaftswochen zu kontrollieren, da sie immer kürzer wird, je näher der Geburtstermin rückt. Mit der Größe kann bestimmt werden, wie weit der Geburtstermin noch entfernt ist.

Im 9. Schwangerschaftsmonat werden die Untersuchungen vor allem in den letzten Wochen immer häufiger. Auch hier kann der Gynäkologe einen Blut- und Urintest verordnen sowie Gewicht und Größe der Schwangeren messen.

B-Streptokokken-Test

Einer der wichtigsten Tests zwischen der 35. und 37. Woche ist derjenige, der auf dem Nachweis von Infektionen durch Streptokokken der Gruppe B basiert. Diese Bakterien, die typischerweise den Magen-Darm-Trakt von Erwachsenen besiedeln, ohne dabei Probleme zu verursachen, können die Scheide erreichen und während der Geburt Infektionen beim Baby verursachen.

Aus diesem Grund empfehlen viele Ärzte, routinemäßig eine Vaginal- und Analuntersuchung durchzuführen, um vorhandene Bakterien bei der Schwangeren auszuschließen.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer Infektion durch Streptokokken:

  • Vorherige B-Streptokokken-Infektionen während der laufenden Schwangerschaft.
  • Harnwegsinfektionen, die durch diese Bakterien während der Schwangerschaft verursacht wurden.
  • Streptokokken bei vorherigen Geburten.

Ist das Testergebnis positiv, muss vor der Geburt eine Antibiotikabehandlung durchgeführt werden, um eine Infektion des Babys zu verhindern.

Der neunte Monat Woche für Woche

Besonders im neunten Monat sollte auf Veränderungen geachtet werden, da abweichende Symptome Zeichen einer bevorstehenden Geburt sein können. Hier führen wir die wichtigsten Vorfälle auf, die in diesem Monat eintreten können:

33. Woche

In dieser Woche rutscht das Baby in das Becken. In dieser Lage ist die Anatomie des Babys gut zu erkennen.

Da sich die Füße unter dem Brustbein befinden verursachen die Tritte einen starken Rippenschmerz, auch wenn diese aufgrund des Platzmangels weniger kräftig sind.

Es wurde festgestellt, dass beim Baby ab dieser Woche die REM-Phase beginnt.

Laut Experten kann das Rapid Eye Movement (REM) ein Zeichen dafür sein, dass ein Baby träumt, was für die Stimulation und Entwicklung des Gehirns sehr wichtig ist.

34. Woche

In dieser Woche kann das Baby 46 cm lang werden und bereits mehr als 2 Kilo wiegen. Mit Ausnahme des Kopfes sind alle Knochen seines Skelets so gut wie verhärtet. Dadurch dass die Schädelknochen weicher sind und sich noch nicht verhärtet haben, passiert das Baby leichter den den Geburtskanal.

Außerdem wird die Käseschmiere, eine fettige Substanz, die die Haut des Babys bedeckt, immer dichter. Dies erleichtert es dem Baby auch, bei einer vaginalen Geburt die Vagina zu passieren.

Würde das Baby in dieser Woche geboren, wäre es notwendig, dass es einige Tage auf der Intensivstation verbringt. Allerdings bestünde beim Baby eine hohe Chance, ohne langfristige gesundheitliche Probleme davonzukommen.

35. Woche

In dieser Schwangerschaftswoche kann das Knochenmark des Fötus damit beginnen,seine eigenen Blutkörperchen zu bilden: dieHämatopoese.

Der Fötus ist bereits so weit wie möglich ausgebildet. Er ist bereits ein menschliches Wesen und das einzige, was noch passiert, ist eine stetige Gewichtszunahme. Tatsächlich können ungeborene Babys wöchentlich zwischen 250 und 350 Gramm zu diesem Zeitpunkt zunehmen. Dadurch kommt es zu verstärkten Rückenschmerzen.

36. Woche

Die Geburt rückt immer näher. Sie kann tatsächlichen jeden Tag soweit sein. Es ist daher nur logisch, dass der Gynäkologe empfiehlt, den Herzschlag des Babys und die Wehen der Mutter wöchentlich zu untersuchen.

In dieser Woche sollten alle Fragen zur Geburt abgeklärt werden; vor allem wie man am besten reagiert oder wen man anruft sobald die Fruchtblase platzt.

Fragen die Nutzer stellten

Ist ein starker Ausfluss im 9. Monat gefährlich?

durch Victoria Moliner (embryologin).

In den letzten Schwangerschaftswochen kann es durchaus vorkommen, dass sich der Ausfluss verstärkt, da der Fötus auf den Vaginaltrakt Druck ausübt. Wenn es zu einem starken und konsistenten Ausfluss kommt, kann es sein dass es sich um einen Schleimpfropfen handelt. In diesem Fall ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

Wenn das Baby im 9. Monat noch nicht in Geburtsposition ist, wird dann immer ein Kaiserschnitt durchgeführt?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Bis zum 9. Schwangerschaftsmonat sollte das Kind schon in das Becken der Mutter gebettet sein. Wenn die Lage nicht korrekt ist, sollte besser ein Kaiserschnitt gemacht werden, bevor die Fruchtblase platzt und die Wehen beginnen.

Ist es normal, dass sich das Baby im 9. Monat nicht bewegt?

durch Victoria Moliner (embryologin).

Die Bewegungen des Babys nehmen in der Regel im Laufe der Schwangerschaft aus Platzgründen ab. Wenn die fetale Aktivität jedoch insgesamt abgenommen hat, sollten Sie lieber Ihren Arzt aufsuchen.

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Fragen die Nutzer stellten: 'Ist ein starker Ausfluss im 9. Monat gefährlich?', 'Wenn das Baby im 9. Monat noch nicht in Geburtsposition ist, wird dann immer ein Kaiserschnitt durchgeführt?' Und 'Ist es normal, dass sich das Baby im 9. Monat nicht bewegt?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Victoria Moliner
Victoria Moliner
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV), mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion der Universität Valencia und dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Derzeit ist sie als Forschungsbiologin tätig. Mehr über Victoria Moliner
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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