Wie kann ich meine Eizellen spenden? Eizellspende Schritt für Schritt

durch (krankenpflegerin spezialisiert auf assistierte reproduktion), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 16/03/2020

Frauen, die Eizellspenderinnen werden wollen, müssen sich in einer Kinderwunschklink erkundigen und, bei Interesse, eine Reihe von gesetzlichen Anforderungen, sowie medizinischen und psychologischen Tests bestehen. Deutsche Interessentinnen haben jedoch nicht die Möglichkeit, in ihrem Land zu spenden. Dieser Artikel erklärt daher den Ablauf einer Eizellspende in Spanien.

Sobald eine Frau als taugliche Eizellspenderin eingestuft wird, muss sie eine Fruchtbarkeitsbehandlung durchlaufen, die im Wesentlichen aus zwei Schritten besteht:

Auf diese Weise werden Spenderinnen Eizellen gewonnen, die frisch befruchtet oder vitrifiziert und für eine zukünftige Eizellenempfängerin aufbewahrt werden können.

Auswahl der Eizellspenderin

Das Verfahren, um Eizellspenderin zu werden, beginnt mit zwei persönlichen Gesprächen in dem für die Spende ausgewählten Kinderwunschzentrum. Diese Interviews bestehen aus folgenden Schritten:

Erstgespräch
Die Spenderkandidatin wird von einem Koordinator der Klinik über die Behandlung aufgeklärt, welche Vorteile sie bietet sowie deren Risiken, damit die Kandidatin über alle notwendigen Informationen verfügt.
Zweites Gespräch
die Anamnese der zukünftigen Spenderin wird eröffnet und sie unterzeichnet die Einwilligungserklärung, mit der sie ihren Wunsch und ihre Verpflichtung zur Eizellspende bekundet. In diesem zweiten Gespräch trifft sich die Frau auch mit dem Psychologen der Klinik, um eine psychologische Beurteilung vorzunehmen und um festzustellen, ob sie sich bewusst ist, was es bedeutet, Eizellspenderin zu werden.

Ohne die Zustimmung des Psychologen kann die Frau nicht als Eizellspenderin akzeptiert werden, selbst wenn die medizinischen Tests korrekte Ergebnisse liefern.

Im Anschluss wird der Auswahlprozess der Eizellspenderin mit dem Gynäkologen fortgesetzt, der alle körperlichen Untersuchungen und medizinischen Tests durchführt, welche bestimmen, ob sich ihre gesundheitliche Verfassung für eine Eizellspende geeignet.

Das sagt Gesundheitskoordinatiorin Rocio Fuentes dazu:

Eizellspenderinnen werden ausgiebig getestet. Eine gynäkologische Untersuchung, die aus einem Pap-Test, einer Brustuntersuchung, Scheidenkulturen usw. besteht; ein Blutbild, um Blutarmut oder sexuell übertragbare Krankheiten auszuschließen, und anschließend ein Gentest, um zu sehen zu können, dass sie nicht Träger bestimmter, in unserem Land häufig vorkommender Krankheiten sind.

Nachdem überprüft wurde, dass alle medizinischen und psychologischen Tests korrekt durchgeführt wurden und dass die Frau alle Anforderungen des spanischen Gesetzes 14/2006 erfüllt, wird sie vom Zentrum als Eizellspenderin zugelassen.

Ablauf einer Eizellspende

Die Fruchtbarkeitsbehandlung bei Eizellspende besteht im Wesentlichen aus der Verabreichung von Hormonpräparaten, die eine mehrfache Follikelbildung in den Eierstöcken bewirken, und der anschließenden Entfernung der gereiften Eizellen durch einen einfachen chirurgischen Eingriff.

Diese beiden Prozesse werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Follikelstimulation

Dieser Behandlungsschritt kann je nach Spenderin und Art der Eizellenspende, d.h. ob eine frische oder eine gefrorene Eizellspende durchgeführt werden soll, variieren.

Im ersten Fall wäre es notwendig, den Menstruationszyklus der Spenderin mit dem der Empfängerin zu synchronisieren, wobei zunächst die Antibabypille verwendet werden müsste.

Unabhängig davon, ob ein Verhütungsmittel verwendet wird oder nicht, wird die kontrollierte Stimulation der Eierstöcke zu Beginn des Menstruationszyklus eingeleitet, sobald die Menstruation einsetzt, und besteht in der Verabreichung von subkutanen Injektionen von Hormonpräparaten an die Spenderin, um die gleichzeitige Reifung mehrerer Eizellen zu bewirken.

Diese Medikamente enthalten Gonadotropin-Hormone als Wirkstoff, dabei handelt es sich um FSH und LH, sowie einige GnRH-Analoga die den Eisprung unterdrücken.

Zusammengefasst handelt es sich dabei um zwei verschiedene Arten von Injektionen, die sich die Spenderin je nach Anweisung des Gynäkologen verabreichen muss. Normalerweise erhalten die Spenderinnen einen Medikamentenbogen, auf dem die Menge und der Tag der Injektion jedes Medikaments angegeben ist.

Während der Follikelstimulation, etwa ab dem siebten Tag des Menstruationszyklus, muss die Spenderin zur laufenden Kontrolle und Beobachtung der Entwicklung der Eierstockfollikel in die Klinik kommen. Diese Kontrollen werden über vaginale Ultraschalluntersuchungen und Blutabnahmen alle zwei oder drei Tage durchgeführt.

Sobald die Eibläschen 18-20 mm erreicht haben, muss sich die Spenderin eine letzte Injektion mit dem hCG-Hormon verabreichen, das zur Auslösung des Eisprungs dient.

Es ist äußerst wichtig, dass diese letzte Injektion etwa 32-34 Stunden vor der Follikelpunktion durchgeführt wird, da es bei einem längeren Zeitraum zu einem spontanen Eisprung kommen kann und alle Eizellen verloren gehen könnten.

Follikelpunktion

Die Eierstock- oder Follikelpunktion zur Entnahme der Eizellen aus den Eierstöcken der Spenderin besteht aus einem sehr einfachen chirurgischen Eingriff, der unter Betäubung durchgeführt wird.

Das Verfahren besteht aus einer ultraschallgesteuerten transvaginalen Punktion, die etwa 15-20 Minuten dauert.

Der Gynäkologe saugt mit einer Saugnadel jeden der gewachsenen Follikel ab, in denen sich die Eizellen befinden. Die Follikelflüssigkeit wird durch ein Absaugsystem unter Unterdruck zu den Sammelröhrchen geleitet, die systematisch an das Labor weitergeleitet werden.

Nach diesem Eingriff bleibt die Spenderin für einige Stunden in der Klinik, bis sie sich von der Narkose erholt hat. In den Tagen nach der Operation ist es wichtig, mit dem Kinderwunschzentrum in Kontakt zu bleiben, um sicherzustellen, dass keine Komplikationen auftreten.

Sobald die nächste Periode der Spenderin beginnt, ist der gesamte Prozess abgeschlossen, und ihr normaler Alltagsablauf beginnt. Falls sie sich dazu entschließt, nochmals Eizellen zu spenden, muss sie mindestens 4-5 Monate warten.

Fragen die Nutzer stellten

Wieviele Eizellen werden einer Spenderin entnommen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Da es sich bei den Eizellspenderinnen um junge Frauen mit guten Ovarialreserven handelt, ist die Anzahl der Eizellen, die nach der Stimulation der Eierstöcke und der Follikelpunktion entnommen werden, höher als bei Patientinnen, die an Unfruchtbarkeit leiden.

Es ist schwierig, genau zu bestimmen, wie viele Eier gewonnen werden können, aber normalerweise werden zwischen 10 und 20 reife Eier gewonnen.

Tut das Spenden von Eizellen weh?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die Eizellspende ist schmerzfrei, da sie unter Narkose im Operationssaal durchgeführt wird. Die Frau kann jedoch aufgrund der während der Stimulation der Eierstöcke verabreichten Hormonpräparate gewisse Beschwerden haben, wie z.B. Bauchschwellung, Blutergüsse an der Injektionsstelle, Müdigkeit usw.

Für Sie empfohlen

Die Follikelstimulation bei einer Eizellspenderin läuft praktisch genauso ab wie bei Patientinnen, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen. Wenn Sie mehr über die damit verbundenen Aspekte wissen wollen, lesen Sie hier weiter: Was ist eine Follikelstimulation?

Auch die Follikelpunktion wird bei Spendern auf die gleiche Weise durchgeführt wie bei IVF-Patientinnen. Hier ist der ganze Prozess im Detail: Was ist eine Follikelpunktion?

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Literaturverzeichnis

Alper MM, Fauser BC. Ovarian stimulation protocols for IVF: is more better than less? Reprod Biomed Online. 2017 Apr;34(4):345-353.

Caligara C, Navarro J, Vargas G, Simón C, Pellicer A, Remohí J. The effect of repeated controlled ovarian stimulation in donors. Hum Reprod. 2001 Nov;16(11):2320-3.

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Melnick AP, Rosenwaks Z. Oocyte donation: insights gleaned and future challenges. Fertil Steril. 2018 Nov;110(6):988-993.

Ovodonante.com, 2017, Donar óvulos paso a paso: ¿Cuál es el procedimiento para ser donante?, Rebeca Reus, https://ovodonante.com/donar-ovulos/

Graphikmaterial bereitgestellt von Ginemed Madrid.

Fragen die Nutzer stellten: 'Wieviele Eizellen werden einer Spenderin entnommen?' Und 'Tut das Spenden von Eizellen weh?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Rocío Fuentes Dorado
Rocío Fuentes Dorado
Krankenpflegerin spezialisiert auf assistierte Reproduktion
Diplom in Krankenpflege an der Hochschule für Gesundheitswissenschaften in Sevilla. Universitätsexpertin in Reproduktionsmedizin in der Krankenpflege an der Universität Rey Juan Carlos (URJC) in Madrid. Mehr als 8-jährige Erfahrung als Pflegeleitung und Krankenpflegerin mit Spezialisierung auf Assistierte Reproduktion. Mehr über Rocío Fuentes Dorado
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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