Wie läuft die ICSI ab? Phasen der Kinderwunschbehandlung

durch (gynäkologe), (klinische embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 05/08/2019

Die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, abgekürzt ICSI, gehört zu den Vorgängen der In-vitro-Fertilisation (IVF). Die ICSI bezieht sich insbesondere auf die Befruchtungsmethode von Eizellen mit Sperma.

Viele Personen verwenden jedoch oft den Begriff ICSI oder IVF-ICSI, um den gesamten Prozess der Fertilitätsbehandlung zu beschreiben. Deshalb werden wir in diesem Artikel Schritt für Schritt alle Phasen bei der IVF-ICSI detailliert beschreiben.

Wie läuft die ICSI-Methode ab?

Die Verfahren bei ICSI sind die selben wie bei bei einigen Bereichen in der klassischen IVF. Der Unterschied liegt in der Art und Weise wie die Befruchtung erfolgt, sobald Eizellen und Spermien im Labor gewonnen wurden.

Die Phasen der IVF-ICSI werden im Folgenden beschrieben:

Kontrollierte Follikelstimulation

Die Follikelstimulation besteht darin, hormonelle Medikamente zu verabreichen um die Entwicklung zahlreicher Follikel in den Eierstöcken der Spenderin zu provozieren. Auf diese Weise ist es möglich, eine größere Anzahl von Eizellen zur Befruchtung zu erhalten und die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.

Darüber hinaus steuert die Follikelstimulation den Menstruationszyklus der Frau und verhindert den spontanen Eisprung, was zum Scheitern des IVF-ICSI-Zyklus führen würde.

Vor Beginn der Follikelstimulation ist es üblich, der Patientin die Anti-Baby-Pille zu verschreiben, um den Menstruationszyklus zu synchronisieren.

Abhängig von der Dauer der Stimulation gibt es bei IVF-Patientinnen zwei grundlegende Protokolle:

Langes Protokoll
beginnt vor der Menstruation mit Punktionen durch GnRH-Agonisten, die dazu dienen, die Hypophyse zu verlangsamen und die Sekretion körpereigener Hormone zu verhindern. Sobald die Periode einsetzt, werden die vorherigen Punktinoen mit denen durch Gonadotropinen kombiniert, um eine multiple follikuläre Entwicklung einzuleiten.
Kurzes Protokoll
die Anzahl der Punktionen wird reduziert, da die Stimulation mit Gonadotropinen nach Beginn der Menstruation beginnt. An 8. Zyklustag werden Punktionen mit GnRH-Antagonisten verabreicht, um die Hypophyse zu bremsen.

Seit einigen Jahren wird dazu tendiert, die Protokolle zur kontrollierten Follikelstimulation zu vereinfachen, da sie zahlreiche Vorteile bietet.

Wie Dr. Gorka Barrenetxea, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, sagt:

Seit bereits 10-15 Jahren verwenden wir andere unterstützende Medikamente, GnRh-Antagonisten, so dass der Stimulationsprozess nun etwa 10 Tage dauert.

Die Verabreichungsphase des Gonadotropins (FSH) dauert in der Regel etwa 6-10 Tage. Während dieser Zeit muss der Patient 2 bis 3 Mal zu einer Ultraschallkontrolle gehen, um das Follikelwachstum zu überprüfen.

Follikelpunktion

Die Follikelpunktion besteht aus der Ansaugung der in den Eierstockfollikeln enthaltenen Flüssigkeit, um die reifen Eizellen durch eine ultraschallgesteuerte Vaginalpunktion zu extrahieren. Dies ist ein einfacher 30 minütiger Eingriff, der im Operationssaal unter Narkose durchgeführt wird.

30-34 Stunden vor der Follikelpunktion spritzt sich die Patientin hCG, um den Eisprung auszulösen und die endgültige Reifung der Eizellen einzuleiten.

Zitat der Embryologin Maria De Las Heras:

Die Follikelpunktion ist nicht schmerzhaft, da die Patientin beim Betreten des Operationssaals sediert wird.

Im Labor muss die Follikelflüssigkeit unter der Lupe genau untersucht werden, um die Eier zu lokalisieren und auf eine Petrischale mit Nährboden zu übertragen.

Dekumulation von Eiern

Die Dekumulation der Eizellen ist die Entfernung der Zellschicht aus Granulose, die die reife Eizelle umgibt. Um diese durchzuführen, ist es notwendig, einige Stunden nach der Follikelpunktion zu warten, da die Eizelle in dieser Ruhezeit endgültig reift.

Es gibt zwei Techniken, um Eier zu dekumulieren:

Chemische Dekumulation
ein Medium mit Hyaluronidase wird verwendet, ein Enzym, das die Hyaluronsäure abbaut, die die Granulosezellen miteinander verbindet. Bei der natürlichen Befruchtung wird die Hyaluronidase vom Spermatozoid ausgeschieden, um in die Eizelle einzudringen.
Mechanische Dekumulation
die Eizelle wird durch Pipetten verschiedenen Kalibers, von größerem bis kleinerem Durchmesser, geleitet, bis alle umgebenden Zellen vollständig abgetrennt sind.

Typischerweise kombinieren IVF-Laborprotokolle beide Methoden, um Eier wirkungsvoller zu dekumulieren.

Nach der Dekumulation müssen die Eizellen auf Reife überprüft werden, damit die ICSI durchgeführt werden kann. Dazu ist es notwendig, den Polkörper im Perivitellinraum der Eizelle zu visualisieren.

Die Dekumulation der Eizelle, auch Entblößung genannt, ist ein notwendiger Schritt vor der Mikroinjektion von intrazytoplasmatischen Spermien.

Spermienentnahme und -aufbereitung

Während sich die Frau in der Follikelpunktion befindet, muss der Mann eine durch Masturbation entnommene Samenprobe im Labor lassen- es sei denn, es wird gefrorenes oder Spendersamen verwendet.

Für die Vorbereitung der Samenprobe ist eine Spermien-Kapazitation notwendig: Das Samenplasma wird eliminiert und die hochwertigeren Samenzellen werden in einem neuen Nährboden konzentriert.

Ziel ist es, eine progressive motile Spermienprobe von etwa einer Million pro Milliliter zu erhalten, da es bei mehr Spermien schwierig wäre, sie unter dem Mikroskop auszuwählen.

Jedoch können bei schwerer männlicher Sterilität weniger und schlechtere Spermien gewonnen werden. Tatsächlich ist es manchmal notwendig, Spermien mit einer Punktion oder einer Hodenbiopsie zu erhalten, um eine ICSI durchzuführen.

Auch wenn es komplizierter ist, kann die ICSI ebenso unter diesen Bedingungen durchgeführt werden, da nur so viele lebende Spermien benötigt werden wie die Anzahl der zu injizierenden Eizellen.

Befruchtung mit ICSI

Die Art und Weise, wie die Eier befruchtet werden, unterscheidet die ICSI-Technik von der herkömmlichen IVF.

Wie der Name schon sagt, ist ICSI die Injektion von Spermien direkt in das Zytoplasma der Eizelle. Dazu werden die folgenden Schritte durchgeführt:

Erste Vorbereitung
die Halte- und Mikroinjektionspipetten (ICSI) werden unter einem umgekehrten Mikroskop angeordnet. Die ICSI-Schale wird dann mit Tropfen von Nährboden vorbereitet, wobei die Eizellen auf der einen Seite und das Sperma auf der anderen Seite platziert werden.
Auswahl der Spermien
die Probe wird nach dem besten Spermium abgesucht und muss nach der Auswahl durch eine schnelle Bewegung der ICSI-Pipette unbeweglich gemacht werden, um ihre Geisel zu brechen. Das Sperma wird dann mit der selben Pipette abgesaugt.
Ausrichtung der Eizellen
um die inneren Strukturen der Eizelle bei der Injektion nicht zu beschädigen, wird sie mit ihrem Polkörperchen im oberen Teil orientiert platziert und von der Holdingpipette so gehalten, dass sie sich nicht bewegt.
Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
das Ei wird mit der Injektionspipette sanft durch die Zona pellucida und die innere Membran gedrückt. Im Inneren der Eizelle wird eine kleine Menge Zytoplasma abgesaugt bis die Eizelle mit dem Spermium in Kontakt gebracht wird; dieses wird dann vorsichtig in die Eizelle eingeführt.
Endgültige Bewertung
die Art des Bruchs der Eizelle gibt Aufschluss über die Qualität der Eizelle und kann deren weitere Entwicklung beeinflussen. Daher ist es notwendig, die Art des Bruchs zu beurteilen, die durch Druck oder Sog erfolgen kann.

Nach Abschluss des gesamten ICSI-Prozesses ist es auch wichtig, die morphologischen Eigenschaften der Eier zu beachten: Polkörper, Zytoplasma, Perivitellinraum, Zona pellucida, etc.

Schließlich werden die Eier in Kulturschalen im Inkubator gelagert, um festzustellen, ob die Befruchtung stattgefunden hat.

Embryokultur

Nach der Befruchtung und während der gesamten embryonalen Entwicklung ist es notwendig, die morphokinetischen Eigenschaften der Embryonen zu bewerten, um höherwertige Embryonen mit höherer Einnistungswahrscheinlichkeit zu übertragen.

Je nach Entwicklungsstadium des Embryos werden einige Parameter bewertet:

Zygoten
die 18 Stunden nach der Befruchtung werden bewertet, um zu sehen, ob die beiden Polkörper und die beiden Vorkerne entstanden sind, was auf eine erfolgreiche Befruchtung hinweist.
2-3 Tage alte Embryonen
der Embryo hat sich bereits geteilt und somit werden die Anzahl der Zellen, ihre Symmetrie, Fragmentierung, Multinukleation, ggf. Vakuolen usw. bewertet.
5-6 Tage alte Blastozysten
in diesem Stadium besteht der Embryo bereits aus einer Vielzahl von Zellen, die die innere Zellmasse und das Trofoectoderm bilden. Auch der Expansionsgrad der Blastozysten und die Frage, ob sie die Zona pellucida verlassen haben, das so genannte Hatching, werden bewertet.

Embryotransfer

Abhängig von den Eigenschaften der Behandlung und der Anzahl der gewonnenen Embryonen kann der Embryotransfer am 3. oder 5. Tag durchgeführt werden.

Dazu werden auf der Grundlage der vorher erwähnten Parameter die qualitativ besten Embryonen ausgewählt.

Das Transferverfahren ist sehr einfach und erfordert keine Betäubung. Zuerst wird der ausgewählte Embryo mit einem feinen Katheter entnommen und dann durch die Vagina der Frau in die Gebärmutter eingeführt. Da gleichzeitig ein Ultraschall gemacht wird, kann man sehen, wie der Embryo in der Gebärmutterhöhle für die Einnistung zurückbleibt. Im folgenden Artikel finden Sie alle detaillierten Schritte des Embryotransfers nach einer IVF-Behandlung: Wie funktioniert der Embryotransfer?

Einfrieren von Embryonen

In den meisten IVF-Zyklen bleiben überschüssige Embryonen nach dem Embryotransfer erhalten, da die deutsche Gesetzgebung nur den Transfer von maximal 3 Embryonen erlaubt. Es wird jedoch immer häufiger nur ein Embryo statt zwei oder drei übertragen.

So werden Embryonen, die beim ersten Versuch nicht übertragen werden, für die spätere Verwendung vitrifiziert, entweder weil der erste Transfer nicht erfolgreich war oder um in Zukunft ein zweites Kind bekommen zu können.

Um die Embryonen zu vitrifizieren, müssen sie eine gute oder mittelmäßige Qualität haben, damit das Überleben der Embryonen nach der Vitrifizierung gewährleistet werden kann.

Wenn Sie wissen wollen, wie heute Embryone eingefroren werden, lesen Sie unbedingt den folgenden Beitrag: Wie werden Embryone eingefroren?

Fragen die Nutzer stellten

Kann man mit langsamen Spermien eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion machen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Ja, das Wichtigste für eine ICSI ist, dass die Spermien lebendig sind. In asthenozoospermischen Samenproben mit eingeschränkter Spermienmobilität wird versucht, die Spermien auszuwählen, die sich so gerade wie möglich bewegen können und eine gute Morphologie aufweisen.

Wann wird nach einer ICSI eine PID gemacht?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die Präimplantationsdiagnostik oder PID besteht aus der genetischen Analyse einer Embryozelle, um zu wissen, ob sie eine genetische Veränderung aufweist. Diese Zellbiopsie wird normalerweise 3 Tage nach der ICSI durchgeführt, wenn der Embryo etwa 8 Zellen hat. Aber es ist auch möglich, eine PID mit Blastozysten durchzuführen und eine Biopsie aus mehreren Zellen seines Trofoektoderms zu machen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie hier klicken:

Was ist eine Präimplantationsdiagnostik?

Wann kann nach einer ICSI ein Schwangerschaftstest gemacht werden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Sowohl bei der IVF als auch bei der ICSI wird empfohlen, mindestens 14 Tage nach der Follikelpunktion einen Schwangerschaftstest durchzuführen. Somit ist das Risiko von falsch positiven oder falsch negativen Werten minimal. Am besten ist es jedoch, vor einem Urintest einen Beta-hCG-Test durchzuführen, um festzustellen, ob die Behandlung erfolgreich war, da der Beta-Test zuverlässiger ist.

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Wenn Sie an einer ICSI-Behandlung interessiert sind und weitere Informationen zu dieser Technik wünschen, besuchen Sie bitte den folgenden Artikel:

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Literaturverzeichnis

Zulategui, J; Cobo, A; Romero, J; Galán, A; Albert, C. y De los Santos, M.J. Inyección intracitoplasmática de espermatozoides (ICSI). En: Remohí, J; Cobo, A; Romero, J; De los Santos, M.J. y Pellicer, A. (2008). Manual práctico de esterilidad y reproducción humana. Madrid: McGraw-Hill.

Palermo, G; Cohen, J; Alikani, M; Adler, A. and Rosenwaks, Z. (1995). Development and implementation of intracytoplasmic sperm injection (ICSI), Reprod Fertil Dev, 7(2):211-7.

Fragen die Nutzer stellten: 'Kann man mit langsamen Spermien eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion machen?', 'Wann wird nach einer ICSI eine PID gemacht?' Und 'Wann kann nach einer ICSI ein Schwangerschaftstest gemacht werden?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Navarra. Promotion in Medizin und Chirurgie an der Universität Baskenlande/Euskal Herriko Unibertsitatea. Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe (MIR). Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung und ist ordentlicher Professor an der Universität Baskenland/Euskal Herriko Unibertsitatea. Er ist außerdem Professor für den Master menschlicher Fortplanzung an der Universität Madrid. Vizepräsident der spanischen Vereinigung für Fruchtbarkeit, SEF. Mehr über Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Zulassungsnummer: 484806591
 María de Las Heras Martínez
María de Las Heras Martínez
Klinische Embryologin
Abschluss in Biologie an der Universität Pompeu Fabra und Masterabschluss in Reproduktionsbiologie und Techniken der assistierten menschlichen Reproduktion an der Autonomen Universität Barcelona in Zusammenarbeit mit dem Instituto Universitario Dexeus. Master-Abschluss in Biomedizinischer Forschung an der Universität Baskenland. Verleihung des Titels klinische Embryologin durch die ESHRE. Mehr über María de Las Heras Martínez
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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