Drohende Fehlgeburt: Ursachen, Symptome und Behandlung

durch (gynäkologin), (embryologin), (gynäkologe) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 15/01/2020

Eine drohende Fehlgeburt, lat. Abortus imminens, ist ein Alarmsignal dafür, dass ein spontaner Abgang vor der 20. Schwangerschaftswoche eintreten kann. Häufiges Symptom in den ersten Schwangerschaftswochen sind in dieser Situation Scheidenblutungen. Bei Risikofällen ist es sehr wichtig, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit eines Schwangerschaftverlustes zu verringern.

Ursachen und Symptome

Spontane Fehlgeburten, also solche die auf natürliche Weise ohne jeglichen medizinischen Eingriff stattfinden, kommen relativ häufig vor. Tatsächlich sind bis zu 40% der Schwangerschaften betroffen und häufiger bei älteren Frauen zu finden.

Die Ursachen können sowohl fetal als auch mütterlich bedingt sein, obwohl in vielen Fällen der genaue Ursprung der Fehlgeburt nicht bekannt ist und auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen sein kann (multifaktoriell).

Es gibt mehrere Symptome bei schwangeren Frauen, die bedeuten können, dass das Risiko einer Fehlgeburt besteht. Da unterschiedliche Anzeichen oder Symptome auftreten, muss die Situation von einem Arzt bewertet werden, der schließlich feststellt, ob eine reelle Gefahr besteht, das Baby zu verlieren.

Folgende Symptome kommen dabei am häufigsten vor:

  • Scheidenblutungen: können mehr oder wenig stark auftreten und Blutpropfen enthalten. Etwa die Hälfte der Frauen mit diesem Symptom im ersten Schwangerschaftstrimester hat eine Fehlgeburt. Eine der häufigsten Ursachen für diese Blutungen sind intrauterine Hämatome (kleine Blutansammlungen in der Gebärmutterhöhle), die in den schwersten Fällen zu einer Ablösung der Plazenta führen können.
  • Bauchkrämpfe: Schmerzen oder starker Druck im Bauch ähnlich wie bei der Menstruation. Sie können mit oder ohne vaginale Blutungen auftreten.
  • Lendenschmerzen: schwere Stiche im unteren Rücken, im Lendenbereich.
  • Schwangerschaftssymptome: Schwangerschaftsbeschwerden können abnehmen oder sogar ganz verschwinden.

Diagnostik

Wenn eine Fehlgeburt droht, führt der Arzt zunächst einen vaginalen oder abdominalen Ultraschall durch, um die Menge der Blutungen, die Entwicklung des Babys und den Herzschlag des Babys zu überprüfen. Zusätzlich wird eine Beckenuntersuchung durchgeführt, um den Gebärmutterhals zu untersuchen.

Es können auch Bluttests durchgeführt werden, um:

  • den Beta-hCG-Spiegel für einige Tage oder Wochen zu überprüfen. Damit soll bestätigt werden, dass die Schwangerschaft anhält.
  • mithilfe eines großen Blutbildes (Hämogramm) herauszufinden, wie viel Blut verloren geht.
  • den Testosteronspiegel zu messen.
  • herauszufinden, ob eine Infektion vorliegt. Dazu werden die weißen Blutkörperchen gemessen.

Behandlung

Im Falle einer drohenden Fehlgeburt erklärt der Arzt der Patientin, was sie beachten sollte:

  • Auf Geschlechtsverkehr verzichten.
  • Je nach Schwere der Symptome absolute Ruhe einhalten.
  • Auf rohe oder unverarbeitete Fleisch- und Wurstwaren verzichten.
  • Nur vom Arzt verschriebene Medikamente einnehmen.

Der Patientin wird auch ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung empfohlen, um alle notwendigen Nährstoffe aufzunehmen, und auf Drogen,- Alkohol- und Tabakkonsum zu verzichten.

Jedoch sollte beachtet werden, dass eine drohende Fehlgeburt nicht bedeutet, dass diese tatsächlich eintreten wird. Deshalb ist es umso wichtiger, Ruhe zu bewahren. Die Betroffene sollte sich während dieser Zeit emotionale Unterstützung suchen und die Anweisungen des Arztes befolgen.

In einigen Fällen wird Progesteron als pharmakologische Behandlung zur Vorbeugung von Fehlgeburten verabreicht, obwohl dessen Einsatz in den letzten Jahren in Frage gestellt worden ist. Die Debatte ist darauf zurückzuführen, dass seine Wirksamkeit bei Spontanaborte nicht festgestellt werden konnte, wobei Progesteron durchaus weiterhin bei wiederholten Fehlgeburten empfohlen wird.

Fragen die Nutzer stellten

Erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt, wenn die Schwangerschaft mithilfe der assistierten Reproduktion erreicht wurde?

durch Dra. Carmen Ochoa Marieta (gynäkologin).

Nein. Das Risiko einer Fehlgeburt bei Reproduktionsbehandlungen ist vergleichbar mit dem in der Allgemeinbevölkerung.

Hat die Spermienqualität Einfluss auf das Fehlgeburtenrisiko?

durch Dr. Sergio Rogel Cayetano (gynäkologe).

Sicherlich können Anomalien in der Samen-DNA oder andere intrinsische Eigenschaften des Spermas das Risiko einer Fehlgeburt direkt beeinflussen. Diese Anomalien kommen häufiger bei Abweichungen des Spermiogramms vor, obwohl sie auch bei normalem Sperma vorhanden sein können.

So wäre es bei Patientinnen mit wiederholten Fehlgeburten ratsam, die DNA-Fragmentierung, den Prozentsatz apoptotischer Spermien und vielleicht eine Chromosomenanalyse der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) im Sperma zu untersuchen.

Wann ist die kritische Phase bei einer drohenden Fehlgeburt zu Ende?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Wie lange die Gefahr eines Schwangerschaftsabbruchs besteht, hängt von der jeweiligen Patientin ab, und es ist Sache des Geburtshelfers, das Risiko im Einzelfall abzuschätzen. Im Allgemeinen ist es wahrscheinlicher, dass sie im ersten Schwangerschaftstrimester auftritt, aber definitionsgemäß erstreckt sich ein drohender Schwangerschaftsabbruch in der Regel bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche.

Wie länge hält die Blutung an?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Die Blutung kann von Patientin zu Patientin unterschiedlich sein: es gibt keine bestimmte Dauer, die auf ein erhöhtes Risiko einer bevorstehenden Fehlgeburt hinweist. Je nach Merkmal und Dauer ist das Abbruchsrisiko wahrscheinlicher oder geringer. Beispiel: Je stärker die Blutung, desto höher das Risiko, dass es sich eine bevorstehende Fehlgeburt handelt.

Kann ich mich bei einer drohenden Fehlgeburt krankschreiben lassen?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Ja. Die Dauer der Krankschreibung hängt jedoch vom jeweiligen Risiko der Patientin ab. Die Krankschreibung kann je nach klinischen Symptomen und beruflicher Tätigkeit variieren. Daher sollte der Gynäkologe selbst jeden Fall einzeln untersuchen, bevor eine Entscheidung gefällt wird.

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Fragen die Nutzer stellten: 'Erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt, wenn die Schwangerschaft mithilfe der assistierten Reproduktion erreicht wurde?', 'Hat die Spermienqualität Einfluss auf das Fehlgeburtenrisiko?', 'Wann ist die kritische Phase bei einer drohenden Fehlgeburt zu Ende?', 'Wie länge hält die Blutung an?' Und 'Kann ich mich bei einer drohenden Fehlgeburt krankschreiben lassen?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Carmen Ochoa Marieta
Dra. Carmen Ochoa Marieta
Gynäkologin
Medizinstudium an der Universität Baskenland, Promotion in Medizin und Chirurgie an der Universität Murcia. Derzeit leitet sie die Abteilung für assistierte Reproduktion im Reproduktionszentrum CER SANTANDER in Santander und die Abteilung für medizinische Diagnostik der Reproduktinsmedizin in Bilbao. Mehr über Dra. Carmen Ochoa Marieta
Zulassungsnummer: 484805626
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Dr. Sergio  Rogel Cayetano
Dr. Sergio Rogel Cayetano
Gynäkologe
Medizinstudium an der Miguel-Hernández-Universität in Alicante mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe am Hospital General de Alicante. Dr. Sergio Rogel vertiefte seine Erfahrungen in der assistierten Reproduktion während seiner Arbeit in verschiedenen Kliniken in Alicante und Murcia, bis er 2011 in das Ärzteteam der IVF Spain aufgenommen wurde. Mehr über Dr. Sergio Rogel Cayetano
Zulassungsnummer: 03-0309100
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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