Tubare Sterilität: Ursachen und Behandlung

durch (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 20/06/2019

Die Eileiter sind Strukturen des weiblichen Fortpflanzungssystems, die die Eierstöcke mit der Gebärmutter verbinden. Ihre Funktion besteht darin, die vom Eierstock freigesetzte Eizelle aufzunehmen, die Zusammenkunft mit den Spermien und die Befruchtung zu ermöglichen und schließlich den Embryo in die Gebärmutter weiterzuleiten.

Daher ist jede Verletzung oder Verklebung der Eileiter, die ihre Funktion beeinträchtigt, eine Ursache für die Sterilität der Frau.

Heute ist die In-vitro-Fertilisation (IVF) die Behandlung der Wahl für Frauen die an Erkrankungen der Eileiter leiden, da die IVF keine Durchlässigkeit der Eileiter erfordert, um erfolgreich zu sein.

Ursachen

Störungen in den Eileitern sind bei 30-40% der Patientinnen mit Fruchtbarkeitsproblemen ein Hindernis für die Schwangerschaft.

Wie bereits erwähnt, müssen Eileiter durchlässig und bewegungsfähig sein, um ihre Funktion zu erfüllen.

Manchmal hat eine Frau nur eine einseitige Beeinträchtigung in den Eileitern, d.h. eine der Eileiter ist betroffen und die andere ist gesund. In diesem Fall ist eine natürliche Schwangerschaft möglich, obwohl die Chance um die Hälfte sinkt.

Wenn die Störung beidseitig ist, sind beide Eileiter beschädigt und eine Schwangerschaft ist daher nicht möglich.

Als nächstes gehen wir auf die Ursachen dieser Eileitererkrankungen ein.

Beckeninfektion

Die Beckeninfektion ist mit 80% der Fälle die häufigste Ursache für Eileiterverletzungen.

Die für die meisten Infektionen im weiblichen Fortpflanzungssystem verantwortlichen Mikroorganismen sind Chlamydia Trachomatis (Chlamydien) und Neisseria Gonorrhoae (Gonorrhö), die für sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) verantwortlich sind.

Es ist sehr wichtig, dass Frauen täglich für ihre Intimhygiene sorgen und beim ungeschützten Sex vorsichtig sind, um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden.

Andere Ursachen, die eine Beckeninfektion verursachen können, sind Kürettage nach einer Abtreibung, Wochenbett-Sepsis oder das Einsetzen eines Kupferspirale.

Wenn Mikroorganismeninfektionen nicht richtig behandelt werden, können sie die Zellen des Gebärmutterhalses befallen und sich auf die Eierstöcke, Eileiter oder die Gebärmutter ausbreiten, was zu einer Entzündung des Beckens und Unfruchtbarkeit führt.

Beckenchirurgie

Operationen am Becken und seine Narben können Verwachsungen im Bauchgewebe verursachen, die die Aktivität der Eileiter einschränken.

Einige Beispiele für Operationen, die zu Komplikationen führen können, sind folgende:

  • Blinddarmoperation
  • Entfernung von Eierstockzysten
  • Entfernung von Myomen
  • Operation bei Endometriose
  • Chirurgie zur Behandlung von Gebärmutterfehlbildungen

Beckenverwachsungen sind eine Ansammlung von Narbengewebe, die sich zwischen den Organen des Beckens (Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Blase und Darm) bilden und dazu führen können, dass sie miteinander verwachsen und ihre Funktion verlieren.

Endometriose

Die Endometriose ist eine invasive Krankheit, bei der endometriales Gewebe die Gebärmutter verlässt und an anderen Stellen implantiert wird.

Daher ist die Endometriose eine weitere Erkrankung, die zu Verwachsungen im Becken führen kann, die die Eileiter schädigen oder blockieren.

Das endometriale Gewebe kann sich zwischen den Eierstöcken und den Eileitern ablagern weshalb es schwierig ist, dass die Eiellen von den äußersten Teil der Eileiter, den Fimbrien, aufgenommen werden.

Wenn Sie mehr über diese Erkrankung erfahren möchten, die Frauen im gebärfähigen Alter betrifft, können Sie folgenden Beitrag lesen: Was ist Endometriose?

Hydrosalpinx

Hydrosalpinx ist eine Veränderung der Eileiter, die durch die Ansammlung von Flüssigkeit in ihrem Inneren gekennzeichnet ist. Dadurch dehnt sich die Eileiter aus und verdichtet sich.

Die häufigste Ursache für Hydrosalpinx ist in der Regel eine frühere Infektion. Es ist sehr wichtig, Hydrosalpinx vor der Schwangerschaft zu behandeln und zu entfernen, da die angesammelte Flüssigkeit nicht nur eine Verklebung oder Verdichtung der Eileiter verursacht, sondern auch für Embryonen giftig ist.

Sonstiges

Es gibt noch andere Probleme mit den Eileitern, die ihre Funktion beeinträchtigen können. Diese werden im Folgenden erläutert:

  • Angeborene Fehlbildungen der Eileiter
  • Lähmung der Ziliarbewegung
  • Eileiterschwangerschaft mit anschließender Entfernung der Eileiter (Salpingektomie)
  • Sterilisation

Jede Veränderung der Eileiter, die ihre Durchlässigkeit und Bewegungsfreiheit verhindert, ist eine Ursache für die durch Eileiter verursachte Unfruchtbarkeit.

Diagnose

In den meisten Fällen verursachen Probleme in den Eileitern keine wahrnehmbaren Symptome. Daher wird eine Eileitererkrankung erst dann diagnostiziert, wenn das Paar seit einiger Zeit nicht schwanger wird und zu Fruchtbarkeitstests übergeht.

Störungen in den Eileitern können durch folgende diagnostische Tests nachgewiesen werden:

Hysterosalpingographie (HSG)
ist der wichtigste Test zur Überprüfung der Durchlässigkeit von Eileitern. Sie besteht darin, einen Kontrastfarbstoff durch den Gebärmutterhals zu injizieren, um seinen Verlauf in Richtung der Röhren bei der Aufnahme von Röntgenaufnahmen zu beobachten. Bei Verklebungen würde der Kontrastfarbstoff gestoppt und zu einer Dehnung der Eileiter führen.
Hysterosalpingosonographie (HSSG)
ist eine verbesserte Version der bisherigen HSG. Hier wird eine Kochsalzlösung oder ein Schaumgel anstelle des Kontrastfarbstoffs durch den Gebärmutterhals injiziert. Darüber hinaus wird die Verwendung von Röntgenstrahlen durch einen routinemäßigen transvaginalen Ultraschall ersetzt. Für eine HSSG kann das ExEm Foam Kit verwendet werden.

Laparoskopie
ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem zwei kleine Schnitte unter dem Nabel gemacht werden und eine Kamera eingeführt wird, die es ermöglicht, die Röhren aus der Bauchhöhle heraus zu beobachten, sowie ihr Verhältnis zu den übrigen Strukturen des Fortpflanzungssystems. Dies geschieht in der Regel bei Verdacht auf Endometriose oder anderen Verklebungen die gleichzeitig entfernt werden können.

Behandlung

Bakterielle Infektionen wie Chlamydia sollten mit Antibiotika wie Azithromycin und Doxycyclin behandelt werden. Wenn die Eileiter jedoch bereits beschädigt sind, können die Medikamente diesen Zustand nicht mehr beheben.

Was die Anwendung der Chirurgie zur Reparatur der Eileiter betrifft, so ist dies je nach Ursache der Eileiterverklebung und deren Schwere möglich. Die Endometriose wird in der Regel laparoskopisch operiert.

Dennoch ist es aufgrund seiner Komplexität recht schwierig, die Fruchtbarkeit nach einer Eileiteroperation wiederherzustellen. Aus diesem Grund empfehlen Spezialisten die assistierte Reproduktion, damit Frauen mit verklebten Eileitern zu Müttern werden können.

Konkret ist die Behandlung, bei der keine Funktion der Eileiter erforderlich ist, die In-Vitro-Fertilisation.

Wie Dr. Miguel Dolz uns erzählt:

Vor einigen Jahren war das Problem der Eileiterverklebung eine wichtige Indikation für eine IVF.

In diesem Fall erfolgt die Befruchtung nicht im Eileiter, sondern im Labor. Zuerst werden die Eizellen der Frau mit einer Follikelpunktion gewonnen und dann mit dem Sperma des Mannes in Verbindung gebracht, um das Hindernis in den Eileitern zu umgehen. Die aus der IVF resultierenden Embryonen können dann in die Gebärmutter der Mutter übertragen und/oder für zukünftige Versuche kryokonserviert werden.

Ausführliche Informationen zur IVF-Behandlung finden Sie im folgenden Artikel: Was ist eine IVF und wie hoch sind die Kosten?

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Fragen die Nutzer stellten

Was ist die beste Lösung für eine Schwangerschaft bei abgebundenen Eileitern?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Für Frauen ohne Eileiterfunktion, die schwanger werden möchte, eignet sich die IVF-Behandlung am besten. Diese ist normalerweise die Methode der Wahl bei Frauen, die eine Eileiterunterbindung durchführen lassen haben und sich ein kind wünschen.

Darüber hinaus hat die IVF den Vorteil, dass sie auch dann Erfolgsgarantien bietet, wenn der Samen des Mannes nicht von guter Qualität ist.

Welche Symptome treten bei verstopften Eileitern auf?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Eileiterverstopfungen weisen in der Regel keine Symptome als solche auf. Es ist jedoch möglich, dass sich eine Frau unwohl fühlt, wenn die Ursache der Verstopfung auf Endometriose oder Infektion zurückzuführen ist. Einige dieser Beschwerden sind folgende:

  • unnormaler Vaginalausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Blutungen zwischen den Perioden
  • Schmerzhafte Menstruation

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Fragen die Nutzer stellten: 'Was ist die beste Lösung für eine Schwangerschaft bei abgebundenen Eileitern?' Und 'Welche Symptome treten bei verstopften Eileitern auf?'.

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Autor

 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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