Wie und wann nistet sich der Embryo in die Gebärmutter ein?

durch (gynäkologe), (embryologin), (leitende klinische embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 20/11/2020

Die Embryoeinnistung beginnt ungefähr 7 Tage nach der Befruchtung und ist der Prozess, bei der sich der Embryo an die Gebärmutterschleimhaut heftet und eine Schwangerschaft herbeiführt.

Im Anschluss beginnt die Entwicklung des Embryos und der Strukturen mit welchen der Embryo ernährt wird: der Dottersack und die Plazenta.

Darüberhinaus beginnt auch die Synthese des Hormons Beta-hCG, und die Frau spürt die ersten Symptome einer Schwangerschaft.

Einnistungsbedingungen

Die Einnistung des Embryos findet nicht in allen Menstruationszyklen statt, auch wenn während der fruchtbaren Tage ungeschützter Geschlechtsverkehr durchgeführt wird. Es ist notwendig, die richtige Gebärmutterumgebung zu schaffen, in der das Endometrium und der Embryo interagieren können.

Daher ist die Einnistung auch in assistierten Reproduktionszyklen nicht 100% sicher, selbst wenn die Befruchtung im Labor stattgefunden hat und Embryonen guter Qualität übertragen werden.

Im nächsten Abschnitt erläutern wir die wichtigsten Faktoren damit die Embryoeinnistung und folglich auch die Schwangerschaft stattfinden kann.

Embryo-bezogene Faktoren

Damit ein Embryo sich an die Gebärmutterschleimhaut anheften kann, muss er sich im Blastozystenstadium befinden. In diesem Stadium seiner Entwicklung hat es etwa 200-400 Zellen und besteht aus zwei gut differenzierten Teilen:

Interne Zellmasse
daraus entsteht letztendlich der Embryo.
Trofoectoderm
sind die äußersten Zellen, die die Plazenta und andere embryonale Fortsätze bilden werden.

Darüberhinaus muss sich die Blastozyste vor der Einnistung auch von ihrer Zona pellucida, der äußeren Schicht, die sie umgibt, gelöst und ihren maximalen Ausdehnungsgrad erreicht haben: die geschlüpfte Blastozyste.

Ein weiterer sehr wichtiger Faktor, der darüber entscheidet, ob eine Einnistung stattfindet, ist die Embryoqualität, die nur bei Patienten, die sich einer In-vitro-Fertilisationsbehandlung (IVF) unterziehen, beurteilt werden kann.

Andererseits muss in Zyklen, in denen die Befruchtung auf natürliche Weise in den Eileitern stattfindet, auch der korrekte Transport des Embryos vom Eileiter zur Gebärmutter erfolgen.

Endometrium-bezogene Faktoren

Das Endometrium ist die innerste Schicht der Gebärmutter, die mit jedem Menstruationszyklus erneuert wird, um den Embryo während der Schwangerschaft aufzunehmen. Aus diesem Grund wird die Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden wenn es zu keiner Einnistung gekommen ist und äußert sich in Form der monatlichen Regelblutung.

Während des gesamten Menstruationszyklus verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut allmählich und verändert sich dank der Wirkung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Damit sich ein Embryo einnisten kann, muss die Gebärmutterschleimhaut aufnahmefähig sein. Dies wird erreicht, wenn die Dicke des Endometriums zwischen 7-10 mm liegt und es trilaminiert aussieht.

Darüber hinaus müssen auch bestimmte Moleküle in der Gebärmutter exprimiert werden, wie Zytokine, Integrine, Adhäsionsmoleküle und Wachstumsfaktoren, die für die Vermittlung eines engen Dialogs mit dem Embryo verantwortlich sind.

Wann findet die Einnistung statt?

Wie wir bereits gesagt haben, findet die Einnistung des Embryos nur dann statt, wenn die Gebärmutterschleimhaut aufnahmefähig ist. Die Gebärmutterschleimhaut ist während des sogenanntem Einnistungsfensterempfänglich, das ungefähr 4 Tage dauert.

Bei den meisten Frauen liegt das Einnistungsfenster zwischen Tag 20 und Tag 24 des Menstruationszyklus. Zu diesem Zeitpunkt, wenn die Befruchtung stattgefunden hat, ist die Blastozyste etwa 6 oder 7 Tage alt und bereit für die Implantation.

Es gibt jedoch Frauen mit einem verschobenen Einnistungsfehler, was zu Einnistungsversagen und Sterilität führen kann.

Kurz gesagt erfolgt die Einnistung zu einem bestimmten Zeitpunkt im Menstruationszyklus, wenn die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss von Hormonen von einem nicht-rezeptiven in einen rezeptiven Zustand übergeht und eine Synchronität zwischen Embryo und Gebärmutterschleimhaut besteht.

Phasen der Einnistung

Sobald der Dialog zwischen dem Embryo und der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut hergestellt ist, findet die Einnistung oder Einnistung des Embryos statt, normalerweise im mittleren Drittel der Gebärmutterrückseite.

Im Folgenden beschreiben wir jede einzelne Phase die in einer Einnistung stattfindet.

Schlupf und Vorkontakt

Ungefähr im 5. und 6. Entwicklungstag beginnt der Embryo zu schlüpfen, bis er seine durchsichtige Zone, die äußere Proteinmembran, die ihn in den ersten Tagen nach der Befruchtung schützt, verliert.

Mit zunehmender Größe des Embryos wird die Zona pellucida dünner, bis sie schließlich aufbricht. Schließlich schafft es der Embryo, ihn durch eine Reihe von Kontraktionen zu verlassen und beginnt, mit der Gebärmutterschleimhaut zu interagieren.

Bei Patientinnen, die sich einer IVF-Behandlung unterziehen, ist es möglich, bereits geschlüpfte Blastozysten in die Gebärmutter zu übertragen, entweder weil das Schlüpfen in Kultur stattgefunden hat oder weil Assisted Hatching durchgeführt wurde.

Das Assisted Hatching kann sogar die Embryoeinnistung erleichtern. Hier lesen Sie mehr darüber: Assisted Hatching vor einem Embryotransfer.

Annährung (Apposition)

Während dieser Phase sucht sich der Embryo seine Position auf dem Endometriumgewebe und bleibt unbeweglich, während er sich orientiert, so dass seine innere Zellmasse in Richtung Endometrium zeigt, um später die korrekte Bildung der Plazenta zu ermöglichen.

Hier spielen die sogenannten Pinopoden eine große Rolle: zytoplasmatische Projektoinen von endometrialen Epithelzellen, die der Blastozyste den Kontakt erleichtern.

Es ist erwiesen, dass diese Pinopoden klare morphologische Marker der endometrialen Empfänglichkeit sind und nur während des Einnistungsfenster erscheinen und um den 24. Zyklustag wieder verschwinden.

Anheften (Adhäsion)

Das Trophoektoderm der Blastozyste haftet am Endometrialepithel und wird durch die Wirkung von Adhäsionsmolekülen gebunden: Integrine β1, β3 und β4, L-Selektine, Proteoglykane, Fibronektine usw.

Dies geschieht etwa 7 Tage nach der Befruchtung, wenn die Blastozyste bereits einen Durchmesser von 300-400 µm hat.

Invasion

Die Blastozyste, genauer gesagt der Trophoblast oder das embryonale Trophoektoderm, wuchert in die Gebärmutterschleimhaut, verdrängt die Epithelzellen und dringt schließlich in das Stroma der Gebärmutterschleimhaut ein, wo sie mit dem Blut der Mutter in Kontakt kommt.

Dieser gesamte Invasionsmechanismus wird durch Zytokine gesteuert, Moleküle, die als Vermittler der Einnistung fungieren und einen Dialog zwischen dem Embryo und dem Endometrium ermöglichen.

Als Reaktion auf diesen Dialog wird die Blastozyste aktiviert und die Differenzierung des Trophoblasten in zytotrophag und synthotrophag eingeleitet.

Genauer gesagt ist es der Synthotrophoblast, der die invasive Fähigkeit erwirbt. Es synthetisiert proteolytische Enzyme wie Serinproteasen, Metalloproteasen und Kollagenasen, die die Basalmembran des Endometrialepithels aufbrechen und den vollständigen Eintritt der Blastozyste ermöglichen.

Diese Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut beim Eindringen des Syntystrophilus ist die Ursache für die leichten vaginalen Blutungen, unter denen einige Frauen leiden und die mit einer anormalen Menstruation verwechselt werden können. Es handelt sich um die bekannte Einnistungsblutung.

Obwohl es auf den ersten Blick einfach erscheinen mag, wenn sich eine Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut der Mutter einnistet, ist dieser Prozess sehr komplex und noch nicht vollständig verstanden.

Fragen die Nutzer stellten

Wie wichtig sind Zytokine im Prozess der Embryoimplantation?

durch Dr. Manuel Muñoz (gynäkologe).

Zytokine sind Proteine, die die Interaktionen zwischen verschiedenen Zellen im Körper regulieren und somit zum "Dialog" zwischen ihnen beitragen. Es ist logisch zu denken, dass diese Interaktion oder dieser Dialog zwischen der Gebärmutterschleimhaut und dem Embryo unter anderem durch diesen Satz von Proteinen, Zytokine genannt, moduliert wird. Ihre Funktion ist von zentraler Bedeutung, und jeden Tag wird ein wenig besser verstanden, welche Rolle sie spielen und was ihre wirkliche Bedeutung ist.

Was ist der Unterschied zwischen Befruchtung und Einnistung?

durch Sara Salgado (embryologin).

Die Befruchtung ist die Verbindung zwischen der Eizelle und dem Spermium, um ein neues Wesen zu schaffen: den Embryo, der sich während der gesamten Schwangerschaft entwickeln wird. Die Einnistung hingegen ist der Vorgang, durch den der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut (die Schicht, die die Gebärmutter von innen bedeckt) eindringt, um die Plazenta zu bilden und sich so während der Schwangerschaft ernähren und wachsen zu können.

Spürt man Schmerzen bei der Embryoeinnistung?

durch Sara Salgado (embryologin).

Es kann sein, dass Sie leichte Beschwerden wie bei der Menstruation bemerken, aber es gibt keine nennenswerten Schmerzen. Normalerweise bemerkt die Frau nichts und merkt erst dann, dass die Einnistung stattgefunden hat, wenn sie einen Schwangerschaftstest macht und dieser positiv ist.

Kann sich der Embryo außerhalb der Gebärmutter einnisten?

durch Sara Salgado (embryologin).

Ja, ein Embryo kann sich auch außerhalb der Gebärmutter einnisten. Dieses Phänomen ist als Extrauteringravidät oder ektopische Schwangerschaft bekannt und kann in den Eileitern oder in der Bauchhöhle stattfinden.

Es ist auch möglich, dass sich der Embryo zwar korrekt in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, aber seine Entwicklung nicht fortsetzen kann, d.h. zu einer nicht-evolutionären Schwangerschaft führt. Dies kann auftreten, weil es im Embryo eine gewisse Veränderung gibt, entweder in seiner Entwicklung oder in seinen Genen.

Ein Beispiel für eine nicht-evolutionäre Schwangerschaft ist die biochemische Schwangerschaft, bei der der Schwangerschaftssack gebildet wird, aber kein Fötus im Inneren ist. Bei dieser Art der Schwangerschaft kommt es zu einer Fehlgeburt, in der Regel sehr früh.

Treten bei einer Embryoeinnistung Symptome auf?

durch Sara Salgado (embryologin).

Um herauszufinden, ob eine Einnistung stattgefunden hat, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Dazu ist es nöitg, entweder 14 Tage nach dem Eisprung zu warten oder einen Test durchzuführen, sobald die Regelblutung ausbleibt. Nur so ist ein zuverlässiges Ergebnis möglich.

Bei manchen Frauen treten Schwangerschaftssymptome wie Einnistungsblutungen auf.

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Literaturverzeichnis

Norberto López Serna. Biología del desarrollo. Cuaderno de trabajo. Capítulo 9: Implantación. McGraw-Hill 2012; ISBN: 978-607-15-0657-3

Mardon H, Grewal S, Mills K. Experimental models for investigating implantation of the human embryo. Semin Reprod Med 2007; 25:410 – 417.

Borini A, Lagalla C, Cattoli M, Sereni E, Sciajno R, Flamigni C, Coticchio G: Predictive factors for embryo implantation potential. Reprod Biomed Online 2005, 10:653–668.

Fragen die Nutzer stellten: 'Wie wichtig sind Zytokine im Prozess der Embryoimplantation?', 'Was ist der Unterschied zwischen Befruchtung und Einnistung?', 'Spürt man Schmerzen bei der Embryoeinnistung?', 'Kann sich der Embryo außerhalb der Gebärmutter einnisten?' Und 'Treten bei einer Embryoeinnistung Symptome auf?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Manuel Muñoz
Dr. Manuel Muñoz
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität von Alicante im Jahr 1992. Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie und Doktor der Medizin an der Universität Valencia (2012). Subspezialisierung in der Reproduktionsmedizin am IVI Valencia. Stufe III Ultraschall SESEGO. Direktor von IVI Alicante und IVI Elche. Mehr über Dr. Manuel Muñoz
Zulassungsnummer: 3005457
 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
Dra. Silvia Jiménez Bravo
Dra. Silvia Jiménez Bravo
Leitende klinische Embryologin
Abschluss und Doktorarbeit in Biologie an der Universität Complutense Madrid (UCM). Zulassung in der klinischen Embryologie erteilt von der ASEBIR (Asociación para el Estudio de la Biología de la Reproducción). Direktorin des Labors für Embryologie bei Reprofiv. Mehr über Dra. Silvia Jiménez Bravo
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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