Unfruchtbarkeit durch Störungen im Hormonhaushalt

durch (embryologin), (gynäkologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 28/06/2019

Hormonelle Veränderungen bei Frauen sind eine der Hauptursachen für die weibliche Sterilität.

Diese sind für eine hormonell verursachte Infertilität oder eine durch Eierstockerkrankungen verursachte Infertilität verantwortlich, denn es werden letztendlich immer die Funktionsweise der Eierstöcke der Frau beeeinträchtigt.

Im Allgemeinen sind bei dieser Art von Sterilität Störungen in der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse vorhanden, welche für ein hormonelles Ungleichgewicht und damit eine Veränderung des Menstruationszyklus sorgen.

Die Anovulation (Ausbleibender Eisprung)

Bei der Anovulation bleibt der Eisprung (Ausstoß der reifen Eizelle aus dem Eierstock) in einem Menstruationszyklus aus, so dass es es zu keiner Vereinigung zwischen Eizelle und Sperma im Eileiter kommt und deshalb auch keine Befruchtung stattfindet.

Anovulatorische Zyklen können mit einer Vielzahl von Menstruationsstörungen verbunden sein und es können zwei Arten von Zyklen auftreten:

Sporadische anovulatorische Zyklen
die überwiegende Mehrheit der Frauen hatte bereits in einer bestimmten Phase in ihrem Leben einen ausbleibenden Eisprung aufgrund von Stress, Anspannung, Mangelernährung, etc. Im Prinzip ist diese Form der Anovulation weder beunruhigend noch ernst, da die Ovulationszyklen wiederhergestellt werden.
Chronisch anovulatorische Zyklen
Bei diesen Frauen bleibt der Eisprung lange Zeit aus, wodurch es zur Sterilität kommt. Ohne Eisprung kann sich die Eizelle nicht mit dem Sperma vereinigen, einen Embryo bilden und zu einer Schwangerschaft führen.

Eine verlängerte oder chronische Anovulation kann durch mehrere Faktoren verursacht werden, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

Gruppe I
hypothalamus und Hypophysendysfunktion. Dazu gehören Störungen wie hypogonadotroper Hypogonadismus, Kallman-Syndrom, etc.
Gruppe II
veränderung der hormonellen Ausscheidung durch die Hypothalamus-Hypophyseachse. Dazu gehören unter anderem das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) und die Hyperprolaktinämie.
Gruppe III
primäre und sekundäre Eierstockinsuffizienz, auch bekannt als frühe Menopause.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

PCOS ist die häufigste hormonelle Störung bei unfruchtbaren Frauen.

Bei den Betroffenen sind die Eierstöcke voller Zysten, bei denen es sich eigentlich um Eierstockfollikel handelt die sich nicht weiterentwickeln, sodass kein Eisprung stattfindet.

Darüber hinaus ändert sich auch der Gehalt an Östrogenen und Androgenen, so dass diese Frauen Anzeichen von Maskulinisierung, Amenorrhö, Insulinresistenz, Fettleibigkeit usw. aufweisen.

Wenn Sie mehr über die Krankheit wissen wollen, lesen Sie hier weiter: Was ist das PCO-Syndrom?

Hyperprolaktinämie

Hyperprolaktinämie ist die übermäßige Produktion des Hormons Prolaktin, das von der Hypophyse ausgeschieden wird und die Funktion hat, die Produktion von Muttermilch nach der Geburt anzuregen.

Zu viel Prolaktin hemmt die Funktion des Hypothalamus, so dass die menstruationszyklusregulierenden Hormone nicht ausgeschieden werden und bei der Betroffenen kein Eisprung stattfindet.

Prämature Ovarialinsuffizienz

Die prämature oder vorzeitige Ovarialinsuffizienz bezieht sich auf den Verlust der Eierstockfunktion bei Frauen im frühen Alter, d.h. vor dem Durchschnittsalter der Menopause, das in der Regel zwischen 45 und 55 Jahren liegt.

Konkret wird von vorzeitiger ovarieller Insuffizienz gesprochen, wenn eine Frau unter 40 Jahren Amenorrhö, sehr niedrige Östrogenspiegel und Gonadotropinspiegel über 40 mIU/mL aufweist.

Während des gesamten Fortpflanzungslebens einer Frau verschlechtern sich die Eierstöcke allmählich, aber bei einigen Frauen hören sie früher als erwartet auf zu funktionieren, so dass sie nicht in der Lage sein werden, auf natürliche Weise schwanger zu werden.

Versteckte Ovarialinsuffizienz

Dieser Begriff wird heute verwendet, um sich auf das versteckte Eierstockversagen zu beziehen- eine Veränderung, die durch eine Verschlechterung der Eierstockfunktion bei Frauen unter 40 Jahren entsteht, aber keine Symptome der Menopause auftreten.

Mit anderen Worten bemerken diese Frauen keine Veränderung in ihr Menstruationszyklus und haben regelmäßige Regelblutungen, so dass die Ovarialinsuffizienz nur über weibliche Sexualhormone im Blut diagnostiziert werden kann.

Probleme mit der Lutealphase

Die Lutealphase ist die zweite Phase des Menstruationszyklus, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat und der Eierstockfollikel zu einem Gelbkörper wird, der Progesteron ausscheidet.

In Bezug auf diese Phase können zwei Situationen stattfinden, die zu Sterilität führen:

Luteale Insuffizienz
die Eierstöcke scheiden nicht genügend Progesteron für die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut aus, so dass der Embryo sich nicht einnisten kann.
Luteinisierter Unrupturierter Follikel-Syndrom (LUF-Syndrom)
tritt auf, wenn der Follikel seine Entwicklung zur Bildung des Gelbkörpers fortsetzt, aber ohne die Eizelle freigesetzt zu haben, d.h. der Gelbkörper wird gebildet, ohne vorher den Eisprung erzeugt zu haben.

Wie schwanger werden?

Frauen, die schwanger werden wollen und dies aufgrund einer dieser Veränderungen nicht können, müssen sich an den Gynäkologen und/oder Endokrinologen wenden, um alle notwendigen diagnostischen Untersuchungen durchzuführen.

Sobald die genaue Ursache bekannt ist, kann der Spezialist eine der folgenden Behandlungen an der Patientin durchführen lassen:

Kurz gesagt geht es darum die richtige Behandlung zu finden, um das Gleichgewicht der Sexualhormone wiederherzustellen, die während des gesamten Eierstockzyklus der Frau mitwirken. Ist dies nicht möglich, muss das Paar zu einer komplexeren Kinderwunschbehandlungen wie den oben genannten übergehen.

Bei der Assistierten Reproduktion - wie bei jeder anderen Behandlung auch - ist es wichtig, dass Sie Ihrem zuständigen Arzt und der Klinik vertrauen, denn jede ist unterschiedlich.

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Fragen die Nutzer stellten

Sind prämature Ovariallinsuffizienz und vorzeitige Wechseljahre dasselbe?

durch Dra. Marita Espejo Catena (gynäkologin).

Von Menopause wird gesprochen, wenn die Menstruation seit mindestens ein Jahr ausbleibt. Sie beginnt meistens im Alter von etwa 51-52 Jahren. Wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt, spricht man von einer frühen Menopause.

Auch wenn die Menopause die letzte Begleiterscheinung einer Ovarialinsuffizienz ist und man somit früher oder später damit rechnen muss, kann jedoch folgendes Paradoxon auftreten: Es liegt ein Eierstockversagen vor aber es finden trotzdem regelmäßige Regelblutungen statt. So was nennt sich verstecktes Eierstockversagen.
Auch wenn sie in Verbindung zueinander stehen, dürfen beide Konzepte nicht verwechselt werden, da die Menopause sehr genau definiert wird.

Welche Symptome treten bei hormonellbedingter Unfruchtbarkeit auf?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Folgende Symptome tauchen bei hormoneller Störung bei Frauen auf:

  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen
  • Ausbleibende Menstruatoin
  • Akne
  • Hirsutimus
  • Stimmungsschwankungen

Die Symptome sind jedoch von Frau zu Frau verschieden und müssen nicht immer auftreten.

Ist Ovarialinsuffizienz heilbar?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Nein. Bei Frauen mit Ovarialinsuffizienz ist es fast unmöglich, eine normale Funktion der Eierstöcke wiederherzustellen.

In einigen Fällen ist der Eierstock jedoch vorübergehend aktiv, so dass es bei den Betroffenen zu einem spontanen Eiersprung kommen kann und diese sogar schwanger werden können.

Für Sie empfohlen

Eine niedrige Eierstockreserve ist eine weitere Ursache für die weibliche Sterilität im Zusammenhang mit den Eierstöcken einer Frau. Wenn Sie nähere Informationen dazu wünschen, können Sie hier mehr lesen: Die Eizellenreserve und ihr Zusammenhang mit der Unfruchtbarkeit.

Wenn Sie mehr über die weibliche Unfruchtbarkeit, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungen erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den folgenden Artikel: Was ist der Grund für Unfruchtbarkeit bei Frauen?

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Literaturverzeichnis

Goswami D, Conway GS. Premature ovarian failure. Hum Reprod Update. 2005 Jul-Aug;11(4):391-410.

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Laven JS. Primary Ovarian Insufficiency. Semin Reprod Med. 2016 Jul;34(4):230-4.

Vilaclara Mir J. Endocrine and metabolic aspects of female sterility. Rev Clin Esp. 1954 Nov 30;55(4):242-5.

Fragen die Nutzer stellten: 'Sind prämature Ovariallinsuffizienz und vorzeitige Wechseljahre dasselbe?', 'Welche Symptome treten bei hormonellbedingter Unfruchtbarkeit auf?' Und 'Ist Ovarialinsuffizienz heilbar?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dra. Marita Espejo Catena
Dra. Marita Espejo Catena
Gynäkologin
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Valencia im Jahr 1992. Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Doktor der Medizin an der Universität Valencia im Jahr 2000. Master in Assistierter Menschlicher Reproduktion an der Rey Juan Carlos Universität und IVI im Jahr 2008. Derzeit ist sie Direktorin am FIVIR Institut. Mehr über Dra. Marita Espejo Catena
Zulassungsnummer: 464616497
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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