Welche Faktoren haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit?

durch (embryologin), (leitende embryologin), (gynäkologe) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 12/09/2018

Fruchtbarkeit ist die Fähigkeit zur Fortpflanzung oder Arterhaltung. Beim Menschen unterscheiden sich die Fruchtbarkeit von Mann und Frau an einigen Stellen. Einer davon ist der Alterseinfluss, da das fruchtbare Stadium einer Frau mit dem Alter begrenzt ist. Neben der Zeit gibt es weitere Faktoren, die die Schwangerschaft beeinflussen können, wie z.B. Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus, Veränderungen in der Funktion der Eierstöcke oder Störungen in der Spermienproduktion.

Welche Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit?

Beim Menschen gibt es viele Faktoren, die die Fähigkeit zur Fortpflanzung bei Männern und Frauen bestimmen. Die wichtigsten darunter sind:

  • Das fruchtbare Alter.
  • Die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr.
  • Die Gesundheit beider Elternteile.
  • Die Qualität des Samens.
  • Die Qualität der Eizellen
  • Die Fähigkeit zur Schwangerschaft einer Frau.

Fruchtbarkeit bei Männern

Die männliche Fruchtbarkeit hängt direkt von der Spermienproduktion, der Qualität derselbiger und der Fähigkeit ab, ausgeschieden zu werden.

Männer werden mit unreifen männlichen Organen geboren, und mit dem Aufkommen der Pubertät werden hormonelle Veränderungen erzeugt, die es ermöglichen, Spermien im Hoden zu bilden.

In den sogenannten Hodenkanälchen werden im Hodeninneren dauerhaft Spermien produziert. Sie werden dann durch die Samenleiter transportiert und über Ejakulation durch die Harnröhre ausgeschieden.

Jede Veränderung, die einen dieser Schritte beeinflusst, beeinträchtigt mehr oder weniger stark die Fruchtbarkeit bei Männern.

In einigen Studien wurde festgestellt, dass es mit dem Alter zu einer Abnahme der Samenqualität kommen kann, da sich einige Parameter wie Konzentration oder Mobilität verschlechtern. Diese Veränderungen in der männlichen Fruchtbarkeit sind jedoch nicht so ausgeprägt wie bei Frauen und man kann sogar nach dem 50. Lebensjahr noch biologischer Vater werden.

Wenn Sie mehr über männliche Sterilität erfahren möchten, können Sie den folgenden Artikel lesen: Männliche Sterilität: Ursachen, Symptome und Lösungen.

Fruchtbarkeit bei Frauen

Die Fruchtbarkeit einer Frau hängt in erster Linie von der Qualität ihrer Eizellen ab, sowie von ihrer Fähigkeit, zu ovulieren und ein Kind auszutragen.

Das Fortpflanzungssystem einer Frau funktioniert ganz anders als das eines Mannes. Dadurch gibt es auch bemerkenswerte Unterschiede in der Fruchtbarkeit beider Geschlechter.

Frauen verfügen ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt bereits über alle Eizellen, die sie ihr ganzes Leben lang haben werden. Das heißt, die Anzahl der Eier einer Frau ist begrenzt und wird bei der Geburt bestimmt.

Im Folgenden erläutern wir die wichtigsten Phasen der weiblichen Fruchtbarkeit:

  • Pubertät: Mit der Ankunft der Pubertät beginnen die Menstruationszyklen und damit die Menstruation.
  • Fruchtbarkeit: Während der Menstruationszyklen kommt es in den Eierstöcken zur Entwicklung einer Reihe von Follikeln (die Strukturen, die die Eizellen enthalten) und zur vollständigen Reifung und anschließenden Freisetzung einer reifen Eizelle. Physiologisch findet dieser Prozess jeden Monat bis zur Menopause statt.
  • Menopause: Je näher man sich der Menopause befindet, um so unregelmäßiger werden die Menstruationszyklen oder bleiben immer öfter aus. Nachdem sie ungefähr im 50. Lebensjahr eintritt, ist das weibliche Fortpflanzungsstadium abgeschlossen. Die Fruchtbarkeit der Frau beginnt jedoch schon früher abzunehmen.

Das fruchtbarste Stadium einer Frau ist mit Anfang 20. Ab 30 nimmt ihre Fortpflanzungsfähigkeit schrittweise ab; ab dem 35. Lebensjahr sogar noch stärker. Mit dem 40. Lebensjahr verschlechtert sich die Fruchtbarkeit dramatisch, was die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft erheblich sinkt.

Man sollte jedoch beachten, dass bei jeder Frau die Entwicklung anders voranschreitet und sich darauf auswirkt, in welchem Alter welche Entwicklung eintreffen wird.

Zudem gibt es noch andere äußere Einflüsse, die mit dem Lebensstil in Zusammenhang gebracht werden, und welche sich im großen Ausmaß auf die Fruchtbarkeit einer Frau auswirken können.

Wie Dr. Toño Lara uns bestätigt:

Fettleibigkeit, Untergewicht und Stress verringern die Fruchtbarkeit einer Frau.

Fruchtbarer Zyklus der Frau

Obwohl eine Frau während des gesamten Menstruationszyklus fruchtbar ist, variieren die Chancen auf eine Schwangerschaft während des Zyklus.

Während des Eisprungs (wenn die Eizelle aus den Eierstöcken in die Eileiter ausgeschieden wird) und an den Tagen rund um den Eisprung ist die Schwangerschaft am wahrscheinlichsten. Das liegt daran, dass in dieser Zeit es für die Eizelle und das Sperma einfacher ist, sich zu treffen und somit eine Befruchtung durchzuführen.

In einem regelmäßigen Zyklus findet der Eisprung etwa am 14. Zyklustag statt, oder 14 Tage nach Beginn der letzten Regelblutung. Deshalb befindet sich um diesen Tag herum die fruchtbarste Zeit der Frau.

In Anbetracht des Datums, an dem der Eisprung erwartet wird und die Häufigkeit, in welcher Geschlechtsverkehrs in dieser Woche praktiziert wird, erhöhen die Chancen schwanger zu werden. Basierend auf diesen Informationen können Kalender oder Eisprungrechner bei dem Versuch, schwanger zu werden, hilfreich sein.

Der genaue Tag des Eisprungs kann jedoch von einer Frau zur anderen variieren. Es kann auch Unterschiede zwischen den Regelblutungen bei derselben Frau geben, besonders wenn Sie unregelmäßige Menstruationszyklen hat oder ein Problem mit dem Eisprung vorliegt. Aus diesem Grund sind diese Informationen nicht immer anwendbar und manchmal müssen andere Methoden, wie z.B. Ovulationstests oder Behandlungen zum Auslösen des Eisprungs, verwendet werden.

Fruchtbarkeitsuntersuchung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt ein Paar als unfruchtbar, wenn sich nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine sich weiterentwickelnde Schwangerschaft einstellt. Zu diesem Zeitpunkt wäre es angebracht, klinische Studien durchzuführen, um festzustellen, was der Grund für die Sterilität sein könnte.

Bei Paaren, bei denen die Frau älter als 35 Jahre ist, wird empfohlen, diese Studien einzuleiten, wenn nach 6 Monaten ungeschützten Geschlechts keine Schwangerschaft stattfindet.

Es ist notwendig, dass diese Untersuchungen in einer Kinderwunschklink durchgeführt werden, um eine korrekte Diagnose mittels einer personalisierten Fruchtbarkeitsuntersuchung zu stellen.

Zunächst sollte ein ausführliches Gespräch (Anamnese) durchgeführt werden, damit der Arzt feststellen kann, welche Tests erforderlich sind, um die Ursache von Fruchtbarkeitsproblemen zu identifizieren.

Bei Männern ist der aussagekräftigste Test in der Regel das Seminogramm, welches darin besteht, eine Samenprobe sowohl mikroskopisch als auch makroskopisch zu bewerten. Bei Frauen sind sowohl die Hormonanalyse als auch die Antralfollikelzählung mittels Vaginalultraschall die häufigsten Tests.

Bei allen Paaren wird ebenso der Karyotyp in der Regel analysiert, um Chromosomenanomalien als Ursache der Unfruchtbarkeit auszuschließen.

Weitere Informationen zu diesen Tests finden Sie unter den folgenden Links:

Je nach Ergebnis werden zusätzliche Tests angefordert oder die beste Behandlung angegeben, damit das Paar seinen Kinderwunsch erfüllen kann.

Fragen die Nutzer stellten

Ist es für uns Männer ratsam, Sperma einzufrieren, um unsere Fruchtbarkeit zu erhalten?

durch Dra. Rocío Núñez Calonge (leitende embryologin).

Obwohl es Studien gibt, die einen Anstieg des Alters des Mannes mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung bringen, ist die Wahrheit, dass es keinen klaren Zusammenhang gibt.

Die Produktion von Spermien im Hoden erfolgt kontinuierlich, im Gegensatz zur Bildung von Eiern bei Frauen. Deshalb ist das präventive Einfrieren von Samen bei Männern nicht so sinnvoll wie bei Frauen, bei denen ab 35 Jahren die Anzahl und Qualität der Eizellen abnimmt.

Es sei denn, es gibt eine Pathologie, die die Spermienproduktion beeinflusst, der Mann einer Chemo- oder Strahlentherapie oder Operation unterzogen wird (wie im häufigsten Fall von Vasektomien). Andernfalls ist es nicht notwendig, den Samen für die Zukunft einzufrieren.

Kann ich meine Fruchtbarkeit steigern?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Eine gesunde Lebensweise kann die Reproduktionsfähigkeit verbessern. Beispielsweise haben einige Studien versucht, die Rolle von Antioxidantien bei der Bildung neuer Geschlechtszellen zu verknüpfen (Gametogenese).

In Fällen, in denen die Fruchtbarkeit stark beeinträchtigt ist, wird es jedoch schwierig sein, die Fruchtbarkeit zu verbessern, und Behandlungen der assistierten Reproduktion sind die beste Option.

Kann ich durch meinen Scheidenausfluss meine Fruchtbarkeit bestimmen?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der vaginale Ausfluss verändert seine Konsistenz während des gesamten Menstruationszyklus. Zum Zeitpunkt des Eisprungs ist der Ausfluss zum Beispiel am stärksten. Dies kann dabei helfen, die fruchtbarsten Tage zu bestimmen.

Wenn es jedoch Veränderungen gibt, die eine Schwangerschaft erschweren, wie z.B. eine niedrige Eizellenreserve oder Veränderungen in den Eileitern, können die Störungen mit dieser Methode nicht erkannt werden, so dass es kein Hinweis auf die Fruchtbarkeit als solche ist.

Es ist auch zu beachten, dass diese Methode nicht als Verhütungsmethode verwendet werden sollte, da sie sehr unsicher ist.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Dra. Rocío  Núñez Calonge
Dra. Rocío Núñez Calonge
Leitende Embryologin
Abschluss in Biowissenschaften der Universität Complutense Madrid. Sie verfügt über eine lange wissenschaftliche Laufbahn und ist Laborleiterin. Derzeit ist sie wissenschaftliche Direktorin der Clínica Tambre. Mehr über Dra. Rocío Núñez Calonge
Dr. Toño Lara González
Dr. Toño Lara González
Gynäkologe
Doktor der Medizin mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe. Koordinator für Techniken der assistierten Reproduktion mit umfangreicher Erfahrung auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin. Mehr über Dr. Toño Lara González
Zulassungsnummer: 313102990
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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