Was ist Hydrosalpinx? Ursachen, Symptome und Behandlung

durch (gynäkologin), (embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 28/06/2019

Hydrosalpinx ist eine Veränderung des weiblichen Fortpflanzungssystems, die durch Behinderung und Wasseransammlung in den Eileitern gekennzeichnet ist und wodurch diese sich erweitern und ausdehnen.

Die Folge dieser Erkrankung ist eine Fehlfunktion der Eileiter, die wiederum zu Unfruchtbarkeit führt indem sie verhindert, dass sich die Spermien zur Befruchtung mit der Eizelle treffen.

In den meisten Fällen benötigt die Patientin eine In-vitro-Fertilisation (IVF) um trotz Hydrosalpinx schwanger zu werden.

Definition Hydrosalpinx

Da das weibliche Fortpflanzungssystem zwei Eileiter hat, gibt es zwei Arten von Hydrosalpinx:

Einseitiger Hydrosalpinx
nur eine der Eileiter ist betroffen, die andere bleibt intakt.
Zweiseitiger Hydrosalpinx
beide Eileiter sind blockiert und nicht funktionsfähig.

Am häufigsten ist die einseitige Hydrosalpinx, d.h. sie kann sowohl die rechte als auch die linke Eileiter gleichermaßen betreffen.

Wenn beide Eileiter diese Störung aufweisen ist es schwierig, auf natürliche Weise schwanger zu werden; die Verstopfung verhindert, dass die Spermien die Eizelle zur Befruchtung erreichen.

Hydrosalpinx ist daher eine Ursache einer tubaren Sterilität, so dass eine Kinderwunschbehandlung notwendig sein könnte, um trotz dieser Erkrankung schwanger zu werden.

Ursachen

Die Hauptursache für Hydrosalpinx ist die Beckenentzündung, die meist durch eine sexuell übertragbare Krankheiten wie Chlamydien oder Gonorrhö verursacht wird.

Eine seit Jahren schlecht behandelte oder undiagnostizierte Infektion kann zu einer chronischen Entzündung der Eileiter führen, auch bekannt als Salpingitis, die die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Eileiter und die Ansammlung von Flüssigkeit im Inneren begünstigt.

Weitere Ursachen für Hydrosalpinx sind die folgenden:

  • Endometriose
  • Frühere Operationen an den Eileitern oder anderen Organen der Beckenhöhle
  • Einführung der Spirale als Verhütungsmittel
  • Eileiterschwangerschaft
  • Genitaltuberkulose

Diese Erkrankungen können zu Verwachsungen und Narbengewebe in den Eileitern und damit schließlich zur Hydrosalpinx führen.

Symptome

Im Allgemeinen sind Hydrosalpinx asymptomatisch und daher schwer zu entdecken. Am häufigsten werden sie während einer Fruchtbarkeitsuntersuchung bei der Patientin entdeckt, wenn sie nicht schwanger werden kann. Gelegentlich kann die Betroffene Schmerzen im Unterbauch verspüren, die entweder andauern oder sich zu bestimmten Zeiten verstärken können. Trotzdem kann eine stärkere Hydrosalpinx zu Fieber, allgemeinem Unwohlsein und übelriechendem Vaginalausfluss führen.

Diagnose

Folgende medizinische Untersuchungen werden zur Diagnose von Hydrosalpinx durchgeführt:

Transvaginaler Ultraschall
ermöglicht die Visualisierung der im Eileiter angesammelten Flüssigkeit in großen Hydrosalpinxen. Diese Methode ist für den Gynäkologen einfach durchzuführen und sehr praktisch für die Patientin- die Aussagekraft jedoch sehr gering und liegt bei etwa 15%.
Hysterosalpingographie
ist die am häufigsten verwendete Technik zur Untersuchung der Eileiter. Mit dieser Methode ist es möglich, die Erweiterung der Eileiter zu untersuchen und durch den Einsatz von Röntgenstrahlen eventuell vorhandene Verstopfungen. Sie ist ein bisschen schmerzhaft für die Patientin, es gibt jedoch verbesserte Methoden wie das Ex Foam Kit.
Laparoskopie
ist eine invasive und komplexere Technik, da im Bauch der Patientin ein Schnitt gemacht und ein Endoskop eingeführt wird, wodurch die Bauchhöhle sichtbar wird. Darüber hinaus ist es möglich, gleichzeitig eine diagnostische und eine chirurgische Laparoskopie durchzuführen und damit das Problem der Hydrosalpinx zu lösen. Sie erfordert eine Anästhesie und einen Operationssaal, um sie durchzuführen.

Behandlung

Bei der Diagnose von Hydrosalpinx ist eine laparoskopische Operation im Allgemeinen die empfohlene Behandlungsoption. Die am häufigsten verwendeten Techniken sind die folgenden:

Salpingektomie
Entfernung der betroffenen Eileiter Im Allgemeinen ist es für alle Hydrosalpinxen ab 3 cm geeignet.
Tubenverschluss
besteht darin, einen proximalen Block der Eileiter durch Elektrokoagulation herzustellen. In Fällen, in denen eine Operation nicht empfohlen wird, kann auch eine hysteroskopische Platzierung des Essure-Gerätes ausprobiert werden.

Ziel all dieser Maßnahmen ist es zu verhindern, dass die Hydrosalpinxflüssigkeit in die Gebärmutter gelangt und die Embryoimplantation negativ beeinflusst, falls die Frau schwanger werden möchte.

Wenn die Ursache von Hydrosalpinx jedoch eine Infektion oder Beckenentzündung ist, muss sie auch mit Antibiotika behandelt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. In der Regel wird Doxycyclin verschrieben.

Schwangerschaft mit Hydrosalpinx

Frauen, die mit dieser Erkrankung schwanger werden wollen, müssen auf die assistierte Reproduktion zurückgreifen, vor allem bei beidseitiger Hydrosalpinx.

Die geeignete Behandlung dafür ist die In-vitro-Fertilisation, bei der die Eier direkt aus dem Eierstock gewonnen, im Labor befruchtet und die gewonnenen Embryonen direkt in die Gebärmutter übertragen werden.

Die IVF ist eine Kinderwunschbehandlung, die bei Frauen ohne funtkionstüchtigen Eileitern durchgeführt wird.

Wenn die Hydrosalpinx einseitig und der andere Eileiter gesund ist, wäre eine natürliche Schwangerschaft möglich, da der gesunde Eileiter den Kontakt zwischen Eizelle und Sperma ermöglichen dürfte. Eine künstliche Befruchtung kann auch versucht werden.

Trotzdem ist es sehr wichtig, den Eileiter mit Hydrosalpinx zu entfernen oder zu verschließen, damit er die Embryonenimplantation nicht beeinflusst.

Hydrosalpinx und Fruchtbarkeit

Hydrosalpinx verursacht nicht nur Unfruchtbarkeit durch Verstopfung der Eileiter, sondern auch durch die negative Wirkung von Flüssigkeit aus den Eileitern, die die Bedingungen für die Implantation und Entwicklung des Embryos beeinflusst.

Obwohl IVF die ideale Behandlung für die Schwangerschaft bei Frauen mit Hydrosalpinx ist, kann ihre Wirksamkeit beeinträchtigt werden, wenn die Eileiter vorher nicht richtig verschlossen oder entfernt wurden.

Hydrosalpinx kann die Schwangerschaftsrate bei IVF um bis zu 50% senken und auch die Rate von Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften erhöhen.

Als nächstes gehen wir auf die Gründe ein, warum Hydrosalpinx negative Auswirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit hat:

  • Die in den Eileitern angesammelte Flüssigkeit ist giftig für die Embryonen, was ihre Implantation und Entwicklung behindert.
  • In derselben Flüssigkeit fehlen die für die Entwicklung des Embryos in der Gebärmutter notwendigen Nährstoffe.
  • Die mechanische Wirkung der Flüssigkeit kann an den Embryonen zerren und ihren Kontakt mit der Gebärmutterschleimhaut verhindern, mit der eine Implantation erfolgen kann.
  • Antikörper gegen Mikroorganismen wie Chlamydien können sich negativ auf Embryone auswirken.
  • Die in den Eileitern angesammelte Flüssigkeit ist ebenfalls giftig für Spermien und kann deren Kapazität und Akrosomreaktion beeinträchtigen.
  • Die Flüssigkeit kann die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigen, indem sie verhindert, dass einige Gene in Endometriumzellen exprimiert werden.
  • Die Flüssigkeit kann dazu führen, dass Embryone im Eileiter eingeschlossen werden und es somit zu einer Eileiterschwangerschaft kommt.

Deshalb ist es sehr wichtig, vor Beginn des IVF-Zyklus eine Salingektomie oder einen Tubenverschluss durchzuführen, auch wenn dies zur Beunruhigung der Patientin führt. Mit dem Verschwinden der Hydrosalpinx-Flüssigkeit verschwinden zum Schluss alle bisherigen Unannehmlichkeiten.

Wenn Sie eine In-vitro-Fertilisation benötigen um Mutter zu werden, bekommen Sie mit diesem Tool einen personalisierten Bericht, mit allen Einzelheiten der nötigen Behandlung sowie der Kliniken die unseren Qualitätskriterien entsprechen und deren Kostenvoranschläge zugeschickt. Außerdem erhalten Sie nützliche Tipps für Ihren ersten Besuch in der Kinderwunschklinik.

Fragen die Nutzer stellten

Kann man Hydrosalpinx medikamentös heilen oder nur durch eine Operation?

durch Sara Salgado (embryologin).

Wenn die Erkrankung durch eine Infektion verursacht wird, verschreibt Ihnen Ihr Arzt Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente. Tritt sie jedoch aus einem anderen Grund, wie z.B. einer Endometriose, auf, kann die Ursache nicht geheilt werden.

In jedem Fall ist ein operativer Eingriff erforderlich, da sich die Flüssigkeit im Eileiter ansammelt.

Kann ich bei Hydrosalpinx auf natürliche Weise schwanger werden?

durch Sara Salgado (embryologin).

Wenn eines der Eileiter keine Hydrosalpinx oder eine andere Veränderung aufweist, kann es zu einer natürlichen Schwangerschaft kommen, da das Sperma die Eizelle in der nicht betroffenen Eileiter erreichen kann. Wenn jedoch beide Eileiter verstopft sind, ist weder eine natürliche Schwangerschaft oder künstliche Befruchtung möglich. Eine IVF wäre daher notwendig.

Darüber hinaus kann die im Eileiter angesammelte Flüssigkeit für die Embryonen schädlich sein und ihre Einnistung erschweren oder behindern. Deshalb wäre es notwendig, vorher zu überlegen ob ein Eingriff notwendig ist.

Was ist eine Pyosalpinx und wie wird diese geheilt?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Pyosalpinx ist eine akute Entzündung der Eileiter. Diese werden durch Eiter verstopft.

Um die Infektion zu beseitigen, wird Pyosalpinx mit Antibiotika behandelt. In diesem Fall wird die Pyosalpinx zur Hydrosalpinx, da die Eileiter noch verschlossen sein können.

Für Sie empfohlen

Im folgenden Artikel können Sie sich auch über andere Krankheiten informieren, die die Eileiter betreffen und Sterilität verursachen: Eileiterbedingte Sterilität: Ursachen und Behandlung.

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Lorente J, López A, Pomares E. Manejo del hidrosalpinx. H.U. Reina Sofía. Córdoba.

Martínez-Cañavate MJ, Quea G, González S. Factor tubárico: hidrosálpinx. En: Remohí, Bellver, Matorras, Ballesteros, Pellicer. Manual práctico de esterilidad y reproducción humana. 4ª edición. Madrid: Editorial Médica Panamericana S. A.; 2012. p. 119–125.

Romeu M, Romeu A. Manejo del hidrosálpinx en reproducción asistida. Rev Iberoamer Fert 2013; 30:4-13.

Fragen die Nutzer stellten: 'Kann man Hydrosalpinx medikamentös heilen oder nur durch eine Operation?', 'Kann ich bei Hydrosalpinx auf natürliche Weise schwanger werden?' Und 'Was ist eine Pyosalpinx und wie wird diese geheilt?'.

Mehr anschauen

Autoren und Mitwirkende

Dra. Elena Martín Hidalgo
Dra. Elena Martín Hidalgo
Gynäkologin
Studium der Medizin und Chirurgie an der Universität Salamanca mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe am Virgen de la Salud Hospital in Toledo. Fachärztin für Reproduktionsmedizin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung. Sie ist Lehrbeauftragte der Spanischen Gesellschaft für Fruchtbarkeit (SEF) für die praktische Ausbildung der Studenten des Masterstudiengangs in Humanreproduktion und leitende Ärztin bei Reprofiv. Mehr über Dra. Elena Martín Hidalgo
Zulassungsnummer: 28454504653
 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.