IVF mit Eizellen- und Samenspende: Behandlungsablauf und Kosten

durch (gynäkologin), (embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 10/06/2019

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit doppelter Gametenspende ist eine Kinderwunschbehandlung, bei der der Samen eines Spenders verwendet wird, um die Eizellen einer Spenderin, beide anonym, zu befruchten und die entstehenden Embryonen auf die Empfängerin zu übertragen.

Die IVF mit Ei- und Samenspende wird dort eingesetzt, wo Patienten aufgrund unterschiedlicher Fruchtbarkeitsprobleme keine eigenen Gameten zur Verfügung stellen können.

Obwohl es sich um eine teure Behandlung handelt, ist die IVF mit Doppelspende eine völlig sichere Technik und weistsehr hohe Erfolgsraten auf, die in den meisten Fällen eine Schwangerschaft ermöglicht.

Jedoch sollte beachtet werden, dass diese Methode in Deutschland nicht legal ist. Es können nur Samen gespendet werden. Paare, die auf diese Methode zurückgreifen müssen, wenden sich oft ans Ausland mit einer lockeren Gesetzgebung, wie zum Beispiel Spanien.

Was ist die doppelte Gametenspende?

Die IVF mit Spendereizellen und- samen ist eine Fruchtbarkeitsbehandlung, bei der beide Mitglieder des Paares auf die genetische Belastung ihrer Gameten verzichten und auf die der Spender zurückgreifen, um Eltern zu werden.

Die Gametenspende ist, im Gegensatz zu Deutschland eine legale Methode in Spanien und wird durch das Gesetz 14/2006 über assistierte menschliche Reproduktionstechniken mithilfe folgender Punkte geregelt:

  • Die Gametenspende muss anonym und uneigennützig erfolgen.
  • Die Spender müssen körperlich und geistig gesund sein. Das Mindestalter liegt bei 18; Frauen dürfen maximal 35 Jahre alt sein.
  • Die Spender müssen eine Reihe von medizinischen und psychologischen Tests bestehen.
  • Es können nicht mehr als 6 Kinder vom gleichen Spender geboren werden.
  • Die Klinik ist für die Auswahl der Spender auf der Grundlage der körperlichen und immunologischen Eigenschaften der Empfänger zuständig. Weder die Frau noch das Paar können die Spender auswählen.
  • Die Spender erhalten einen vom Ministerium für Gesundheit, Soziales und Chancengleichheit festgelegten finanziellen Ausgleich für die während des Prozesses entstandenen Unannehmlichkeiten.
Wie oben bereits erwähnt, ist die Embryonenspende in Deutschland laut Embryonenschutzgesetz verboten. Deshalb reisen viele Paare ins Ausland, wie nach Spanien, die diese Möglichkeit der Kinderwunschbehandlung erlauben.

Wenn Sie nähere Informationen dazu wünschen, können Sie hier mehr lesen: Kinderwunschbehandlung mit Gametenspenden.

Indikationen

Die IVF mit doppelter Gametenspende wird bei schwerer Unfruchtbarkeit eingesetzt, wenn weder die Frau noch der Mann in der Lage sind, mit ihren Eiern und Spermien eine Schwangerschaft zu erreichen.

Als nächstes gehen wir auf die Hauptursachen dieser männlichen und weiblichen Sterilität ein:

Paare mit Sterilitätsproblemen
fehlende Eierstöcke, Eierstockversagen, niedrige Eierstockreserve, sekretorische Azoospermie, wiederholt gescheiterte IVF mit eigenen Gameten, Risiko der Übertragung einer Erbkrankheit durch beide Elternteile, etc.
Alleinstehende Mütter
diese Frauen benötigen nicht nur Spendersamen, sondern auch eine Ovodonation aufgrund des fortgeschrittenen mütterlichen Alters, der schlechten Eizellenqualität, fehlender Eizellen oder anderer Ursachen der weiblichen Sterilität.
Homosexuelle Frauen
wie im vorherigen Fall müssen einige Frauen auf die doppelte Gametenspende zurückgreifen, wenn keine von ihnen ihre eigenen Eier bereitstellen kann.

In jedem Fall wird der Spezialist der Frau oder dem Paar immer die beste Option empfehlen um trotz ihrer besonderen Situation eine Schwangerschaft zu erreichen.

Behandlungsablauf

Der Ablauf und die Methoden in der In-vitro-Fertilisation sind die gleichen wie in der konventionellen IVF- bei der IVF mit Doppelspende sind jedoch zwei weitere Personen beteiligt: Ei- und Samenspender.

Im Folgenden beschreiben wir das gesamte IVF-Verfahren für Spender und Empfängerin Schritt für Schritt:

Auswahl der Spender

Spender sind junge, völlig gesunde Männer und Frauen, die anonym und uneigennützig ihre Spermien und Eier für eine Frau oder ein Paar mit Fruchtbarkeitsproblemen bereitstellen.

Wie wir bereits gesagt haben, müssen diese Spender verschiedene medizinische und psychologische Tests durchlaufen, bevor sie für eine Spende geeignet sind:

Bei Männern
körperliche Untersuchung, Karyotyp, Spermiogramm, Blutbild, mikrobiologische Kultur und psychologisches Gespräch.
Bei Frauen
körperliche Untersuchung, Karyotyp, Ultraschall, Blutbild, mikrobiologische Kultur und psychologisches Gespräch.

Darüber hinaus nutzen heutzutage immer mehr Kliniken den genetischen Kompatibilitätstest- ein Test, der es ermöglicht, die am besten geeigneten Spender so zu finden, dass sie keine genetischen Mutationen teilen, die zu einem kranken Baby führen könnten. Das ist das sogenannte Genetische Matching.

Auf der anderen Seite wird die Klinik auch versuchen, sicherzustellen, dass die Spender ähnliche physische Eigenschaften wie die Empfänger haben: Haar- und Augenfarbe, Größe usw. und ein gutes phänotypisches Matching durchführen.

Ablauf bei einer Eizellenspenderin

Nach der Auswahl der Eizellspenderin muss sie sich für ca. 2 Wochen hormonelle Medikamente verabreichen, umdamit die Eierstöcke auf kontrollierte Weise zu stimulieren und mehrere reife Follikel zu erhalten.

Während dieser Zeit muss die Spenderin ungefähr alle zwei Tage in die Klinik kommen, um mithilfe eines Hormontests und Ultraschalls die Stimulation zu überprüfen.

Sobald die Follikel groß sind, entnimmt der Gynäkologe die Eizellen mittels einer Follikelpunktion - eine sehr einfache Operation, die unter Sedierung durchgeführt wird.

Hier endet für die Spenderin die Eizellspende. Sie erhält eine finanzielle Entschädigung und muss, wenn vom Arzt angegeben, zu einer Endkontrolle wiederkommen.

Die Eizellspende, auch Ovodonation, kann frisch oder mit gefrorenen Eiern aus einer Spenderbank erfolgen. Im ersten Fall ist es notwendig, den Menstruationszyklus der Spenderin mit dem der Empfängerin abzustimmen.

Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Beitrag: Eizellenspende: Anforderungen, Ablauf und Entschädigung.

Behandlung bei der Empfängerin

Bei der Empfängerin hingegen muss die Gebärmutterschleimhaut vorbereitet werden, damit die Gebärmutter zum Zeitpunkt des Embryoempfangs empfänglich ist. Auf diese Weise können sich die Embryone in die Gebärmutterschleimhaut, auch Endometrium genannt, einnisten und so eine Schwangerschaft beginnen.

Dazu verabreicht sich die Empfängerin selbst hormonelle Medikamente mit Östrogen und Progesteron und geht auch in die Praxis des Gynäkologen, um das endometriale Wachstum mittels Ultraschall zu überprüfen.

Befruchtung und Embryotransfer

Spendereier, entweder aus einer Bank oder frisch, werden im Labor ausgewertet und die reifen Eizellen werden mit Sperma des Samenspenders befruchtet.

Die gespendeten Spermien kommen immer aus einer Samenbank, da die Probe noch eine Weile eingefroren bleiben muss, bevor sie verwendet werden kann. Spendersamen können nicht, wie gespendete Eizellen, frisch verwendet werden.

Vor der Befruchtung muss der Spendersamen aufgetaut und die Spermien auf ihre Beweglichkeit und Lebendigkeit überprüft werden.

Die Eizellen werden dann durch konventionelle IVF- oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) befruchtet und die Embryonen für einige Tage in Kultur gelassen.

Sobald 3- 5 Tage alte, hochwertige Embryone gewonnen wurden und nachdem überprüft wurde, dass das Endometrium der Empfängerin die ausreichende Dicke aufweist, wird der Embryotransfer durchgeführt.

Nicht genutzte Embryonen werden für zukünftige Versuche eingefroren. Die IVF-Behandlung mit doppelter Gametenspende endet mit dem Schwangerschaftstest nach ca. 10-15 Tagen Wartezeit.

Kosten

Die IVF mit Ei- und Samenspende ist eine teure Behandlung, da zwei Spender eingesetzt werden und alle Kosten übernommen werden müssen; jedoch sind die Kosten von Klinik zu Klinik unterschiedlich.

Im Allgemeinen kann die IVF mit einer doppelten Gametenspende zwischen 5.000 und 9.500 Euro kosten.

Zu diesen Kosten kommen die hormonellen Medikamente zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut hinzu, die in der Regel nicht im Preis inbegriffen sind und Mehrkosten von 200-300 € verursachen können. Wenn Sie mehr über die Preise der Fruchtbarkeitsbehandlungen erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen den folgenden Beitrag: Was kosten Kinderwunschbehandlungen?

Bei der IVF mit Eizellspende kommen besonders viele Fragen und Zweifel auf. Transparenz ist eines unserer strengsten Kriterien wenn es um die Empfehlungen von Kliniken geht.

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Schwangerschaft mit Spendereizellen und -spermien

Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer IVF mit Ei- und Samenspende ist sehr hoch, mehr als bei einer IVF mit eigenen Gameten.

Da die Spender jung und gesund sind, hat diese Kinderwunschbehandlung die höchsten Erfolgsraten.

Die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer liegt bei etwa 55-60%, während die Geburtsrate pro Transfer etwa bei 40% liegt.

Tatsächlich sind diese Prozentsätze denen der Eizellspende ähnlich, da die Qualität der Eizelle einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer IVF-Behandlung ist.

Die hervorragende Qualität von Eizellen und Spermien garantiert eine hohe Befruchtungsrate. Die gewonnenen Embryonen sind ebenfalls von sehr guter Qualität und können sich leichter einnisten.

Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit hängt aber auch von anderen Faktoren wie dem Alter der Empfängerin, der Empfänglichkeit sowie der Merkmalen der Gebärmutter und der Entwicklung der Embryonen ab.

Fragen die Nutzer stellten

Beeinflusst das Alter der Empfängerin die Erfolgsraten der Ovodonationszyklen?

durch Dra. Elena Izquierdo Trechera (gynäkologin).

Das Alter der Empfängerin beeinflusst die Erfolgsraten der Eizellspendezyklen, da einige Studien Veränderungen auf Gebärmutterebene mit dem Alter festgestellt haben, die dafür verantwortlich sein können, dass die Rate der Embryonenimplantation ab dem Alter von 45 Jahren stärker abnimmt.

Gibt es eine Alternative zur IVF mit gespendeten Eizellen und Sperma?

durch Sara Salgado (embryologin).

Ja, eine weitere Alternative ist die Embryonenadoption. Die Embryonen stammen von Paaren, die durch ihre IVF-Behandlung lebensfähige Embryonen übrig gelassen haben und sich entschieden haben, sie zu spenden.

Diese Alternative hat geringere Erfolgsraten, da die Paare, die sie spenden, zur Erreichung der Schwangerschaft auf eine IVF zurückgreifen mussten. Der Preis ist jedoch niedriger und die Embryonen sind immer von guter Qualität, da sie sonst nicht für das Spenderprogramm akzeptiert worden wären.

Wie viele In-vitro-Fertilisationen können mit Eizellen und Spendersamen durchgeführt werden?

durch Sara Salgado (embryologin).

Wie bei der IVF eigenen Gameten gibt es keine feste Grenze. Die Frau oder das Paar wird entscheiden müssen, wie viele Versuche sie bereit sind zu unternehmen, falls sie beim ersten Mal keine Schwangerschaft erreichen.

Die Erfolgsraten dieser Behandlung sind hoch, aber wenn die Frau ein Problem mit der Gebärmutterschleimhaut oder der Gebärmutter hat, kann es zu Komplikationen für die Implantation oder den korrekten Verlauf der Schwangerschaft kommen.

Für Sie empfohlen

Eine Alternative zu der IVF mit doppelter Gamtenspende ist die Embryonenspende- eine für viele Patientinnen günstigere Behandlung. Wenn Sie mehr dazu wissen möchten, haben wir diesen Beitrag für Sie: Was ist eine Embryospende?

Wenn Sie hingegen mehr über die Erfolgsraten der verschiedenen Kinderwunschbehandlungen erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen, im folgenden Artikel weiterzulesen: Wie erfolgreich sind Kinderwunschbehandlungen?

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Literaturverzeichnis

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Sociedad Española de la Fertilidad (SEF). Libro Blanco Sociosanitario. La Infertilidad en España Situación Actual y Perspectivas. Imago Concept & Image Development 2011.

Sociedad Española de Fertilidad (SEF) (2011). Manual de Andrología. Coordinador: Mario Brassesco. EdikaMed, S.L. ISBN: 978-84-7877.

Fragen die Nutzer stellten: 'Beeinflusst das Alter der Empfängerin die Erfolgsraten der Ovodonationszyklen?', 'Gibt es eine Alternative zur IVF mit gespendeten Eizellen und Sperma?' Und 'Wie viele In-vitro-Fertilisationen können mit Eizellen und Spendersamen durchgeführt werden?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Elena Izquierdo Trechera
Dra. Elena Izquierdo Trechera
Gynäkologin
Medizinstudium an der Universität Complutense Madrid mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und Gynäkologie sowie Master in menschlicher Reproduktion an der Rey Juan Carlos Universität und IVI. Derzeit ist sie leitende Ärztin der Kinderwunschklinik Velázquez. Mehr über Dra. Elena Izquierdo Trechera
Zulassungsnummer: 282866949
 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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