Assistierte Reproduktion bei homosexuellen Frauen: wie Mutter werden?

durch (gynäkologe), (gynäkologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 19/06/2019

In den letzten Jahren haben wir eine Zunahme von Familien beobachtet, die sich vom traditionellen Familienbild, das aus Mutter, Vater und Kind besteht, lösen. Single-Frauen und lesbische Paare sind einige Beispiele für diese neuen Familienmodelle.

Lesbische Paare können durch konventionellen Methoden der assistierten Reproduktion ein Kind bekommen: künstliche Befruchtung (IUI) und in-vitro-Fertilisation (IVF). In beiden Fällen ist es notwendig, auf eine Samenspende zurückzugreifen.

Außerdem gibt es eine Methode, die nur für lesbische Paare verfügbar ist: die ROPA-Methode. Diese Englische Abkürzung steht für „Reception of Oocytes from Partner“ und bedeutet übersetzt soviel wie „Erhalt der Eizellen der Partnerin“.

Vereinfacht ausgedrückt werden einfach die Eizellen einer Partnerin entnommen und die andere Partnerin übertragen die somit schwanger wird.

Jedoch sollte beachtet werden, dass aufgrund der unklaren Gesetzeslage in Deutschland eine Kinderwunschbehandlung bei lesbischen Paaren oft nicht durchgeführt wird. Deshalb wenden sich viele lesbische Pärchen mit Kinderwunsch an ausländische Kinderwunschzentren.

In Spanien beispielsweise erlaubt das Gesetz zur assistierten Reproduktion die Behandlung von homosexuellen Frauen mit Kinderwunsch.

Ein Kind durch Samenspende bekommen

Die Anzahl an Kinderwunschbehandlungen nimmt in Deutschland stetig zu; darunter greifen immer mehr lesbische Paare zu Methoden in der assistierten Reproduktion um Eltern zu werden.

Jedoch müssen diese oft ins Ausland reisen, um sich behandeln zu lassen, da viele Kinderwunschkliniken aufgrund der ungenauen Rechtslage in Deutschland nicht bereit sind, lesbische Paare zu behandeln.

Bei einer Kinderwunschbehandlung für lesbische Paare ist es zunächst notwendig, auf einen Samenspender zurückzugreifen, der die männliche Gamete (das Spermium) zur Verfügung stellt, damit die Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden kann.

Die Samenspende ist in Spanien anonym. Daher wird der Samenspender keinerlei Verantwortung oder Rechte für das geborene Kind haben, und es sind die beiden Frauen, die als legale Mütter eingetragen werden.

Folgende Möglichkeiten in der Reproduktion gibt es für lesbische Paare:

Künstliche Befruchtung

Eine der Frauen unterzieht sich einer künstlichen Befruchtung durch einen anonymen Samenspender der aufgrund körperlichen Eigenschaften von der Klinik ausgewählt wurde.

Die künstliche Befruchtung erfordert eine sanfte Stimulation, damit 1 oder 2 Eier reifen können, die während des Eisprungs in die Eileiter ausgestoßen werden. An dieser Stelle wird die zuvor kapazitierte Samenprobe in die Gebärmutter der Frau eingeführt, so dass eine Befruchtung stattfinden kann.

In-vitro-Fertilisation

Es kann jedoch passieren, dass die Frau die schwanger werden möchte an Fruchtbarkeitsprobleme leidet und die künstliche Befruchtung somit nicht wirkt. Die zweite Möglichkeit, die sich in solcher Situation bietet, ist die IVF.

Hier wird die behandelte Frau einer Follikelstimulation unterzogen, so dass mehrere Eier gleichzeitig reifen. Diese werden durch Follikelpunktion gewonnen und im Labor mit dem Sperma des Spenders befruchtet. Der oder die gewonnenen Embryonen werden je nach Qualitätsmerkmale in die Gebärmutter der Frau übertragen.

Obwohl sich nur eine der beiden Frauen in Behandlung befindet, werden sowohl bei der IUI als auch bei der IVF beide eine Einwilligung unterschreiben, so dass beide legale Mütter werden.

ROPA-Methode für lesbische Paare

Die ROPA-Methode ist ein IVF-Verfahren, das ausschließlich lesbischen Paaren mit Kinderwunsch angeboten wird. Mit dieser Methode können beide an der Schwangerschaft teilhaben; eine Partnerin stellt ihre Eier zur Verfügung und die andere trägt das Kind aus.

Es gibt genauer gesagt zwei Behandlungsabschnitte und in jeder nimmt eine der beiden daran teil:

  • Partnerin die genetische Ausstattung zur Verfügung stellt: Sie unterzieht sich einer Follikelstimulation in der IVF und lässt sich mithilfe einer Follikelpunktion die Eizellen entnehmen.
  • Partnerin, die die Schwangerschaft durchführt: Sie erhält die im Labor befruchteten Embryonen mit dem Sperma eines Spenders und gebärt das Kind.

Beide Frauen erhalten hormonelle Medikamente: die erste bekommt Medikamente zur Follikelstimulation und die zweite bekommt Medikamente zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut. Die Wahl, welche Frau Eier spendet und welche schwanger wird, hängt von der eigenen Entscheidung des Paares ab, immer unter Berücksichtigung der medizinischen Beratung.

In diesem Sinne kommentiert Dr. Oscar Oviedo:

Die Frau, die die Eizellen zur Verfügung stellt, ist in der Regel die jüngere Frau, weil sie in der Regel eine bessere Reserve und bessere Eizellenqualität hat.

Rechtliche Situation der ROPA-Methode

In Deutschland ist die ROPA-Methode nicht erlaubt, da sie eine Eizellenspende darstellt, die in Deutschland unter Strafe steht. Deshalb reisen viele lesbische Paare mit Kinderwunsch in Länder wie Spanien, deren Gesetzgebung diese Methode zulässt.

Seit 2007 ist in Spanien die gleichgeschlechtliche Mutterschaft und somit auch die ROPA-Methode erlaubt.

Fragen die Nutzer stellten

Wie funktioniert die ROPA-Methode?

durch Dra. Rebeca Jiménez Alfaro (gynäkologin).

Die ROPA-Methode ist ein IVF-ICSI-Verfahren für Paare von verheirateten Frauen (Ehe Voraussetzung!) mit einem reproduktiven Wunsch, der es beiden ermöglicht, am Schwangerschaftsprozess teilzunehmen, wobei die eine die Eier spendet und die andere die Schwangerschaft des Babys übernimmt.

Konkret gibt es zwei Teile der Behandlung und an jedem von ihnen nimmt eine Frau teil:

Partnerin, die die genetische Ausstattung zur Verfügung stellt
wird einer Follikelstimulation der IVF unterzogen und die Eizellen werden durch Follikelpunktion extrahiert.
Partnerin, die die Schwangerschaft durchführt
erhält im Labor mit Sperma von einem Spender befruchtete Embryonen und trägt das Kind aus.

Beide Frauen erhalten hormonelle Medikamente: die erstgenannte zur Stimulation der Eierstöcke und die zukünftige Schwangere zur Vorbereitung auf die Gebärmutterschleimhaut.

Wenn wir uns entscheiden, dass wir beide eine künstliche Befruchtung bekommen, können wir dann Sperma vom gleichen Spender verwenden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Nein, jeder muss Sperma von einem anderen Spender verwenden. Die Samenspende ist anonym und wird vom Kinderwunschzentrum selbst aufgrund der immunologischen und physikalischen Eigenschaften der Patientin vergeben, so dass nicht für beide Frauen derselbe Spender verwendet werden kann.

Was kostet lesbischen Frauen mit Kinderwunsch eine Behandlung?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Das hängt sowohl von der Behandlung als auch vom Kinderwunschzentrum ab. Die künstliche Befruchtung kostet zwischen 900 und 1.700€, IVF mit Spendersamen zwischen 3.200 und 5.000€ und die ROPA-Methode, die nur in Spanien durchgeführt wird, zwischen 3.500 und 6.000€.

Für Sie empfohlen

Sie können sich auch über die Preise aller Techniken der assistierten Reproduktion informieren, die wir in diesem Artikel diskutiert haben: Was kostet eine Behandlung in der assistierten Reproduktion?

Wenn Sie mehr zur ROPA-Methode wissen möchten, lesen Sie hier weiter: Was ist die ROPA-Methode und welche Anforderungen muss ich erfüllen?

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Fragen die Nutzer stellten: 'Wie funktioniert die ROPA-Methode?', 'Wenn wir uns entscheiden, dass wir beide eine künstliche Befruchtung bekommen, können wir dann Sperma vom gleichen Spender verwenden?' Und 'Was kostet lesbischen Frauen mit Kinderwunsch eine Behandlung?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dr. Óscar Oviedo Moreno
Dr. Óscar Oviedo Moreno
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität von Caldas (Kolumbien) und Facharzt für Innere Medizin an der Pontificia Universidad Javeriana de Bogotá. Hochschulabschluss, der 2003 in Spanien anerkannt wurde. Spezialisierung in Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Complutense Madrid, mit Ausbildung am Hospital Clínico Universitario San Carlos de Madrid. Facharzt für Reproduktionsmedizin und Abschluss in Gynäkologischem Ultraschall (Stufe I, II und III). Mehr über Dr. Óscar Oviedo Moreno
Zulassungsnummer: 282858310
Dra. Rebeca  Jiménez Alfaro
Dra. Rebeca Jiménez Alfaro
Gynäkologin
Abschluss in Medizin an der Universität Murcia mit Schwerpunkt Geburtshilfe und Gynäkologie und Master in Humaner Reproduktion an der Universität Rey Juan Carlos und IVI. Derzeit ist sie Gynäkologin an der Kinderwunschklinik Tahe Fertilidad. Mehr über Dra. Rebeca Jiménez Alfaro
Zulassungsnummer: 303009153
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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