Kryotransfer: Wie sind die Erfolgschancen?

durch (leitende embryologin), (gynäkologe), (gynäkologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 07/10/2019

Der Transfer von gefrorenen Embryonen, der so genannte Kryotransfer, besteht darin, Embryonen zu verwenden, die in einem früheren IVF-Zyklus erzeugt wurden und die zu jenem Zeitpunkt mithilfe der Embryovitrifizierung eingefroren wurden.

Was ist ein Kryotransfer?

In einem frischen In-vitro-Fertilisationszyklus werden die Eierstöcke der Frau stimuliert, um so viele reife Eier wie möglich zu erhalten. Sie werden dann durch Follikelpunktion entnommen und im Labor mit Sperma des Paares oder eines Spenders befruchtet.

Nach 3 bis 5 Tagen werden ein, zwei oder höchstens drei der erzeugten Embryonen in die Gebärmutter der Frau übertragen. Die verbleibenden lebensfähigen Embryonen, die sogenannten überzähligen Embryonen, werden bei -196 °C in flüssigem Stickstoff konserviert, bis der Zufall entscheidet.

In Deutschland herrscht in Bezug auf verbleibende eingefrorene Embryonen eine rechtliche Grauzone. Nach der Kryokonservierung kann folgendes mit den übrigen Embryos gemacht werden:

  • Kryokonservierung für spätere Zyklen
  • Spende für andere Frauen oder Pärchen Dies ist nur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. Alter unter 35 Jahren).
  • In einigen Ländern ist eine Spende an die Wissenschaft möglich, sofern es ein spezifisches Forschungsprojekt gibt.
  • Vernichtung (nur wenn die Frau ihren Fortpflanzungszyklus abgeschlossen hat).

Sowohl die erste als auch die zweite Option führen zu einem Kryotransfer. In beiden Fällen wird die Kryokonservierung mit dem Ziel durchgeführt, die Embryonen zu reproduktiven Zwecken zu verwenden, entweder für einen eigenen Zyklus oder für den Zyklus einer Frau oder eines Paares, das sich entscheidet, die Embryonen zu übernehmen.

Schritt für Schritt

Ein eingefrorener Embryotransferzyklus ist nur der letzte Schritt eines normalen IVF-Zyklus. Der IVF-Ablauf könnte sozusagen in zwei Blöcke eingeteilt werden: Einerseits die Embryoextraktion (Follikelstimulation, Follikelpunktion und Befruchtung) und andererseits die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut und der Embryotransfer.

Beide Teile können von derselben Person oder von verschiedenen Personen durchgeführt werden. Letzteres geschieht in Embryonenspendezyklen, auch Embryonenadoptionszyklen genannt.

Auf jeden Fall muss die Patientin, die sich dem letzten Teil unterziehen wird, ihr Endometrium (Gebärmutterschicht) vorbereiten, um die Einnistung der Embryonen zu begünstigen und damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.

Das Protokoll, das in einem eingefrorenen Embryotransferzyklus befolgt wird, ist komfortabler und einfacher als das in der normalen IVF. Es ist keine tägliche Injektion oder mehrfache Ultraschallkontrolle erforderlich. Es ist auch nicht notwendig, sich einer Operation zu unterziehen, und die Nebenwirkungen sind in den meisten Fällen gleich null.

Die Schritte sind folgende:

Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut

Zuerst erhält die Frau GnRH-Analoga, um die natürliche Hormonregulation zu blockieren und eine bessere Kontrolle zu ermöglichen. Auch orale Verhütungsmittel können verwendet werden.

Die Behandlung erfolgt dann in Form von Östrogenen, die oral oder in Pflastern verabreicht werden. Darüber hinaus sollte Progesteron etwa 3-5 Tage vor dem Transfer entweder in Tabletten oder Vaginaleiern verabreicht werden.

Dieses Medikament wird in der Regel zwischen dem ersten und dritten Tag der Menstruation zum ersten Mal eingenommen, d.h. zu Beginn des Zyklus und wird bis zur Übertragung (ca. 10-15 Tage) beibehalten. Während dieser Zeit wird die Patientin ein oder zwei Mal mit Ultraschall untersucht, so dass der Spezialist den Zustand der Gebärmutterschleimhaut überprüfen kann.

Wenn die Gebärmutterschleimhaut empfänglich ist, d.h. trilaminar aussieht und ca. 7 bis 10 mm dick ist, wird der Transfertag geplant und das Verabreichungsmuster für Progesteron festgelegt.

Auftauen von Embryonen

Wenn der Transfertag feststeht, werden die Embryonen basierend auf dem Tag, an dem sie eingefroren wurden, aufgetaut. Wenn die Embryonen also am dritten Tag eingefroren wurden und in diesem Stadium übertragen werden sollen, werden sie am selben Tag des Transfers aufgetaut. Wenn sie am 5. Tag transferiert werden sollen und am 3. Tag eingefroren wurden, werden sie zwei Tage vor dem Transfer aufgetaut und in Kultur gelassen, um ihre Entwicklung zu verfolgen.

Sie zwischen dem Auftauen und dem Transfer unter Beobachtung zu lassen, kann hilfreich sein, um den besten zu transferierenden Embryo auszuwählen.

Transfer

Der Transfer ist ein schneller, einfacher und schmerzfreier Prozess, der in der Praxis selbst oder im Operationssaal durchgeführt werden kann. Eine Anästhesie ist nicht erforderlich.

Der Gynäkologe erhält aus dem Labor eine Kanüle, die den oder die Embryonen enthält. Mit besonderer Vorsicht führt er sie in die Gebärmutter der Frau ein, die sich gynäkologischer Position befindet.

Wenn der Gynäkologe den Boden der Gebärmutter erreicht, achtet darauf, die Wände nicht zu zerreißen, drückt den Kolben der Kanüle und legt die Embryonen in die Gebärmutterhöhle. Das Verfahren wird mithilfe von Ultraschall durchgeführt, d.h. die Gebärmutter wird durch Ultraschall sichtbar gemacht.

Die Frau bleibt dann 10-15 Minuten auf der Trage. Nach dieser Ruhepause kann sie ihrem Alltag nachgehen- wird aber empfohlen, große körperliche Anstrengungen zu vermeiden.

Es ist wichtig, dass die Patientin ungeschminkt, unparfümiert und mit voller Blase zum Transfer geht, da so die Beobachtung der Gebärmutter über den Ultraschall erleichert wird.

Natürlicher Zyklus oder künstlicher Zyklus?

Die zuvor erwähnte Behandlung bezieht sich auf den sogenannten künstlichen Zyklus bei eingefrorenem Embryotransfer.

Der Zyklus erhält diesen Namen, weil wir damit die natürliche Kontrolle des Menstruationszyklus durch künstliche Kontrolle durch die Verabreichung von exogenen Hormonen, insbesondere GnRh-Analoga, Östrogenen und Progesteron, ersetzen. Auf diese Weise imitieren wir das Verhalten der Natur, aber auf kontrollierte Weise, um die Chancen einer Schwangerschaft zu maximieren.

Der Transfer von gefrorenen Embryonen kann auch in einem natürlichen Zyklus erfolgen, wobei das natürliche Wachstum des Endometriums genutzt wird.

In einem natürlichen Zyklus wird der spontane Eisprung der Frau genutzt, der durch Ultraschallbilder untersucht wird. Auf diese Weise wird der Eisprung so gestaltet, dass er mit der In-vitro-Fertilisation zusammenfällt. Wenn der eingefrorene Embryo also 3 Tage alt ist, wird er 3 Tage nach dem Eisprung übertragen.

Aus dem Embryotransfer wird Progesteron verabreicht, um das Endometrium in einem optimalen Zustand zu halten.

Wie wir sehen können, ist der Unterschied zwischen den beiden Protokollen des Kryotransfers die Art und Weise, wie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gefördert wird: die Nutzung der natürlichen Östrogene, die vom Eierstock freigesetzt werden, oder die Blockade dieser Freisetzung und deren künstliche Verabreichung.

Erfolgsrate

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft in einem Zyklus mit gefrorenen Embryonen hängt stark von der Qualität der Embryonen nach dem Auftauen und den Eigenschaften der Gebärmutter ab.

Die neue Technik der Embryovitrifizierung ermöglicht sehr hohe Überlebensraten. Daher ist es unerlässlich, dass die endometriale Vorbereitung personalisiert und unter sorgfältiger Kontrolle erfolgt.

Auf jeden Fall sind die Erfolgsraten zwar hoch, aber im Allgemeinen etwas niedriger als die Raten, die in einem IVF-Zyklus mit frischem Transfer erzielt werden.

Bei Frauen oder Paaren, die bereits ein erstes Kind im frischen Zyklus gehabt haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, mit den überschüssigen Embryonen in einem zweiten Zyklus eine Schwangerschaft zu erreichen, da wir bereits wissen, dass die Embryonen dieses Zyklus in der Lage waren, ein erstes Kind zu zeugen. Wie wir jedoch bereits angedeutet haben, hängt dies von den Merkmalen jedes Augenblicks und der Überlebensfähigkeit der Embryonen ab.

Kosten

Das Auftauen von Embryonen für den Transfer in einen aufgeschobenen Zyklus ist kostengünstiger als ein IVF-Zyklus, da eine Stimulation der Eierstöcke und eine In-vitro-Fertilisation nicht erforderlich sind.

Die Kosten sind abhängig von der Kinderwunschklink und liegen in der Regel bei 600 und 2000 €. Es sollte auch beachtet werden, dass die Kosten der Medikamente zur Follikelstimulation und zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut meistens in der künstlichen Befruchtung nicht mitinbegriffen ist.

Fragen die Nutzer stellten

Wieviele Kryotransfers können nacheinander gemacht werden?

durch Dra. María Eugenia Ballesteros Moffa (gynäkologin).

Es gibt kein Limit; es hängt von der verfügbaren Anzahl eingefrorener Embryos ab.

Wann kann nach einem Kryotransfer der Schwangerschaftstest gemacht werden?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der Schwangerschaftstest wird in der Regel etwa 14 Tage nach dem Transfer durchgeführt. Auf diese Weise ist das Ergebnis zuverlässiger, da die Wahrscheinlichkeit sinkt, ein falsches Negativ oder falsches Positiv zu erhalten.

Es gibt Situationen, in denen der Transfer von Blastozysten (Tag 5-6 der embryonalen Entwicklung) erfolgt, in denen ab dem 10. Tag nach dem Transfer ein zuverlässiges Ergebnis erwartet wird. Wie bereits jedoch angedeutet, empiehlt es sich zwei Wochen zu warten, um einen Schwangerschaftstest zu machen.

Ist der Transfer von gespendeten gefrorenen Embryonen derselbe wie der von eigenen Embryonen aus einem früheren Zyklus?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Tatsächlich ist das Verfahren das gleiche: Die Embryonen werden aufgetaut und in die Gebärmutter der Frau übertragen, unabhängig davon, woher sie stammen.

Wann wird ein Kryotransfer gemacht?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der Transfer von gefrorenen Embryonen wird in verschiedenen Situationen eingesetzt. Die häufigsten sind:

  • Embryo-Spende
  • Frauen oder Paare, die bereits ein Kind bekommen haben und ein zweites Kind mit den Embryonen haben wollen, die sie im ersten Zyklus kryokonserviert haben.
  • Frauen oder Paare, die nach dem ersten fehlgeschlagenen Frischetransfer es mit den verbleibenden Embryonen erneut versuchen wollen.
  • Wenn der Frischetransfer aus verschiedenen Gründen abgebrochen werden musste, z.B. aus einer schlechten Endometriumvorbereitung, weil auf die Ergebnisse der PID (Präimplantationsdiagnostik) gewartet werden, etc.
  • Frauen oder Paare mit mehreren Implantationsfehlern bei frischen Transfers, bei denen die Ursache in der Gebärmutterschleimhaut vermutet wird.

Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass ein verzögerter Transfer die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung erhöht, da Medikamente zur Follikelstimulation die Qualität des Endometriums verändern und die Einnistung von Embryonen erschweren können.

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In der Erklärung des folgenden Protokolls für den Transfer von gefrorenen Embryonen haben wir darauf hingewiesen, dass der Transfer selbst dem eines frischen Zyklus entspricht. In diesem Artikel können Sie weitere Details zu diesem Verfahren lesen: Was ist der Embryotransfer?

In der Regel werden Embryonen am Tag 3 oder Tag 5-6 übertragen. Die Wahl hängt von mehreren Faktoren ab. Wollen Sie wissen, welche? Klicken Sie hier: Ist es besser, den Embryotransfer am 3. Tag oder 5. Tag durchzuführen?

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Literaturverzeichnis

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Fragen die Nutzer stellten: 'Wieviele Kryotransfers können nacheinander gemacht werden?', 'Wann kann nach einem Kryotransfer der Schwangerschaftstest gemacht werden?', 'Ist der Transfer von gespendeten gefrorenen Embryonen derselbe wie der von eigenen Embryonen aus einem früheren Zyklus?' Und 'Wann wird ein Kryotransfer gemacht?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Edurne Martínez Sanz
Edurne Martínez Sanz
Leitende Embryologin
Abschluss in Biochemie an der Universität Navarra und Master in Biotechnologie am Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI) und an der Universität Valencia (UV). Mehr als 10 Jahre Erfahrung als Embryologe in Kliniken für assistierte Reproduktion, darunter IVI, Grupo Hospitalario Quirónsalud und derzeit Reproducción Bilbao. Mehr über Edurne Martínez Sanz
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Navarra. Promotion in Medizin und Chirurgie an der Universität Baskenlande/Euskal Herriko Unibertsitatea. Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe (MIR). Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung und ist ordentlicher Professor an der Universität Baskenland/Euskal Herriko Unibertsitatea. Er ist außerdem Professor für den Master menschlicher Fortplanzung an der Universität Madrid. Vizepräsident der spanischen Vereinigung für Fruchtbarkeit, SEF. Mehr über Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Zulassungsnummer: 484806591
Dra. María Eugenia Ballesteros Moffa
Dra. María Eugenia Ballesteros Moffa
Gynäkologin
Studium der Medizin und Chirurgie an der Universität von Saragossa mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und Gynäkologie. Sie kann auf eine lange Karriere als Gynäkologin mit Schwerpunkt assistierte Reproduktion zurückblicken und ist ausserdem ausserordentliche Professorin an der Abteilung für Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Saragossa. Mehr über Dra. María Eugenia Ballesteros Moffa
Zulassungsnummer: 5010696
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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