Die Placenta praevia: Ursachen, Diagnose und Geburt

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 30/10/2019

Die Plazenta ist ein mütterlich-fötales Organ, das sich während der Schwangerschaft entwickelt, sich in der Gebärmutter befindet und für die Deckung der Grundbedürfnisse des Fötus durch die Mutter verantwortlich ist: Atmung, Ernährung und Ausscheidung.

Einige Probleme während der Schwangerschaft können durch Störungen in der Plazenta entstehen. Einer dieser Fälle ist die Placenta previa, die auftritt, wenn die Plazenta im unteren Teil der Gebärmutter wächst und die gesamte oder einen Teil der Öffnung des Gebärmutterhalses bedeckt.

Formen von Plazenta previa

Während die Schwangerschaft fortschreitet und die Gebärmutter wächst, bewegt sich die Placenta durch die Gebärmutter. In den ersten Schwangerschaftsmonaten ist es üblich, dass sich die Plazenta im unteren Teil der Gebärmutter befindet. Im Laufe der Wochen wächst sie weiter und platziert sich langsam in den oberen Bereich.

Im dritten Schwangerschaftstrimester misst die Plazenta etwa 22 cm und wiegt ungefähr 0,5 kg und muss sich bereits an der Spitze der Gebärmutter befinden, um den Geburtskanal freizugeben.

Passiert dies nicht, kommt es zur Placenta praevia. Diese kann in verschiedenen Formen auftreten:

Tiefsitzende Plazenta
die Plazenta befindet sich im unteren Teil der Gebärmutter, erreicht aber nicht die Öffnung des Gebärmutterhalses.
Placenta praevia marginalis
die Plazenta befindet sich neben dem Gebärmutterhals, deckt aber die Öffnung nicht ab.
Placenta praevia partialis
die Plazenta bedeckt einen Teil der Zervixöffnung.
Placenta praevia totalis
die Plazenta bedeckt einen Teil der Zervixöffnung.

Ursachen

Die genaue Ursache der Placenta previa ist unbekannt.

Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die dafür sorgen, dass einige Frauen dafür veranlagt sind: Diese sind folgende:

  • Fehlbildungen in der Gebärmutter
  • Zwillingsschwangerschaft oder Mehrlingsschwangerschaft
  • Bereits mehrere Geburten
  • Kurze Zeit zwischen zwei Geburten
  • Eine frühere Kaiserschnittgeburt
  • Narben in der Gebärmutter aus früheren Abtreibungen oder Operationen
  • Fortgeschrittenes Alter
  • Tabak- und Kokainmissbrauch

Placenta previa tritt bei 1 von 200 schwangeren Frauen im dritten Schwangerschaftstrimester auf.

Diagnose

Die Placenta previa wird durch Ultraschall diagnostiziert, der zeigt, ob die Position der Plazenta korrekt ist oder nicht.

Wenn diese Erkrankung vor dem dritten Schwangerschaftstrimester erkannt wird, gibt es keinen Grund zur Sorge, da die Plazenta mit zunehmender Gebärmuttergröße wahrscheinlich ihre Position verändert.

Bei Nur 30% der Frauen mit Placenta previa vor der 24. Schwangerschaftswoche bleibt die Plazenta bis zum Geburtszeitpunkt in dieser Position.

Wenn die Frau ab der 20. Woche aus der Vagina blutet, ist ein Termin beim Gynäkologen für eine Ultraschalluntersuchung notwendig. Damit kann festgestellt werden, ob eine Placenta praevia vorliegt oder ein anderes Problem besteht.

Der Verlauf dieser Komplikation hängt von der Stärke der Blutung und der genauen Schwangerschaftswoche ab. Die Wahrscheinlichkeit, zum Zeitpunkt der Geburt eine Placenta praevia zu haben, steigt mit dem Schwangerschaftsalter.

Konkret haben etwa 70% der Frauen zum Zeitpunkt der Geburt eine Placenta praevia, wenn die Diagnose ab der 30. Woche gestellt wird. Es ist auch wahrscheinlicher, dass sie bestehen bleibt, wenn es sich um eine Placenta praevia totalis handelt, und nicht um eine Placenta marginalis oder partialis.

Symptome und Behandlung

Die meisten Frauen mit Placenta previa vor der 20. Schwangerschaftswoche weisen keine Symptome auf.

Die Symptome der Placenta praevia treten in der Regel auf, wenn die Placenta praevia später in der Schwangerschaft, ab der 20. Wochen auftaucht. Die Hauptsymptome sind schmerzfreie vaginale Blutungen mit hellrotem Blut und unterschiedlicher Intensität.

Die Blutungen entstehen, weil sich der Gebärmutterhals zu erweitern beginnt und die Blutgefäße in der Plazenta und dem Bereich, in dem sich die Plazenta befindet, reißt. Diese Blutung kann von selbst aufhören und einige Tage später wieder beginnen. Manchmal kommt es erst zu vaginalen Blutungen, wenn die Wehen beginnen.

Abhängig von der Stärke der Vaginalblutung und der Art der Placenta praevia wird wie folgt vorgegangen:

Leichte Blutungen und tiefsitzende Plazenta oder Placenta marginalis
der Arzt verordnet absolute Bettruhe, weniger Aktivitäten und das Becken in Ruhe zu lassen, was bedeutet, keinen Sex zu haben oder Tampons zu verwenden.
Starke Blutungen und Placenta praevia partialis oder totalis
die Schwangere wird wahrscheinlich zur besseren Überwachung ins Krankenhaus eingeliefert und mit Bluttransfusionen behandelt. Erhöhte Blutungen können die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden.

Der Arzt muss dann eine Entscheidung über die Art der Geburt treffen, die in den meisten Fällen geplant ist.

Entbindung mit Placenta praevia

Die Vorgehensweise bei der Geburt mit Plazenta praevia hängt von der Art und Schwere ab.

Im Falle einer Schwangerschaft mit komplikationsloser Placenta praevia ist eine vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt um die 37. Woche geplant. Eine Schwangerschaft bis zum Geburtstermin wird nicht empfohlen, da das mit Placenta previa verbundene Risiko viel größer sein könnte als bei einer Frühgeburt. So sollte beispielsweise ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden, wenn in den letzten Wochen der Schwangerschaft schwere Blutungen auftreten.

Im Allgemeinen gebären die meisten Frauen mit Placenta praevia partialis oder totalis durch einen Kaiserschnitt, da eine vaginale Geburt schwere Blutungen verursachen könnte, die für Mutter und Baby tödlich sein könnten.

Im Falle einer Schwangerschaft mit einer Placenta praevia, die reichlich Blutungen und andere Risikofaktoren aufweist, wird ein Kaiserschnitt durchgeführt, wenn die Frau mindestens in der 36. Woche ist. Zuvor können Kortikosteroide benötigt werden, um den Reifeprozess der fetalen Lunge zu beschleunigen.

Wenn die Frau unter der 35. Woche ist, bleibt sie zur Kontrolle der Blutungen im Krankenhaus. Im Falle von fetalem Distress und/oder unaufhaltsamen Blutungen wird auch ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Fragen die Nutzer stellten

Was sind die Anzeichen und Symptome einer Plazenta praevia in der Schwangerschaft?

durch Dr. Óscar Oviedo Moreno (gynäkologe).

Die Placenta praevia ist ein Schwangerschaftsproblem, bei dem die Plazenta im unteren Teil des Gebärmutterhalses wächst und ihre Öffnung ganz oder teilweise versperrt.

Das Hauptsymptom ist eine plötzliche, schmerzfreie Vaginalblutung. Sie wird durch Ultraschall erfasst, der die Position der Plazenta anzeigt.

In diesen Fällen ist es sinnvoll, eine umfassende Ultraschallkontrolle durchzuführen, um eine Frühgeburt zu vermeiden.

Manchmal ist es notwendig, einen Notkaiserschnitt durchzuführen.

Ist eine Vaginalgeburt mit Placenta praevia möglich?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Dies hängt von der Art der Placenta praevia ab. Handelt es sich um eine Placenta praevia marginalis oder totalis, aber mit einem Rand weniger als 2 cm von der Austrittsöffnung des Gebärmutterhalses entfernt, ist bei der Geburt notwendigerweise ein Kaiserschnitt nötig.

Wenn der Rand der Plazenta jedoch mehr als 2 cm von der Austrittsöffnung des Gebärmutterhalses entfernt ist, ist eine vaginale Geburt möglich. In diesem Fall, wenn während der Geburt Komplikationen auftreten oder Blutungen auftreten, sollte sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Welche Komplikationen können in der Schwangerschaft mit einer Placenta praevia auftreten?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die Hauptkomplikation sind starke Blutungen, die vor oder während der Geburt auftreten können. Großer Blutverlust ist für Mutter und Fötus lebensbedrohlich. Darüber hinaus kann das Baby im Falle eines Kaiserschnittes sehr früh geboren werden, ohne dass sich seine Hauptorgane, wie z.B. die Lunge, entwickelt haben.

Eine weitere viel gefürchtete Komplikation ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Plazenta praevia zu einer Plazenta accreta wird. Dies geschieht, wenn die Plazenta tief in der Gebärmutter sitzt und sich zum Zeitpunkt der Geburt nicht mehr ablöst, was zu massiven Blutungen führen kann und zu einer Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) führen muss.

Was muss man bei einer Schwangerschaft mit Placenta praevia beachten?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Wenn Ihr Arzt bei einer Ultraschallkontrolle Placenta praevia diagnostiziert, wird er Ihnen höchstwahrscheinlich empfehlen, große Belastungen zu vermeiden, ein ruhiges Leben zu führen und auf Sex zu verzichten.

Auch lange Reisen, insbesondere ins Ausland, sollten vermieden werden, ebenso wie Stress und Erschöpfung. Im Falle einer Vaginalblutung sollte die Schwangere so schnell wie möglich in die Notaufnahme gehen.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Óscar Oviedo Moreno
Dr. Óscar Oviedo Moreno
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität von Caldas (Kolumbien) und Facharzt für Innere Medizin an der Pontificia Universidad Javeriana de Bogotá. Hochschulabschluss, der 2003 in Spanien anerkannt wurde. Spezialisierung in Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Complutense Madrid, mit Ausbildung am Hospital Clínico Universitario San Carlos de Madrid. Facharzt für Reproduktionsmedizin und Abschluss in Gynäkologischem Ultraschall (Stufe I, II und III). Mehr über Dr. Óscar Oviedo Moreno
Zulassungsnummer: 282858310
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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