Was ist Salpingitis? Ursachen, Symptome und Behandlung

durch (gynäkologin), (embryologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 03/10/2019

Salpingitis ist eine Art von Beckenentzündung (PID), bei der die Eileiter entzündet sind.

Sie ist eine der Ursachen für die eileiterbedingte Sterilität und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft.

Es können mehrere Symptome erscheinen; die meisten symptomatischen Patienten berichten jedoch von Schmerzen im Beckenbereich. Die Behandlung von Salpingitis erfolgt mithilfe von Antibiotika.

Beckenentzündung

Beckenentzündungskrankheiten sind Entzündungen und Infektionen des oberen Genitaltraktes. Es kann sich auswirken auf:

  • Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)
  • Myometrium (Myometritis)
  • Eileiter (Salpingitis)
  • Eierstöcke (Oophoritis)
  • Parametrium (Parametritis)
  • Bauchfell (Bauchfellentzündung)

Sie wird durch Bakterien aus der Vagina oder dem Gebärmutterhals verursacht, die zu einer dieser Strukturen aufsteigen und eine Infektion verursachen. Die häufigsten sind Chlamydia (Chlamydia trachomatis) und Gonorrhö (Neisseria gonorrhoeae), die sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) sind.

Darüber hinaus erhöht die Infektion mit einem dieser Krankheitserreger die Übertragbarkeit von HIV und anderen Geschlechtskrankheiten.

Arten der Salpingitis

Es gibt zwei Haupttypen von Salpingitis:

Akute Salpingitis
ist dasjenige mit den schlimmsten Symptomen (Fieber, akute Schmerzen im unteren Teil, etc.).
Chronische Salpingitis
kann unbemerkt bleiben (asymptomatisch) und machen sich meistens nach der Menstruation bemerkbar.

Je nachdem, ob es sich um eine oder beide Eileiter handelt, wird zwischen einseitiger und zweiseitiger Salpingitis unterschieden. Ungefähr 60% der Fälle ist zweiseitig, das heißt beide Eileiter sind betroffen.

Ursachen

Die Salpingitis betrifft in der Regel Frauen im gebärfähigen Alter und ihre Häufigkeit liegt bei 10-15% der sexuell aktiven Frauen, da eine der häufigsten Ursachen für Entzündungen der Eileiter Genitalinfektionen sind, insbesondere sexuell übertragbare Infektionen.

Etwa 40% der sexuell übertragbaren Infektionen enden mit einer Salpingitis.

In den meisten Fällen wird die Salpingitis durch eine Art Chlamydien verursacht, die so genannten Chlamydia trachomatis. Die Infektion beginnt in der Regel in der Vagina und wandert dann in den oberen Genitalbereich.

Andere mögliche Krankheitserreger, die sexuell übertragbar sind und diese Art von Entzündung verursachen, sind Gonokokken (Gonokokken-Salpingitis) und einige seltenere Arten von Mykoplasmen.

30-40% der Fälle von Salpingitis sind polymikrobiell bedingt, und unter den verursachenden Mikroorganismen finden wir einen Teil der aus der Vaginalflora stammt.

Bakterien können auch durch medizinische Verfahren, wie z.B. bei Platzierung eines Intrauterinpessars oder jeden invasiven Test, der Mikroorganismen aus der Vaginalflora herausziehen kann, in den oberen Genitalbereich gelangen. Einige dieser Techniken sind Ultraschall, Hysterosalpingographie und Hysteroskopie.

Es kann auch über die Blutbahne übertragen werden, wie bei Tuberkulose. Wenn die Infektion durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird, sprechen wir von einer tuberkulösen Salpingitis.

Risikofaktoren

Es gibt einige Situationen oder Faktoren, die das Risiko, an Salpingitis zu erkranken, erhöhen können. Die häufigsten sind:

  • Genitalinfektionen, vor allem Gonorrhö oder Chlamydien.
  • Frühere Beckenchirurgie.
  • Verwendung von Intrauterinpessar.
  • Vorgeschichten von Beckenentzündungen.
  • Vorgeschichten von sexuell übertragbaren Erkrankungen.
  • Mehrere Sexualpartner.
  • Sexuelle Aktivität vor dem 20. Lebensjahr.

Symptome

Die Salpingitis zeigt sich im Laufe der Zeit auf unterschiedliche Weise und kann von 2 Tagen bis 3 Wochen oder sogar Monatelang nach Kontakt mit dem Erreger andauern.

Dadurch dass bei manchen Patientinnen keine Symptome erscheinen, macht es einfacher sich zu infizieren und somit steigen auch die Chancen auf schwerwiegendere Komplikationen.

Die Symptome einer Salpingitis können je nach dem Mikroorganismus, der handelt, variieren- das typischte jedoch sind Schmerzen im Beckenbereich.

Andere Symptome, die auftreten können, sind:

  • Anormaler Vaginalausfluss mit dickem Ausfluss
  • Schmerzen während des Eisprungs
  • Unangenehmer und sogar schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dispaurenie)
  • Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), wenn sie von Urethritis (Entzündung der Harnröhre) begleitet werden
  • Vaginitis
  • Krämpfe im Beckenbereich

Komplikationen bei Salpingitis

Einige der Komplikationen, die auftreten können, sind:

  • Chronische Beckenschmerzen.
  • Eileiterbedingte Sterilität.
  • Eileiterschwangerschaft.
  • Wiederkehrende Beckenentzündung.
  • Beckenabszess.
  • Sepsis oder Infektion
  • Leber und Blinddarm werden in Mitleidenschaft gezogen.

Diagnose und Behandlung

Zur Diagnose einer Salpingitis werden die Symptome und die Sexualgeschichte der Patientin berücksichtigt und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Nur die schwerwiegendsten Fälle von Salpingitis können per Ultraschall festgestellt werden, wobei ausgeschlossen werden kann, dass keine andere Erkrankung vorliegt.

Eine mikrobiologische Analyse des Vaginalausflussees kann ebenfalls durchgeführt werden, um eine Infektion mit Krankheitserregern zu erkennen und zu identifizieren.

Im Allgemeinen lässt die Entzündung bei frühzeitiger Diagnose mit Medikamenten nach. Eine verspätete Diagnose kann jedoch zu schwerwiegenderen Komplikationen führen, die eine invasivere Behandlung erfordern und eher zu negativen Folgen führen.

Da es sich um eine Entzündung handelt, die normalerweise durch ein bakterielles Mittel verursacht wird, ist die Behandlung der Wahl die pharmakologische Behandlung, die aus Medikamenten auf Antibiotika-Basis und Entzündungshemmern gegen Schmerzen besteht.

Das verwendete Antibiotikum hängt von dem Mikroorganismus ab, der die Infektion verursacht. Einige der verwendeten sind Doxycyclin, Azithromycin, Erythromycin oder Levofloxacin.

Auch der Partner der Patientin sollte mit Antibiotika behandelt werden und es ist ratsam, bis eine Woche nach Beendigung der Behandlung keinen Geschlechtsverkehr zu haben.

In den schwersten Fällen, wenn die ambulante Behandlung nicht wirksam ist, kann es sein, dass die Patientin ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Wenn sich die Infektion der Eileiter verschlimmert, wird eine operative Behandlung durchgeführt. Wenn sich ein Beckenabszess mit Eiteransammlung entwickelt, kann eine Drainageoperation erforderlich sein. In schwereren Fällen kann auch eine Salpingektomie (Entfernung der Eileiter) notwendig sein.

Salpingitis, Sterilität und Unfruchtbarkeit

Die Tatsache, dass ein großer Prozentsatz der Patientinnen eine Chlamydia-Infektion mit einem subklinischen Bild (ohne Symptome) aufweist, bedeutet, dass sie nicht behandelt wird und sich auf den oberen Genitaltrakt ausbreitet. Diese subklinischen Fälle sind der Ursprung der meisten Fälle von eileiterbedingter Sterilität (Schwierigkeit bei Empfängnis).

Durch die Entzündung der Eileiterstrukturen wird die Durchlässigkeit der Eileiter behindert. Dies führt zu einem mechanischen Hindernis auf dem Weg der Eizelle zur Gebärmutter das es ihr erschwert, auf das Sperma zu treffen. Sie verhindert somit eine Befruchtung.

Darüber hinaus besteht bei 50% der Eileiterschwangerschaften diese medizinische Vorgeschichte.
Es hat sich auch gezeigt, dass etwa 20% der Patientinnen, die eine Fehlgeburt hatten, mit Chlamydien infiziert sind. Daher ist es auch eine Ursache für Infertilität. (Probleme, Schwangerschaft aufrechtzuerhalten)

Wenn Sie mehr über den Unterschied zwischen Sterilität und Infertilität erfahren möchten, können Sie den folgenden Artikel lesen: Ist Sterilität dasselbe wie Infertilität?

Wenn nach der Behandlung die Eileiter noch betroffen sind und ein Schwangerschaftswunsch besteht, ist eine In-vitro-Fertilisation (IVF) indiziert, da bei künstlicher Befruchtung aufgrund dieser Krankheit eine Schwangerschaft nicht erreicht werden kann.

Stellt sich eine Schwangerschaft ein, ohne dass die Chlamydieninfektion behandelt wurde, kann es zu Frühgeburten und Infektionen beim Neugeborenen kommen, die zu Bindehautentzündung und Lungenentzündung führen können.

Fragen die Nutzer stellten

Kann Salpingitis sehr schwer werden?

durch Dra. Blanca Paraíso (gynäkologin).

Nur eine Minderheit der Salpingitisfälle entwickelt Peritonitis oder Beckenabszesse, die sich mit intensiveren Schmerzen und allgemeinen Symptomen wie Fieber bemerkbar machen. Wenn es diesen Grad erreicht, ist manchmal eine Operation notwendig, um die Krankheit zu heilen, indem die Eileiter und sogar die Eierstöcke entfernt werden müssen.

In den schwerwiegendsten Fällen kann der Prozess auf andere Bauchorgane wie die Leber ausgedehnt werden oder sogar ins Blut gelangen (Sepsis), was ein Risiko für das Leben der Frau darstellt.
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Gibt es irgendein Hausmittel gegen Salpingitis?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Bei der Behandlung von Salpingitis werden absolute Ruhe und eine schonende Ernährung empfohlen, es ist aber auch zwingend erforderlich, eine Antibiotikabehandlung durchzuführen, da die Komplikationen bei dieser Krankheit sehr ernst werden können.

Schützen Verhütungsmittel gegen Salpingitis?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Nur Barriereverhütungsmittel wie Kondome können vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen, die die Hauptursache für Salpingitis sind.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass orale Verhütungsmittel die Häufigkeit von Salpingitis verringern: Durch sie wird der Zervixschleim dicker, was den Eintritt von Mikroorganismen erschwert.

Andererseits ist die Spirale, wie bereits im Artikel erwähnt, ein Risikofaktor für diese Erkrankung.

Ich bin noch Jungfrau- kann ich trotzdem Salpingitis bekommen?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Es kommt sehr selten vor, dass man Salpingitis bekommt, ohne Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Einige medizinische Verfahren, wie die Hysteroskopie, können diese Erkrankung durchaus verursachen.

Was ist Salpingitis isthmica nodosa?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Salpingitis isthmica nodosa ist eine knötchenförmige Verdickung des isthmischen Teils der Eileiter, kann aber auch den gesamten Eileiter betreffen.

Es ist ein progressiver und irreversibler Prozess, der Unfruchtbarkeit und ein erhöhtes Risiko einer extrauterinen Schwangerschaft verursacht.

Die genaue Ursache dieser Veränderung ist unbekannt, obwohl sie höchstwahrscheinlich entzündlichen Ursprungs ist.

Für Sie empfohlen

Wir haben über Geschlechtskrankheiten als die häufigste Ursache für Salpingitis gesprochen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, welche Arten von sexuellen Infektionen es gibt, können Sie hier weiterlesen: Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) bei Männern und Frauen.

Außerdem können Sie im folgenden Artikel mehr über andere Veränderungen in den Eileitern erfahren, die Sterilität verursachen: Weibliche Infertilität durch Erkrankungen der Eileiter.

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Literaturverzeichnis

Dun EC, Nezhat CH. Tubal factor infertility: diagnosis and management in the era of assisted reproductive technology. Obstet Gynecol Clin North Am. 2012 Dec;39(4):551-66.

Hafner LM. Pathogenesis of fallopian tube damage caused by Chlamydia trachomatis infections. Contraception. 2015 Aug;92(2):108-15.

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Kurtoglu E1, Kokcu A, Celik H, Kefeli M. Salpingitis isthmica nodosa and recurrent ectopic pregnancy. J Obstet Gynaecol. 2015 Feb;35(2):217-8.

Mårdh PA, Svensson L. Chlamydial salpingitis. Scand J Infect Dis Suppl. 1982;32:64-72.

Sweet RL. Chlamydial salpingitis and infertility. Fertil Steril. 1982 Nov;38(5):530-3.

Fragen die Nutzer stellten: 'Kann Salpingitis sehr schwer werden?', 'Gibt es irgendein Hausmittel gegen Salpingitis?', 'Schützen Verhütungsmittel gegen Salpingitis?', 'Ich bin noch Jungfrau- kann ich trotzdem Salpingitis bekommen?' Und 'Was ist Salpingitis isthmica nodosa?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Blanca Paraíso
Dra. Blanca Paraíso
Gynäkologin
Medizinstudium und Promotion an der Universität Complutense Madrid (UCM). Diplom in Statistik in den Gesundheitswissenschaften. Facharzt für Gynäkologie und Assistierte Reproduktion. Mehr über Dra. Blanca Paraíso
Zulassungsnummer: 454505579
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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