Samenspende: Voraussetzungen um Spender zu werden, Kosten und Behandlungen

durch (gynäkologin), (gynäkologin), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 21/07/2017

Die Samenspende ist ein Akt der Solidarität, der es vielen Menschen ermöglicht, Eltern zu werden, entweder durch künstliche Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation (IVF).

Um Samen zu spenden, ist es notwendig bestimmte Anforderungen zu erfüllen, um den Erfolg dieser Behandlungen zu gewährleisten. Deshalb sind bestimmte Tests notwendig um angenommen zu werden. Darüber hinaus erhalten die Spender einen finanziellen Ausgleich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Aus diesen Gründen verteuern sich die Ausgaben für eine Kinderwunschbehandlung mit einer Samenspende um ca. 200-500 €.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Brauche ich einen Samenspender?

In den letzten Jahren hat die Verwendung der Samenbank bei Behandlungen der assistierten Reproduktion stark zugenommen. Das liegt daran, dass immer mehr Menschen diese Techniken benötigen, um Kinder zu bekommen, insbesondere lesbische Paare und Frauen, die alleinerziehende Mütter werden wollen.

Spendersamen wird hauptsächlich in den folgenden Fällen verwendet:

  • Bei sehr schwerer männliche Unfruchtbarkeit, wenn das Sperma des Partners nicht verwendet werden kann. Zum Beispiel bei der sekretorischen Azoospermie.
  • Um eine vom männlichen Partner übertragbare genetische Krankheit zu vermeiden, insbesondere in Fällen, in denen sie durch die genetische Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht nachweisbar ist.
  • Fehlen eines männlichen Partners.

Daraus wird geschlossen, dass die Samenspende immer dann eingesetzt wird, wenn das Sperma des Partners aus irgendeinem Grund nicht verwendet werden kann.

Woraus besteht eine Samenspende?

Die Samenspende ist ein relativ einfacher Vorgang, da sie lediglich aus der Spende von ejakuliertem Samen besteht: Es ist kein chirurgischer Eingriff erforderlich, wie dies bei der Eizellenspende der Fall ist.

Darüber hinaus wird der Samen in einer Samenbank eingefroren, so dass er später von einer Frau oder einem Paar verwendet werden kann, die ihn für die Kinderwunschbehandlung benötigen. Die Samenspende kann erst frühestens 6 Monate nach der Spende verwendet werden, wenn nachgewiesen wurde, dass diese völlig frei von sexuell übertragbaren Krankheiten ist.

Daher ist es nicht notwendig, dass sich der Spender mit dem Paar abstimmt um spenden zu können, er kann spenden wann es ihm am besten passt. Das sorgt auch dafür, dass der Prozess für ihn bequemer ist.

In Deutschland ist die Spende anonym und altruistisch. Das Kinderwunschzentrum wird mit allen Informationen versorgt und der Spendenvorgang wird aufgezeichnet; die Eltern jedoch können die Identität des Spenders nicht erfahren und nicht aus seinen Eigenschaften wählen. Außerdem erhält der Spender weder die Identität des Empfängerpaares oder der Empfängerin noch Informationen über die Patienten, die das Sperma verwenden.

Jedoch sollte beachtet werden, dass seit dem neuen Samenspendergesetz Personen, die durch eine Samenspende gezeugt wurden sind, Auskünfte zu ihrem biologischen Vater erhalten können. Samenspender sind künftig verpflichtet, bestimmte personenbezogene Daten bei der Samenbank aufnehmen zu lassen, also Name, Geburtstag und -ort sowie Staatsangehörigkeit und Anschrift. Diese Angaben werden im Anschluss bei einer Geburt an das Samenspenderregister übermittelt.

Wer kann Samenspender werden?

Jeder zeugungsfähige Mann der körperlich und geistig gesund ist und über eine optimale Samenqualität verfügt, kann Samenspender werden.

Um Sperma zu spenden ist es notwendig, eine Reihe von Anforderungen zu erfüllen und ein paar einfache Schritte zu befolgen. Diese erläutern wir unten:

Voraussetzungen für die Samenspende in Deutschland

Das deutsche Recht stellt folgende Forderungen an den Spender:

  • Mindestalter zwischen 18 und 40 Jahren
  • Freiwillig und im Vollbesitz geistiger Kräfte spenden
  • Darf nicht an einer auf Nachkommen übertragbaren Infektionskrankheit wie HIV, Hepatitis B und C oder Syphilis leiden.
  • Keine genetische Erkrankung oder familiäre Vorgeschichte von Erbkrankheiten haben.
  • Körperliche und geistige Gesundheit Dies wird durch medizinische und psychologische Tests belegt.
  • Eine ausgezeichnete Samenqualität aufweisen, um eine hohe Erfolgsrate und das Überleben der Spermen während des Gefrierprozesses zu garantieren.
  • Nicht mehr als 6 Kinder zum Zeitpunkt der Spende auf nationalem Gebiet zu haben, um Probleme von cosanguinidad zu vermeiden.

Erfüllt der potentielle Kandidat keine dieser Voraussetzungen, wird er in keiner deutschen Samenbank angenommen.

Wie spendet man Sperma?

Um Sperma zu spenden, muss der potenzielle Spender in ein Kinderwunschzentrum gehen; dort werden sowohl die bisherigen Tests, um als Spender zugelassen zu werden, durchgeführt als auch die Spende nach der Aufnahme des Kandiaten gemacht. Folgende Proben werden an den Spendern durchgeführt:

  • Spermiogramm(Samenanalyse)
  • Gefrierprobe des Samens
  • Gentest
  • Untersuchung von Infektionskrankheiten
  • Psychologischer Test

Falls die Untersuchungen bestanden werden und der Kandidat als Spender zugelassen wird muss dieser folgendes unternehmen:

  • Für eine optimale Spemienqualität muss der Spender 3-5 Tage sexuell abstinent bleiben.
  • In einem privaten Bereich im Zentrum selbst wird die Ejakulation in einem Becher abgelegt und an das Labor geliefert.
  • Blut- und Urintests sollten zu Beginn der Spende und bei allen von der Klinik geforderten Anlässen durchgeführt werden.

Die gleichen Schritte werden vom Klinikpersonal angegeben, das dafür verantwortlich ist, Anweisungen zu geben, wann, unter welchen Bedingungen und ob es notwendig ist, einen Test zu wiederholen.

Der Spendenprozess dauert je nach Zentrum zwischen 3 und 9 Monaten, in der Regel jedoch etwa 6 Monate. Eine wöchentliche Probe sollte hinterlegt werden, so dass der Spender sich auf die Tage und Zeiten einigen sollte, an denen er in das Zentrum dafür kommen könnte.

Alle vom Spender abgegebenen Samenproben werden eingefroren und in einer Samenbank aufbewahrt. Die Proben können jahrelang eingefroren bleiben, da sie sich in flüssigem Stickstoff befinden. Bei der Verwendung werden sie aufgetaut und die Spermien behalten ihre funktionellen und morphologischen Eigenschaften bei.

Finanzielle Entschädigung der Spender

Es wird eigentlich nicht für das Sperma bezahlt: Es handelt sich nicht um einen Verkauf von Gameten, da es eine Straftat darstellen würde. Das Geld, das bezahlt wird, ist eine Entschädigung, die die Klinik dem Spender für alle Unannehmlichkeiten gewährt, die der Besuch des Zentrums, die Durchführung aller Tests, die damit verbundenen Arbeitsausfälle usw. mit sich bringt. Es handelt sich also um Aufwandsentschädigung.

Die Entschädigung beträgt ca. 30€ bis 50€ für jede Spende. Je nachdem wie lange die Spende dauert, variiert der Gesamtbetrag.

In der Regel gibt es 25 Spenden, so dass man während des gesamten Prozesses etwa auf 1.200€ kommt. Dieser Betrag wird in der Regel je nach Klinik in Raten pro Woche oder Monat bezahlt.

Wie man einen Samenspender auswählt

In Deutschland ist es nicht möglich, weder einen Samenspender noch eine Eizellspenderin zu wählen, so dass zukünftige Eltern keinen Katalog von Samenspendern sehen werden, wie es in anderen Ländern der Fall ist.

Es ist die Kinderwunschklink selbst die den Spender oder die Spenderin an die Personen, die eine Spende benötigen, zuweist. Die Mitarbeiter des Zentrums suchen immer nach einer größtmöglichen Ähnlichkeit zwischen dem Spender und dem Empfängerpaar oder der Empfängerin. Unter keinen Umständen dürfen Eltern ihre Präferenzen angeben oder bestimmte körperliche oder persönliche Eigenschaften wählen.

Die Wahl wird auf der Grundlage der unterschiedlichen Eigenschaften des Paares oder der Frau getroffen:

Körperliche Eigenschaften
Ethnische Zugehörigkeit, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe, Größe, etc.
Immunologische Eigenschaften
blutgruppe und Rh-Faktor.

Wenn also ein heterosexuelles Paar kaukasische Merkmale hat, wird ihm ein Spender zugewiesen, der auch diese Merkmale hat, er wird nie ein Spender einer anderen ethnischen Herkunft oder mit Merkmalen, die eine andere ethnische Herkunft oder Nationalität repräsentieren, zugewiesen. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass sie der Frau, die die Probe erhält, körperlich so ähnlich wie möglich ist.

Schwangerschaft durch Samenspende

Es gibt zwei Techniken der assistierten Reproduktion, die mit Spendersamen durchgeführt werden können:

Die künstliche Befruchtung (IUI)
ist die einfachste Technik und besteht darin, das Sperma des Spenders mit einer Kanüle direkt in die Gebärmutter der Frau einzuführen.
In-vitro-Fertilisation (IVF)
bei dieser Technik müssen die Eizellen direkt aus dem Eierstock entnommen werden, damit sie im Labor mit Spendersamen befruchtet werden können.

In beiden Fällen kommt der verwendete Samen aus einer Samenbank, in der die Spermien eingefroren bleiben, um ihre Eigenschaften und Funktionalität bis zum Zeitpunkt des Bedarfs zu bewahren.

Kinder, die durch einen Samenspender in Deutschland geboren wurden, dürfen zukünftig ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit von ihrem biologischen Vater erfahren. Spender haben jedoch keine rechtlichen Ansprüche auf die durch die Samenspende gezeugten Kinder.

Kosten einer Samenspende

Der Preis hängt von der Behandlung, der Klinik, in der sie durchgeführt wird, der Anzahl der Versuche zur Erreichung der Schwangerschaft und der Frage ab, ob im konkreten Fall eine zusätzliche Technik erforderlich ist.

Im Allgemeinen kann in Deutschland eine künstliche Befruchtung mit Spendersamen zwischen 800 und 1500€ kosten. Zu diesem Preis kommen noch hormonelle Medikamente zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut hinzu, die normalerweise nicht in der Behandlung enthalten sind. Die Kosten für dieses Medikament liegen bei ca. 300€.

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist teurer, da sie mehr Eingriffe und Instrumente erfordert. Der Preis für eine IVF mit Spendersamen liegt zwischen 32.000-5000€. In diesem Fall sind in der Regel auch keine Medikamente enthalten. Diese können etwa 1000-1200€ kosten, da eine höhere Dosis als bei der Befruchtung benötigt wird.

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Erfolgsrate mit Spendersamen

Da die Spender einer strengen Analyse unterzogen werden und die Kriterien, die sie erfüllen müssen, sehr anspruchsvoll sind, sind die Erfolgsraten bei der Verwendung von Spenderproben höher als bei der Verwendung von Spermien des Partners.

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hängt aber auch vom Alter der Patientin und der Ursache der Unfruchtbarkeit ab, da sie die Qualität und Menge der im Eierstock verfügbaren Eizellen und damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft direkt beeinflusst.

Auch die hormonelle Medikation, die für die Behandlung verwendet wird, und die erhaltene endometriale Empfänglichkeit sind relevant.

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft variiert je nach Alter der Frau zwischen ca. 13 und 22% pro Versuch. AB 40 ist die Chance auf eine Schwangerschaft wesentlich geringer, wenn die Wunschmutter ihre eigenen Eier verwendet.

Da die Eierstockreserve (Anzahl der Eier im Eierstock) ab 35-37 Jahren drastisch abnimmt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung gering und eine direkte In-vitro-Fertilisation (IVF) wird daher empfohlen.

Im Falle der IVF kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit Spendersamen in jedem Zyklus bei etwa 40-45% liegen.

In diesem Artikel finden Sie alle Informationen über die Schwangerschaftsraten in den verschiedenen Behandlungen:

Fragen die Nutzer stellten

Bezahlen alle Kliniken gleich viel für die Samenspende?

durch Dra. Paloma de la Fuente Vaquero (gynäkologin).

Die Spende sollte immer als ein absolut uneigennütziger Prozess verstanden werden, die finanzielle Aufwandsentschädigung wird von jedem Zentrum festgelegt.

Wie wird das Spendersamen eingefroren und wie lange wird es gelagert?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der Samen wird im Zentrum für assistierte Reproduktion oder in der Samenbank eingefroren, wo die Probe geliefert wird. Dazu wird die Probe in Behälter (Strohhalme oder Kryoröhrchen) gelegt und bei -196°C in flüssigen Stickstoff getaucht.

In flüssigem Stickstoff gefrorene Samenproben können problemlos über Jahre gelagert werden. Die Spermien sind überhaupt nicht beschädigt und haben praktisch die gleichen Eigenschaften wie beim Einfrieren.

Was bekommt man fürs Samen spenden bezahlt?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Es gibt nur eine Aufwandsentschädigung für die erbrachte Zeit und Mühe, und stellt keine Zahlung an sich da. Es werden zwischen 30 und 50€ für jede gespendete Probe bezahlt.

Gibt es einen Spenderkatalog wo ich meinen Spender aussuchen kann?

durch Rebeca Reus (embryologin).

In Deutschland gibt es keinen Spenderkatalog da die Spende anonym durchgeführt werden muss. Im Ausland gibt es aber durchaus Spenderkataloge wo Sie Ihren Spender nach gewünschten Eigenschaften auswählen können.

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Die Samenbank wird sowohl bei künstlicher Befruchtung als auch bei Behandlungen in der in-vitro-Fertilisation genutzt. Wenn Sie mehr zu den Techniken lesen möchten, empfehlen wir diese Artikel:

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Literaturverzeichnis

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Fragen die Nutzer stellten: 'Bezahlen alle Kliniken gleich viel für die Samenspende?', 'Wie wird das Spendersamen eingefroren und wie lange wird es gelagert?', 'Was bekommt man fürs Samen spenden bezahlt?' Und 'Gibt es einen Spenderkatalog wo ich meinen Spender aussuchen kann?'.

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Autoren und Mitwirkende

Dra. Nadia Caroppo
Dra. Nadia Caroppo
Gynäkologin
Medizinstudium an der Universität Buenos Aires mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe. Weitreichende Erfahrung als Frauenärztin und Geburtshelferin in verschiedenen spanischen und internationalen Krankenhäusern. Erfahrung als Leiterin der Pathologieabteilung des unteren Geschlechtstraktes und der Kolposkopie. Mehr über Dra. Nadia Caroppo
Zulassungsnummer: 460844481
Dra. Paloma de la Fuente Vaquero
Dra. Paloma de la Fuente Vaquero
Gynäkologin
Abschluss des Medizinstudiums an der Universidad Complutense Madrid mit Master-Abschluss in Humanreproduktion und Doktorat in Medizin und Chirurgie an der Universität Sevilla. Als Mitglied der Spanischen Gesellschaft für Fertilität (SEF) und der Spanischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SEGO) übt sie derzeit ihre Tätigkeit als Gynäkologin mit Schwerpunkt assistierte Reproduktion in der Klinik YES! Reproducción aus. Mehr über Dra. Paloma de la Fuente Vaquero
Zulassungsnummer: 4117294
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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