Männliche Sterilität durch Veränderungen im Sperma: Ursachen und Behandlungen

durch (gynäkologin), (embryologe), (embryologin) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 11/12/2018

Männliche Sterilität wird durch Störungen in der Samenqualität verursacht, das heißt in den Spermien. Diese Veränderungen können mittels eines Spermiogramms diagnostiziert werden und einige der häufigsten sind Asthenozoospermie, Teratozoospermie und Azoospermie.

Ursachen

Während der Spermatogenese (der Prozess der Spermienbildung) kann es zu einer Reihe von Fehlern kommen, die zur Produktion von verändertem Sperma führen, sei es in Morphologie, Konzentration oder Mobilität.

Ein Defekt in der Qualität des Samens kann die Befruchtung der Eizelle erschweren oder verhindern, so dass eine Schwangerschaft auf natürliche Weise nicht erreicht werden kann. Daher sind diese Veränderungen im Sperma eine Ursache für die männliche Sterilität.

Dank der Techniken in der assistierten Reproduktion können Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen jedoch biologische Eltern werden. Mit dem Fortschritt dieser Behandlungen sind sowohl die Anzahl der benötigten Spermien als auch deren Mobilität keine entscheidenden Faktoren mehr für die Erreichung der Schwangerschaft.

Dank der Einführung der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) können viele Männer mit schwerer Unfruchtbarkeit, ausgelöst durch spermatischen Faktoren, heute Eltern werden.

Die Messwerte von Spermien zur Diagnose dieser Veränderungen sind die die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2010 veröffentlicht wurden. Der Test, mit dem sie analysiert werden, ist das Seminogramm, auch Spermogramm genannt.

Wenn es keine Veränderung in den Spermienwerten gibt, sprechen wir von einer Normozoospermie. Andernfalls wird eine der im folgenden Abschnitt genannten Pathologien diagnostiziert.

Veränderungen in der Anzahl der Spermien

Eine der Ursachen für die männliche Unfruchtbarkeit durch den Spermienfaktor ist die unzureichende Menge an Spermien im Ejakulat. Je nach Schwere der Störung können unterschiedliche Situationen auftreten:

Oligozoospermie

Oligozoospermie, auch Oligospermie genannt, wird diagnostiziert, wenn eine geringe Konzentration an Spermien in der Probe vorliegt: weniger als 15 Millionen/ml. Nur Konzentrationen über diesem Wert sind normal.

Kryptozoospermie

Kryptozoospermie bezieht sich auf eine sehr geringe Konzentration an Spermien. Wenn ein Mann weniger als 100.000 Spermien/ml ausstößt, leidet er unter dieser Spermienveränderung.

Aufgrund der geringen Spermienmenge in diesen Proben sind sie schwer zu finden und es kann sein, dass sie erst nach der Zentrifugation der Probe sichtbar werden. In diesen Fällen wird bei Fehldiagnose als Azoospermie (Fehlen von Spermien im Ejakulat) eine unnötige Hodenbiopsie angezeigt.

Azoospermie

Die Azoospermie ist eine Veränderung der Samenqualität, bei der sich keine Spermien im Ejakulat befinden. Die betroffenen Männer sind in der Lage, zu ejakulieren, aber bei der Analyse der Probe werden keine Spermien beobachtet.

Je nachdem warum das Problem auftritt, kann es sich um folgende Anomalien handeln:

Obstruktive Azoospermie
veränderungen beim Transport der Spermien in die Harnröhre.
Sekretorische oder nicht-obstruktive Azoospermie
probleme in der Spermienbildung.

In Fällen, in denen eine Vasektomie durchgeführt wurde, sollte die Azoospermie auch durch Analyse der Samenprobe nachgewiesen werden.

Astenozoospermie

Astenozoospermie bezieht sich auf eine Störung in der Mobilität der Spermien. Nach den WHO-Richtwerten sollten bei der Beurteilung der Samenqualität zwei Arten der Beweglichkeit (Motilität) berücksichtigt werden:

Lokale Beweglichkeit (Kreisschwimmer)
wieviele sich auf der Stelle bewegen.
Progessive Beweglichkeit
wie viele in der Lage sind, sich schnell vorwärts zu bewegen.

Um eine normale Probe zu erhalten, müssen mindestens 40% der Spermien mobil sein und 32% müssen eine progressive Mobilität erreichen. Ansonsten handelt es sich um einen Fall von Asthenozoospermie.

Je nach Schweregrad dieser Veränderung wird zwischen schwerer, mittlerer und leichter Asthenozoospermie unterschieden.

Teratozoospermie

Die Teratozoospermie ist eine Veränderung in der Form von Spermien. Die normale Morphologie einer Spermie ist:

  • Ovaler Kopf
  • Leicht verdicktes Mittelstück oder Halsstück
  • Langer, dünner Schwanz

Bei mindestens 4% der Spermien mit diesen Eigenschaften liegt keine Veränderung in der Samenqualität des Mannes vor.

Wenn weniger als 4% der Spermien im Ejakulat morphologisch normal sind, spricht man von einer Teratozoospermie: Mehr als 96% der Spermien sind abnormal.

Wie Dr. Jose Sanchez erklärt:

Es gibt keine schlüssigen Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen Teratozoospermie und fetalen Fehlbildungen herstellen.

Hypospermie

Bei einem verminderten Gehalt an Samenflüssigkeit von weniger als 1,5ml spricht man von Hypospermie. Gemäß den WHO-Referenzwerten sollte die Menge eines normalen Ejakulats zwischen 1,5 und 6 ml liegen.

Anormale Ejakulatsmengen können unter anderem auf Veränderungen in den Samenblasen oder Samenleitern zurückzuführen sein.

Nekrospermie

Dieser Begriff bezieht sich auf eine hohe Anzahl von toten Spermien. Um diese Unfruchtbarkeitsursache bei Männern auszuschließen, müssen mindestens 58% der Spermien im Ejakulat lebendig sein.

Stellt man daher bei der Samenanalyse eine Sterblichkeitsrate von mehr als 58% fest, wird eine Nekrospermie diagnostiziert.

Mehrere Veränderungen gleichzeitig

Es kommt häufig vor, dass aufgrund einer schlechten Spermienproduktion mehrere Samenveränderungen gleichzeitig auftreten. Dies kann z.B. folgendes verursachen:

Oligoastenozoospermie

Oligoastenozoospermie tritt auf, wenn die Konzentration zu gering und die Beweglichkeit der Spermien beim Betroffenen zu schlecht ist. Daher liegt in diesen Fällen die Konzentration bei weniger als 15 Millionen/ml und die progressive Mobilität bei weniger als 32%.

Oligoastenoteratozoospermie

Bei der Oligoastenoteratozoospermie treten auf:

  • Niedrige Spermienkonzentration (weniger als 15 Millionen/ml)
  • Schlechte Mobilität (weniger als 32% in der Spermienbewegung und -geschwindigkeit)
  • Schlechte Morphologie (weniger als 4% der Spermien haben eine normale Form)

Behandlung

Die Spermienqualität ist einer der entscheidenden Faktoren bei der Indikation für Behandlungen der assistierten Reproduktion. Daher wird sie in Abhängigkeit davon und in Abwesenheit anderer Veränderungen, die den Schwangerschaftserfolg erschweren, folgendes angezeigt:

Künstliche Befruchtung
wenn die Samenqualität nach den oben genannten Richtwerten gut ist, die Schwangerschaft aber nicht auf natürliche Weise erreicht wird, sollte diese Technik angewendet werden, da diese für die Patientin am angenehmesten ist.
In-vitro-Fertilisation (IVF)
In Fällen, in denen die Samenqualität beeinträchtigt ist, ist es notwendig, sich für die IVF zu entscheiden. Für Patienten mit schwerwiegenden Veränderungen ist die ICSI die einzige Möglichkeit.
Hodenbiopsie
wenn eine Azoospermie diagnostiziert wird, wird eine Hodenbiopsie durchgeführt, um festzustellen, ob eine Spermienproduktion stattfindet oder ob es notwendig ist, auf Spendersamen zurückzugreifen.

Jedoch sollte jeder Fall vor einer Kinderwunschbehandlung individuell beurteilt werden, denn bei jedem Paar spielen andere Faktoren, wie die Krankengeschichte des Paares oder die Fruchtbarkeit der Frau, eine Rolle.

Die assistierte Reproduktion erfordert, wie jede medizinische Behandlung, dass Sie der Professionalität der Ärzte und der Klinik, die Sie wählen, vertrauen, denn natürlich ist jede von ihnen anders.

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Fragen die Nutzer stellten

Können wir eine künstliche Befruchtung durchführen lassen bei leichter Oligozoospermie?

durch Dra. Concha Leal Cariñena (gynäkologin).

Ja, solange die Anzahl der mobilen Spermien (REM) größer als 5×106 Spermien/ml ist, hängt aber auch von anderen Faktoren wie dem Alter oder der Dauer der Unfruchtbarkeit der Patientin ab.

Kann man mit Azoospermie auf natürliche Weise schwanger werden?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Bei dieser Störung kann leider keine Schwangerschaft auf natürliche Weise erreicht werden, da sich keine Spermien im Ejakulat befinden.

Handelt es sich jedoch um eine obstruktive Azoospermie, kann das Sperma durch eine Hodenbiopsie gewonnen werden und dank assistierter Reproduktionstechniken Eltern werden.

Woher weiß ich wenn ich Probleme mit den Spermien habe?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Die einzige Möglichkeit, diese Veränderungen zu diagnostizieren, ist das Seminogramm. Dies muss von Fachleuten durchgeführt werden, entweder in einer Kinderwunschklinik oder in einem Labor für klinische Analysen.

Für Sie empfohlen

Wie wir gesehen haben, ist das Seminogramm ein grundlegender Test, wenn es um die Diagnose der Sterilität aufgrund der Spermienqualität geht. Wenn Sie wissen möchten, welche Werte analysiert werden oder wie das Seminogramm durchgeführt wird, empfehlen wir Ihnen, diesen Artikel zu lesen: Was ist das Seminogramm und wie wird es Schritt für Schritt durchgeführt?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dra. Concha Leal Cariñena
Dra. Concha Leal Cariñena
Gynäkologin
Bachelor in Medizin an der Universität Zaragoza. Langjährige Laufbahn als Gynäkologin mit Spezialisierung auf assistierte Reproduktion, außerdem außerordentliche Professorin in der Abteilung für Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Zaragoza. Mehr über Dra. Concha Leal Cariñena
Zulassungsnummer: 5008547
Dr. José Antonio Sánchez Férez
Dr. José Antonio Sánchez Férez
Embryologe
Abschluss in Biologie an der Universität Murcia. Umfangreiche Erfahrung als Biologe, Embryologe und Forscher. Derzeit klinischer Embryologe am Instituto Murciano de Fertilidad (IMFER). Mehr über Dr. José Antonio Sánchez Férez
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit Masterabschluss im Labor für klinische Analysen und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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