Was ist Sterilität? Ursachen, Diagnose und Behandlung

durch (embryologin), (gynäkologin), (gynäkologe) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 07/09/2018

Die Konzepte der Sterilität oder Unfruchtbarkeit beziehen sich auf die Unfähigkeit eines Paares, ein Kind zu zeugen bzw. zu empfangen.

Im Jahr 2009 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Sterilität offiziell als eine Krankheit des Fortpflanzungssystems anerkannt.

Aus diesem Grund haben Paare, die an Unfruchtbarkeit leiden, das Recht auf eine Behandlung, die es ihnen ermöglicht, ihren Wunsch, Eltern zu werden, zu erfüllen.

Sterilität oder Infertilität?

Infertilität und Sterilität sind zwei Begriffe, die sich auf die Unfähigkeit beziehen, Kinder zu bekommen. Obwohl sie auch von vielen Fachleuten als Synonyme behandelt werden, sind sie nicht dasselbe.

Der Hauptunterschied liegt im genauen Zeitpunkt des Problems, das verhindert, dass sich eine Schwangerschaft einstellt.

Sterilität ist die Unfähigkeit, schwanger zu werden, weil die Eizelle nicht durch das Sperma befruchtet wird.

Bei der Infertilität hingegen handelt es sich um die Unfähigkeit ein ein Kind zu gebären, da während der Schwangerschaft Probleme auftreten, weshalb es zu einem Schwangerschaftsabbruch kommt. In diesem Fall findet die Befruchtung statt, aber der entstandene Embryo kann sich entweder nicht einnisten oder kann sich nicht bis zum Ende, d.h. bis zur Geburt, weiterentwicklen.

Das Ziel, ein Kind zu bekommen, kann in beiden Fällen nicht erreicht werden. Die Infertilität erlaubt es jedoch, dem Wunsch ein wenig näher zu kommen, auch wenn er am Ende nicht erfüllt wird.

Was sind die Ursachen?

Obwohl sowohl Sterilität als auch Unfruchtbarkeit eine Angelegenheit ist, das beide Paare betrifft, kann die Ursache von der Frau, dem Mann oder sogar von beiden kommen. Hier zählen wir im Einzelnen die Hauptursachen für Sterilität und Unfruchtbarkeit auf:

Weibliche Sterilität

Die häufigsten Gründe für eine weibliche Sterilität sind:

Endokriner Faktor
bezieht sich auf Probleme im Zusammenhang mit der hormonellen Kontrolle des Menstruationszyklus und des Eisprungs. Sie können zu Veränderungen wie schlechter Eizellenqualität, Anovulation, Amenorrhö, vorzeitigem Eierstockversagen, etc. führen.
Tubarer Faktor
dies sind Veränderungen auf der Ebene der Eileiter- dem Ort, an dem sich Eizelle und Sperma zu einem Embryo verbinden. Eileiterverstopfungen, Endometriose oder Salpingitis sind einige der Störungen in den Eileitern, welche die Fruchtbarkeit am meisten beinträchtigen.
Zervikalfaktor
funktionelle und/oder anatomische Veränderungen des Gebärmutterhalses können den Aufstieg der Spermien erschweren und so die Befruchtung verhindern.
Uterusfaktor
fehlbildungen, Myome, Synechien, Endometritis, Polypen, etc. können verhindern, dass Spermien die Eizelle erreichen.

Diese Ursachen können auch ein Grund für die Unfruchtbarkeit sein, da in einigen Fällen trotz dieser Veränderungen eine Befruchtung stattfindet, die spätere embryonale Entwicklung jedoch nicht.

Wenn Sie mehr über Sterilität bei Frauen erfahren möchten, können Sie auf diesen Link klicken: Sterilität weiblicher Herkunft.

Männliche Sterilität

Bei Männern wiederum führen folgende Ursachen zu Sterilität:

Prätestikulärer oder hormoneller Faktor
wie bei der Frau kann eine Veränderung der Hormone, die die Spermatogenese regulieren (Spermienproduktion), die Bildung von Spermien negativ beeinflussen und damit deren Befruchtungsfähigkeit beeinträchtigen.
Testikulärer Faktor
pathologien wie Orchitis, Hydrozele, Kryptorchismus, Trauma oder Varikozele gehören zu den häufigsten.
Posttestikulärer Faktor
obwohl die Produktion von Spermien nicht gestört ist, ist es möglich, dass es für sie schwierig ist, während der Ejakulation nach draußen zu gelangen. Einige Beispiele für postestikuläre Veränderungen sind: Verstopfung der Samenleiter, Samenwegsinfektionen, sexuelle Impotenz, retrograde Ejakulation, etc.
Spermienfaktor
die Spermienqualität ist möglicherweise nicht ausreichend, um eine natürliche Schwangerschaft zu erreichen. Probleme im Zusammenhang mit Mobilität, Morphologie oder Konzentration der Spermien im Ejakulat können eine spontane Schwangerschaft verhindern.

Wie im vorherigen Fall, obwohl es sich bei diesen Faktoren im Wesentlichen um Aspekte der Sterilität handelt, ist es möglich, dass trotzdem eine Befruchtung erreicht wird, aber keine evolutionäre Schwangerschaft. Wir hätten es also mit einem Fall von männlicher Unfruchtbarkeit zu tun.

Wenn Sie mehr Informationen über männliche Sterilität wünschen, empfehlen wir Ihnen folgenden Artikel: Männliche Sterilität.

Infertilität

Wie wir bereits erwähnt haben geht die Infertilität einen Schritt weiter. In diesem Fall verschmelzen Eizelle und Sperma und erzeugen den Embryo, aber er kann sich nicht richtig bis zum Ende, d.h. bis zur Geburt, entwickeln.

Bei der Infertilität kommt es daher nicht bis zur Geburt, das heißt die Schwangerschaft wird schon vorher unfreiwillig abgebrochen.

Neben den oben genannten Gründen, die in einigen Fällen zu Sterilität und in anderen zu Unfruchtbarkeit führen, gibt es andere Ursachen, die sich auf den Embryo und seine Entwicklungs- und Evolutionsfähigkeit beziehen. Die häufigsten sind:

Einnistungsfehler
Diese Störung tritt bereits im frühen Schwangerschaftsstadium ein, da sich der Embryo nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.
Fehlgeburt
die Schwangerschaft endet in fortgeschrittenen Stadien der embryonalen oder fetalen Entwicklung. Dies führt zu einer Fehlgeburt.

Diese Störung kann, genauso wie bei einem Einnistungsfehler, im frühen Schwangerschaftsstadium eintreten.

Es kann passieren, dass die Schwangerschaft in fortgeschritteneren Entwicklungsstadien des Embryos oder Fötus aufhört, was zu einem Schwangerschaftsverlust führt.

Die Ursache für diese Probleme sind Störungen auf sowohl weiblicher als auch männlicher Ebene oder sogar auf beiden Seiten. Es gibt auch Situationen, in denen die Ursache für den Schwangerschaftsabbruch unbekannt ist.

Assistierte Reproduktion und Kosten

Derzeit ermöglichen assistierte Reproduktionsbehandlungen wie künstliche Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation (IVF)- entweder konventionell oder durch ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion)- vielen Paaren Kinder zu bekommen, auch wenn ein Problem vorliegt, das ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

Die künstliche Befruchtung ist billiger: Ihre Kosten liegen zwischen 600-1.400 €, während IVF zwischen 3.000 € und 5.000 € kostet.

Bei extremen Fällen von Sterilität oder Infertilität besteht auch die Möglichkeit, auf passende Behandlungen wie eine Eizellen- und Samenspende zurückzugreifen, mit der schließlich die Geburt eines gesunden Kindes möglich ist.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Eizellenspende in Deutschland verboten ist.

Einige Länder wie Spanien ermöglichen diese Behandlung, deren Kosten zwischen 4.500 € und 9.000 € liegen. Die Samenspende ist hingegen deutlich günstiger, da es sich um eine einfachere Technik handelt. Der Preis für die künstliche Befruchtung mit Spendersamen beträgt 900-1.700€.

Die assistierte Reproduktion erfordert, wie jede medizinische Behandlung, dass Sie der Professionalität der Ärzte und der Klinik, die Sie wählen, vertrauen, denn natürlich ist jede von ihnen anders.

Dieses "Tool" wählt Kliniken in Ihrer Nähe aus, die unseren strengen Qualitätskriterien entsprechen. Außerdem erstellt das System einen Kostenvergleich und Bedingungen, welche die verschiedenen Kliniken anbieten. Somit erleichtern wir Ihnen die Entscheidung.

Obwohl man leichte Fälle von Sterilität oder Infertilität in einigen Fällen behandeln kann, ist es nicht immer möglich, das Problem zu lösen. In diesen Situationen kann die assistierte Reproduktion die Lösung sein, damit sich der Kinderwunsch erfüllt.

Fragen die Nutzer stellten

Was sind die wichtigsten Symptome bei männlicher Infertilität?

durch Dra. Elena Izquierdo Trechera (gynäkologin).

Die männliche Infertilität ist normaler asymptom; die Ursachen dafür werden über eine Krankenakte über persönliche und familiäre Vorerkrankungen ermittelt und Proben angefordert.

Was ist eine eileiterbedingte Sterilität?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die eileiterbedingte Sterilität bezeichnet die Unfähigkeit einer natürlichen Befruchtung, die durch die Verstopfung der Eileiter entsteht. Diese Verstopfung kann spontan aufgrund von Infektionen, Krankheiten oder Fehlbildungen auftreten, oder auch absichtlich, d.h. durch die Bereitschaft der Frau, Sterilität als Verhütungsmethode zu verursachen. Das ist die so genannte Sterilisation.

Kann Chemotherapie Sterilität oder Infertilität verursachen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, die Chemotherapie beeinflusst sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit. Diese onkologische Behandlung verursacht Sterilität, da sie die primordialen Keimzellen, Vorläufer von Eizellen und Spermien, schädigt und zerstören kann.

Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Infertilität?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Wir sprechen von primärer Sterilität oder Infertilität, wenn das Paar Probleme hat, zum ersten Mal Kinder zu bekommen. Auf der anderen Seite bezieht sich sekundäre Sterilität oder Infertilität auf die Unfähigkeit, Nachkommen zu bekommen, nachdem sie zuvor Kinder bekommen haben.

Im ersten Fall hat das Paar Probleme mit dem ersten Kind und im zweiten Fall hat das Paar Probleme mit dem zweiten Kind, nachdem es das erste natürlich und ohne große Komplikationen bekommen hat.

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Matorras R, Hernández J (eds) (2007): Estudio y tratamiento de la pareja estéril: Recomendaciones de la Sociedad Española de Fertilidad, con la colaboración de la Asociación Española para el Estudio de la Biología de la Reproducción, de la Asociación Española de Andrología y de la Sociedad Española de Contracepción. Adalia, Madrid.

World Health Organization (WHO) (2000). WHO Manual for the Standardized Investigation, Diagnosis and management of the infertile male. Cambridge: Cambridge University Press.

Guzick DS, Overstreet JW, Factor-Litvak P, Brazil CK, Nakajima ST, Coutifaris C, et al. (2001). Sperm morphology, motility, and concentration in fertile and infertile men. N Engl J Med 2001; 345: 1388-1393.

G.R. Dohle, T. Diemer, A. Giwercman, A. Jungwirth, Z. Kopa, C. Krausz (2010). Guía clínica sobre la infertilidad masculina. European Association of Urology 2010 (actualización en abril de 2010)

Carvajal R, Alba J, Cortínez A, Carvajal A, Miranda C, Romero C, Vantman D. Niveles de hormona antimüllerina y factor neurotrófico derivado del cerebro como predictores de función ovárica. Rev Hosp Clín Univ Chile 2012; 23: 159-67.

E.B. Hook. Rates of chromosome abnormalities at different maternal ages. Obstet Gynecol, 58 (1981)

Pellerito JS, McCarthy SM, Doyle MB, Glickman MG, DeCherney AH. Diagnosis of uterine anomalies: relative accuracy of MR imaging, endovaginal sonography, and hysterosalpingography. Radiology 1992; 183:795-800.

Prof. Mary Wingfield (2017). The Fertility Handbook: Everything You Need to Know to Maximise Your Chance of Pregnancy, Gill & Macmillan Ltd, May 29, 2017

Ramalho de Carvalho B, Gomes Sobrinho DB, Vieira AD, Resende MP, Barbosa AC, Silva AA, Nakagava HM. Ovarian reserve assessment for infertility investigation. International Scholarly Research Network. ISRN Obstetrics and Gynecology. Volume 2012, Article ID 576385, 10 pages. doi:10.5402/2012/576385.

Romero Guadix B, Martínez Navarro L, Arribas Mir L. Esterilidad: manejo desde la consulta del médico de familia. AMF. 2002; 8 (6): 304-311.

Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Fertility: assessment and treatment for people with fertility problems. NICE Clinical Guideline. February 2013.

Fragen die Nutzer stellten: 'Was sind die wichtigsten Symptome bei männlicher Infertilität?', 'Was ist eine eileiterbedingte Sterilität?', 'Kann Chemotherapie Sterilität oder Infertilität verursachen?' Und 'Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Infertilität?'.

Mehr anschauen

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dra. Elena Izquierdo Trechera
Dra. Elena Izquierdo Trechera
Gynäkologin
Medizinstudium an der Universität Complutense Madrid mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und Gynäkologie sowie Master in menschlicher Reproduktion an der Rey Juan Carlos Universität und IVI. Derzeit ist sie leitende Ärztin der Kinderwunschklinik Velázquez. Mehr über Dra. Elena Izquierdo Trechera
Zulassungsnummer: 282866949
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Gynäkologe
Abschluss in Medizin und Chirurgie an der Universität Navarra. Promotion in Medizin und Chirurgie an der Universität Baskenlande/Euskal Herriko Unibertsitatea. Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe (MIR). Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung und ist ordentlicher Professor an der Universität Baskenland/Euskal Herriko Unibertsitatea. Er ist außerdem Professor für den Master menschlicher Fortplanzung an der Universität Madrid. Vizepräsident der spanischen Vereinigung für Fruchtbarkeit, SEF. Mehr über Dr. Gorka Barrenetxea Ziarrusta
Zulassungsnummer: 484806591
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.