Wie läuft die In-vitro-Fertilisation Schritt für Schritt ab?

durch (embryologin), (gynäkologin), (gynäkologe) Und (invitra staff).
Aktualisiert am 10/08/2018

Die Vorgehensweise bei einer klassischen IVF und einer IVF-ICSI sind gleich, außer bei einem Schritt: Die Vereinigung der Eizelle mit dem Sperma.

Woraus besteht ein IVF-Prozess?

Unter In-Vitro-Fertilisation versteht man das Verschmelzen der Gameten (Eizellen und Spermien) im Labor. Um diese Vereinigung und damit die Schwangerschaft zu erreichen, sind eine Reihe von Schritten erforderlich:

Kontrollierte Follikelstimulation

Es werden zu zwei bestimmten Zwecken der Patientin spezielle Hormone verabreicht:

  1. Einerseits um sicherzustellen, dass alle Eizellen, die in diesem Zyklus zu wachsen beginnen, das Reifestadium erlangen und nicht nur eine, wie es auf natürliche Weise vorkommt.
  2. Andererseits um mit äußeren Hormonen den Zyklus zu kontrollieren und um zu wissen, wann die Eizellen reif sind und deshalb kurz vor einem Eisprung stehen. Auf diese Weise wird die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht.
Es gibt mehrere medizinische Protokolle Follikelstimulation, obwohl sie in der Regel aus der Verabreichung von Gonadotropinen und GnRH-Analoga bestehen. Der Arzt wird für jede Patientin die am besten geeignete Behandlung festlegen.

Während der 6-10 tägigen Stimulation muss die Patientin regelmäßig alle 2 oder 3 Tage zur Arztpraxis gehen, damit der Spezialist die Entwicklung der Eierstöcke kontrollieren und die Punktion zum richtigen Zeitpunkt planen kann. Ein Kommentar dazu von Dr. Elena Martín:

Die Follikelstimulation, die etwa 9-14 Tage dauert, besteht aus der Injektion der am Fortpflanzungsprozess beteiligten Hormone und erfolgt in der Regel subkutan.

Follikelpunktion

Der nächste Schritt ist die Gewinnung der Eizellen bei der Follikelpunktion. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff unter Narkose, bei dem der Gynäkologe die Follikel des Eierstocks ("Beutel" mit den Eiern) sticht und deren Inhalt absaugt. Anschließend wird die angesaugte Follikelflüssigkeit im Labor analysiert, um nach den Eiern zu suchen.

Der Verlauf dauert ungefähr 30 Minuten.

Spermienentnahme und -aufbereitung

Die Spermienprobe wird in der Regel durch Masturbation gewonnen. Wenige Minuten nach der Ejakulation durchläuft die Probe einen Prozess, der als Spermien-Kapazitation bekannt ist und darin besteht, minderwertige Spermien und Samenplasma zu beseitigen. So wird die Probe in Spermien mit fortschreitender Mobilität konzentriert.

Es gibt einige Fälle, in denen die Masturbation die Gewinnung von Spermien nicht zulässt, so dass versucht wird, sie durch Hodenbiopsie oder Nebenhodenabsaugung zu gewinnen. Bei diesen Proben wird aufgrund schlechter Spermienqualität und geringer Spermienmenge eine ICSI benötigt.

Befruchtung oder Fusion von Keimzellen

Es ist der Moment, in dem Eizelle und Sperma verschmelzen, um die genetischen Ausstattung beider Elternteile zu verbinden und das neue Wesen hervorzubringen. Die Vereinigung kann mit mehr oder weniger starker Intervention des Embryologen erfolgen. Im Allgemeinen funktioniert es jedoch wie folgt:

Konventionelle IVF
die Eizellen und das Sperma werden auf den gleichen Kulturteller gelegt und man wartet darauf, dass sie sich selbst verschmelzen können.
ICSI
Es ist der Embryologe selbst, der das Spermium direkt in das innere der Eizelle einlegt.

Die Befruchtung bewerten

16 bis 20 Stunden nach der Befruchtung überprüft der Embryologe, ob die Eizelle korrekt befruchtet wurde oder ob im Gegensatz dazu irgendein Fehler die Verschmelzung verhindert hat. Dafür analysiert man, ob beide polare Korpuskel und beide Vorkerne vorhanden sind, die sich zu der Zygote (Embryo einer Zelle) verschmelzen, wie im Bild ersichtlich.

Embryokultur

Zygoten bleiben in der Kultivierung, um ihre Entwicklung fortzusetzen. Sie werden zu Embryonen und dann zu Blastozysten. Im vorherigen Bild sehen wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Stadien.

Sie sollten in einem speziellen Inkubator aufbewahrt werden, der die idealen Temperatur- und Gasbedingungen für das embryonale Wachstum bis zum Zeitpunkt des Transfers beibehält. Während der Zeit, in der sie sich im Inkubator befinden, wird ihr Zustand analysiert und ihre Qualität bestimmt.

Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut

Die Patientin erhält andere hormonelle Medikamente als die bei der Follikelstimulation, um ihre Gebärmutterschleimhaut empfänglich zu machen, d.h. diese kann mit dem Embryo interagieren, so dass er sich einnisten und die Schwangerschaft beginnen kann.

Die Gebärmutterschleimhaut muss einen trilaminaren Aspekt und eine Dicke von etwa 7 bis 10 mm aufweisen, um die Embryonenimplantation zu fördern.

Die normalerweise verabreichten Medikamente sind Östrogen und Progesteron, entweder vaginal, oral oder in Form eines Pflasters. Bei einer frischen IVF wird die natürliche Freisetzung von Östrogenen oft ausgenutzt und nur Progesteron zur Unterstützung der Lutealphase verabreicht.

Embryotransfer

Ausgehend von der Qualität der Embryonen wird der beste Embryo ausgewählt, d.h. derjenige mit dem größten Implantationspotenzial. Er wird über eine spezielle Kanüle in die Gebärmutter der zukünftigen Mutter übertragen und man wartet darauf, dass der Embryo sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und so zu einer Schwangerschaft führt.

Die Übertragung ist schmerzfrei und kurz. Sie wird vom Gynäkologen im Sprechzimmer oder im Operationssaal ohne Betäubung durchgeführt.

Für mehr Informationen empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Embryotransfer

Einfrieren von Embryonen

Die deutsche Gesetzgebung erlaubt den Transfer von maximal drei Embryonen, obwohl meistens nur einer oder zwei übertragen werden.

Überschüssige hochwertige Embryonen, die nicht zum Transfer bestimmt sind, werden durch eine Embryovitrifizierung kryokonserviert.

Dr. Miguel Dolz beschreibt die möglichen Zwecke dieser überschüssigen Embryonen:

Nutzung durch das Paar selbst, um ein zweites Kind zu bekommen oder es erneut zu versuchen, wenn sich keine Schwangerschaft eingestellt hat, ohne den gesamten Prozess erneut durchlaufen zu müssen; den Embryo für Forschungszwecke spenden, die immer der Gesetzeslage unterliegen; den Embryo für reproduktive Zwecke zu spenden, solange die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden; zum Schluss können Embryone nach Ablauf der fruchtbaren Jahre der Frau vernichtet werden.

Schwangerschaftstest

Zwischen 10 und 15 Tagen nach dem Transfer kann die Frau einen Beta-hCG-Test durchführen, um zu sehen, ob die IVF erfolgreich war und sie somit das Ziel erreicht hat: die Schwangerschaft.

Eine Schwangerschaft kann sowohl über den Urin als auch über das Blut nachgewiesen werden. Beide erkennen das Hormon beta-hCG, das als "Schwangerschaftshormon" bezeichnet wird.

Kosten der IVF

Die Kosten für die In-vitro-Fertilisation variieren je nach dem Zentrum, in dem die Behandlung durchgeführt wird, und den Eigenschaften jeder Patientin. Die In-Vitro-Fertilisation kostet zwischen 3000 und 5000€.

Es sei darauf hingewiesen, dass viele der oben genannten Schritte nicht im Anfangsbudget enthalten sind, wie z.B. das Einfrieren von Embryonen. Dies wird als separater Prozess betrachtet und liegt bei 300-600€. Das Gleiche gilt für die Medikamente zur Stimulation und zur Vorbereitung des Endometriums, was die Behandlung um 1000-1500 € verteuert.

Das Paar sollte über alles, was im Anfangsbudget enthalten ist, gut informiert sein, sobald sich für eine Kinderwunschbehandlung entschieden wird.

Man sollte bedenken, dass eine Schwangerschaft nicht immer beim ersten Mal erreicht wird. Aus diesem Grund sollten Sie sich über die entstehenden Kosten informieren, wenn Sie mehr Versuche in der Klinik benötigen und ob diese Rabatte gewähren.

Fragen die Nutzer stellten

Wie läuft die IVF mit tiefgefrorenen Embryonen ab?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die IVF mit gefrorenen Embryonen besteht direkt aus der endometrialen Vorbereitung und dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter der Mutter. Die Schritte der Follikelstimulation, der Follikelpunktion und der Embryokultur werden vermieden, da die Embryonen bereits erzeugt und kryokonserviert wurden.

Wie lange dauert die In-vitro-Fertilisation?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die In-vitro-Fertilisation dauert etwa einen weiblichen Zyklus, d.h. etwa 30 Tage. Vom Beginn des Menstruationszyklus an, der in dem Moment markiert wird, in dem die Periode fällt, beginnt die Frau, sich selbst zu stimulieren. Etwa 6-10 Tage später wird die Follikelpunktion programmiert, in der die Eizellen gewonnen werden, die befruchtet werden und zu den Embryonen führen. Diese werden in Kultur gehalten und nach 3 oder 5 Tagen, je nach Fall, in die Gebärmutter übertragen. Zu diesem Zeitpunkt sind etwa 15 Tage vergangen.

Zwei Wochen nach dem Transfer ist es möglich, einen Schwangerschaftstest durchzuführen und zu überprüfen, ob die Behandlung erfolgreich war.

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Literaturverzeichnis

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Fragen die Nutzer stellten: 'Wie läuft die IVF mit tiefgefrorenen Embryonen ab?' Und 'Wie lange dauert die In-vitro-Fertilisation?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dra. Elena Martín Hidalgo
Dra. Elena Martín Hidalgo
Gynäkologin
Studium der Medizin und Chirurgie an der Universität Salamanca mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe am Virgen de la Salud Hospital in Toledo. Fachärztin für Reproduktionsmedizin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung. Sie ist Lehrbeauftragte der Spanischen Gesellschaft für Fruchtbarkeit (SEF) für die praktische Ausbildung der Studenten des Masterstudiengangs in Humanreproduktion und leitende Ärztin bei Reprofiv. Mehr über Dra. Elena Martín Hidalgo
Zulassungsnummer: 28454504653
Dr. Miguel Dolz Arroyo
Dr. Miguel Dolz Arroyo
Gynäkologe
Hochschulabschluss in Medizin und Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Valencia im Jahr 1988 und Doktortitel in Medizin im Jahr 1995, spezialisiert auf Geburtshilfe und Gynäkologie. Experte für Reproduktionsmedizin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich und derzeit leitender Arzt und Gründer der FIV Valencia. Mehr über Dr. Miguel Dolz Arroyo
Zulassungsnummer: 464614458
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan

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