Wie funktioniert eine Heiminsemination?

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Aktualisiert am 21/01/2020

Mit dem Aufkommen des Internets ist die Heiminsemination, auch unter dem Namen Bechermethode bekannt, in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, vorangetrieben worden.

Diese Form der künstlichen Befruchtung gehört nicht zu den Methoden der assistierten Reproduktion, da kein Eingriff durch medizinisches Personal notwendig ist. Obwohl es sich um eine simple Methode handelt, bei der einfach nur ein Inseminationszubehör für Zuhause gekauft werden muss, ist die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Methode schwanger zu werden, genauso hoch wie durch Geschlechtsverkehr. Daher ist der Reproduktionserfolg nicht hoch.

Die Heiminsemination ist sehr verbreitet unter Frauen, die alleinstehend, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder in einer Beziehung sind, bei der der Mann an Ejakulations- oder Erektionsstörungen leidet.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Definition

Die Heiminsemination ist eine Vorgehensweise, bei der die Befruchtung direkt von zuhause aus stattfindet. Die Frau selbst injiziert die Spritze mit dem Sperma in den Fortpflanzungstrakt (in die Vagina), ähnlich einer Penetration beim Sex.

Dieses Verfahren ist derzeit in vielen Ländern sehr gefragt. Darüber hinaus wird sie aufgrund ihrer Einfachheit und der Tatsache, dass sie weder medizinisches Personal noch eine Anästhesie erfordert, nicht als Technik der assistierten Reproduktion angesehen.

Zubehör für die Bechermethode

Die für die Durchführung der künstlichen Befruchtung zu Hause benötigten Instrumente können in der Apotheke gekauft oder über das Internet bezogen werden. Hier führen wir eine Liste mit den benötigten Dingen auf:

  • Sterile 2 bis 5 ml Spritze ohne Nadel. Eine eingebaute Kanüle ist dabei von Vorteil, da sie ihre Länge vergrößert.
  • Vinylhandschuhe.
  • Steriler Samenprobenbehälter.
  • Physiologisches Serum, das die Absaugung des Spermas erleichtert.

Alternative zur Spritze

Möchten Sie keine Spritze verwenden, können Sie alternativ zur Menstruationstasse greifen. So funktioniert es:

Einsetzen üben
Bevor Sie mit der Heiminsemination beginnen, empfehlen wir, mit einer leeren Inseminationskappe zu üben.
Menstruationstasse einsetzen
Nehmen Sie die Tasse in eine Hand und drücken Sie diese leicht ein, so dass die Tasse zusammengefaltet wird. Führen Sie diese in die Vagina ein und schieben Sie die Tasse vorsichtig hoch in Richtung Gebärmutter. Sitzt die Tasse vor dem Gebärmutterhals, nehmen Sie die Finger von der Menstruationstasse, damit die Tasse in ihre usprüngliche Form springt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass diese schmerzfrei abläuft und die Menstruationstasse dem Sperma den Weg zurück versperrt.
Ruhephase
Bleiben Sie eine halbe Stunde nach der Insemination mit erhobenem Becken auf dem Rücken liegen.

Wie läuft das Verfahren ab?

Sobald das gesamte Material verfügbar ist, beginnt der Inseminationsvorgang. Im folgenden Abschnitt beschreiben wir die zu befolgenden Schritte.

Gewinnung der Samenprobe

Die durch Ejakulation gewonnene Samenprobe des Partners (oder des Spenders) wird zu diesem Zweck bei der Empfängerin hinterlegt. Man sollte unbedingt versuchen, die Temperatur aufrechtzuerhalten, da die Spermien bei Temperaturverlust sonst an Mobilität verlieren.

Stammt die Samenprobe aus einer Samenbank, so wird sie in flüssigem Stickstoff eingefroren. Daher ist es notwendig, die Probe gemäß den von der Bank selbst angegebenen Anweisungen aufzutauen.

Zusätzlich kann der Samen mit einer kleinen Menge Kochsalzlösung gemischt werden, um ihn flüssiger zu machen und das Absaugen zu erleichtern. Die Lösung sollte die gleiche Temperatur wie der menschliche Körper haben, etwa 36-37 °C.

Position

Die Frau sollte sich in eine Position begeben, in der das Becken leicht angehoben bleibt und die Beine dabei leicht nach oben öffnen. Eine korrekte Körperhaltung kann durch das Auflegen von Kissen auf die Nieren erreicht werden. Es sollte eine bequeme Position sein, die etwa 30 Minuten lang beibehalten werden kann.

Spermieninjektion

Streifen Sie sich als erstes die Vinylhandschuhe über. Führen Sie die Spritze vorsichtig und so tief wie möglich in die Vagina ein, wobei Sie besonders vorsichtig vorgehen müssen, wenn sie einmal drin ist. Das Ziel ist es, die Spermien so nah wie möglich an die Gebärmutter zu bringen. Jedoch darf dabei der Vorgang nicht gewaltsam durchgeführt werden,, da es sonst zu Kratzern oder Rissen führen könnte, die kontraproduktiv wären. Wenn Sie sich von jemanden Unterstützung holen und sich nicht selbst die Spritze zuführen, wird es leichter für Sie.

Sobald die Spritze positioniert ist, wird der Kolben sanft gedrückt. Auf diese Weise kommt der Samen mit den Spermien langsam heraus und wird am Boden der Vagina deponiert.

Reinigung der Spritze und anschließende Ruhe

Wenn der gesamte Inhalt der Spritze injiziert ist, werden noch einige Milliliter Serum aufgezogen und der gesamte Vorgang wiederholt. Auf diese Weise werden auch die Spermien verwendet, die an der Wand der Spritze kleben bleiben.

Am Ende des Vorgangs sollten Sie sich in derselben Postion eine halbe Stunde lang ausruhen, bis Sie wieder Ihren Alltag aufnehmen können.

Wie erfolgreich ist die Heiminsemination?

Die Heiminsemination wird nicht als medizinische Technik angesehen, da sie keine qualifizierte Fachkraft erfordert. Es ist die Frau selbst oder ihr Partner, der den Prozess zu Hause durchführt. Aus diesem Grund gibt es keine Studien, die die Erfolgsquoten dieses Verfahrens bewerten.

Die Technik ist einfach und preiswert, so dass viele Paare sie als erste Option ausprobieren, wenn sie mit Fruchtbarkeitsproblemen konfrontiert werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Wirksamkeit der Heiminsemination ähnlich wie beim Geschlechtsverkehr ist.

Falls Sie das Sperma Ihres Partners verwenden, müssen Sie dieses schnell verwenden, da sich das Sperma drei Stunden nach der Masturbation verschlechtert. Wenn das Sperma hingegen von einem Spender stammt, durchläuft es einen Einfrier- und Auftauprozess, der auch seine Eigenschaften beeinflussen kann.

Erwerben Sie das Sperma dagegen von einer Samenbank, ist es wichtig, dass Sie strikt den Anweisungen der Samenbank folgen, damit die Probe fachgerecht aufgetaut wird.

Egal ob Sie die Spermien Ihres Partners oder die eines Spenders verwenden, ist es wichtig, die Temperaturbedingungen aufrechtzuerhalten, um die Qualität der Spermien zu erhalten und die Chancen auf eine Schwangerschaft nicht zu verringern.

Empfehlungen

Bei schweren Fruchtbarkeitsproblemen wird eine Heiminsemination nicht empfohlen, da eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist.

In den Kinderwunschkliniken werden die Frauen einer Follikelstimulation unterzogen, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, und die Spermien werden im Labor aufbereitet, um ihre Ankunft an der Eizelle zu erleichtern- Schritte, die in einer Heiminsemination wegfallen.

Um den Erfolg der künstlichen Befruchtung zu Hause zu erhöhen, wird empfohlen, den Menstruationszyklus zu kontrollieren und sich in der Mitte des Zyklus selbst zu befruchten, d.h. zu dem Zeitpunkt, an dem der Eisprung normalerweise stattfindet. Daher wäre der ideale Zeitpunkt für die Selbstinsemination der 14. Tag des Menstruationszyklus.

Eine erfolgreiche Befruchtung hängt u.a. auch mit der Qualität des Zervixschleims zusammen, welche bei Erregung der Frau erreicht wird. Der Zervixschleim verflüssigt sich, weshalb die Spermien schneller an der Eizelle ankommen. Sie können sich von Ihrem Partner stimulieren lassen und zusammen eine romantische Atmosphäre schaffen.

Risiken

Die Gefahren bei der Durchführung der künstlichen Befruchtung zu Hause sind die gleichen wie beim Sex. Die Samenprobe wird vorher nicht analysiert, so dass ein Risiko der Übertragung einer sexuell übertragbaren Krankheit (STD) besteht.

Wenn die Selbstbefruchtung mit Spendersamen aus einer Samenbank durchgeführt wird, ist das Risiko geringer, da die Proben von der Bank selbst analysiert werden.

Fragen die Nutzer stellten

Funktioniert die Heiminsemination tatsächlich?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Obwohl es viele Fälle gibt, in denen Frauen mit diesem Verfahren schwanger wurden, sind die Erfolgschancen nicht höher als durch Geschlechtsverkehr. Sollten ernsthafte Fruchtbarkeitsprobleme bestehen, wird daher dieses Verfahren nicht funktionieren.
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Kann man wie bei einer Insemination eine IVF zuhause durchführen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine viel aufwändigere Technik als die künstliche Befruchtung. Sie erfordert eine Anästhesie, einen chirurgischen Eingriff, eine strikte Kontrolle der Follikelstimulation durch höhere Dosen von Medikamenten, eine Embryokultur usw. Daher kann sie zuhause nicht durchgeführt werden.

Ist eine Heiminsemination riskant?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Nein, das Risiko einer Heiminsemination mit dem Sperma Ihres Partners ist das gleiche wie beim Sex.

Falls Spendersamen verwendet werden, besteht das Risiko nur darin, die Herkunft der Probe nicht zu kennen. Es ist wichtig, dass die verwendete Probe aus einer Samenbank stammt, die den Qualitätsstandards und gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Ist es sicher, Spendersamen von einer Samenbank zu verwenden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Ja, Kandidaten für eine Samenspende von einer Samenbank bestehen strenge Auswahlkriterien und es werden weniger als 10% akzeptiert. Sobald sie als Spender akzeptiert sind, werden sie ausführlichen physischen und psychologischen Tests und medizinischen Untersuchungen unterzogen. Darüber hinaus werden sie einer Reihe von Tests unterzogen, die eine große Anzahl von Erb- und Infektionskrankheiten analysieren.

Die Verwendung von Spermienproben von Männern, die privat auf Websites, Foren usw. angeboten werden, kann aufgrund der mangelnden Kontrolle und des hohen Risikos der Krankheitsübertragung gefährlich sein.

Welche Informationen kann ich vom Samenspender erhalten?

durch Zaira Salvador (embryologin).

in einigen Fällen ist es der Frau erlaubt, ein Bild des Spenders als Baby zu sehen, einen Ton seiner Stimme zu hören, Details über seine Interessen, seine familiäre Situation, sein Studium, etc. zu erfahren. Sie kann Einblick darüber erhalten, welchen Emotionsquotient der Spender hat, welchen Eindruck das Personal von ihm hat, seine körperlichen Merkmale wie Augenfarbe, Haare, Größe und Gewicht.

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Ja, die Bechermethode ist in Deutschland legal und bedarf keiner vorherigen Genehmigung.

Wenn Sie eine künstliche Befruchtung oder andere Behandlung in der assistierten Reproduktion benötigen, empfehlen wir Ihnen diesen persönlichen Fruchtbarkeitsbericht mit Einzelheiten und Kostenvoranschlägen der Kliniken Ihrer Nähe, die unseren strengen Qualitätskriterien entsprechen. Außerdem finden Sie hier nützliche Tipps für Ihren ersten Besuch in der Kinderwunschklinik.

Für Sie empfohlen

Wie wir im gesamten Artikel kommentiert haben, ist die Heiminsemination keine Technik der assistierten Reproduktion. Wenn Sie mehr über die Technik der künstlichen Befruchtung, die von einem Facharzt durchgeführt wird, erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf diesen Artikel zu werfen: Was ist künstliche Befruchtung (IUI)?

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Literaturverzeichnis

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Dixon RE, Buttram VC Jr, Schum CW: Artificial insemination using homologous semen: a review of 158 cases. Fertil Steril 27:647, 1976.

Guttmacher AF: The role of artificial insemination in the treatment of sterility. Obstet Gynecol Surv 15:767, 1960.

Pfeffer WH, Wallach EE, BeckWW, Barrett ATM: Artificial insemination with husband's semen: prognostic factors. Fertil Steril 34:356, 1980.

Whitelaw WJ: The cervical cap self-applied in the treatment of severe oligospermia. Fertil Steril 31:86, 1979.

Fragen die Nutzer stellten: 'Funktioniert die Heiminsemination tatsächlich?', 'Kann man wie bei einer Insemination eine IVF zuhause durchführen?', 'Ist eine Heiminsemination riskant?', 'Ist es sicher, Spendersamen von einer Samenbank zu verwenden?', 'Welche Informationen kann ich vom Samenspender erhalten?' Und 'Ist die Bechermethode legal in Deutschland?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten Humanreproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizin an der Universität Valencia (UV) und spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und in klinischer Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
 Romina Packan
Romina Packan
inviTRA Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die deutsche Ausgabe von inviTRA. Mehr über Romina Packan
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Valenciano de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador

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